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Internationaler Treff für Senioren

25.01.2012 | 19:11 Uhr
Internationaler Treff für Senioren

Altenessen.Gegen soziale Abgrenzung von älteren Migranten und Aussiedlern kämpft die Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Altenessen. Im Norden der Stadt, an der Altenessener Straße 507, nimmt deshalb am Freitag der „Internationale Treff“ seinen Betrieb auf, der Senioren zahlreiche Informationsangebote bietet.

Möglich machte dies das von der „Stiftung Wohlfahrtspflege“ unterstützte Modellprojekt „Aktiv im Alter“, in dessen Rahmen dieses neue Seniorenangebot gefördert wird. Mit dem „Internationalen Treff“ will die Awo älteren Migranten und Aussiedlern im Essener Norden mehr gesellschaftliche Teilhabe durch gezielte Maßnahmen ermöglichen. Es geht also nicht allein um grundsätzliche Integration, sondern speziell um die gesellschaftliche Einbindung älterer Aussiedler und Migranten, die sich für einen dauerhaften Aufenthalt im Gastland entschieden haben.

Die Vorbereitung zu diesem ehrgeizigen Projekt begann bereits im Juni des vergangenen Jahres. Im Oktober 2011 startete versuchsweise die Gruppenarbeit mit den Senioren. „Jede Woche treffen sich bereits jetzt türkische und Russisch sprechende Senioren, um gemeinsamen Interessen und Freizeitaktivitäten nachzugehen“, erklärt Wolf Ambauer, Geschäftsführer der Awo Essen. Die Migranten nehmen an Kultur-, Gesundheits-, Renten- und Freizeitveranstaltungen teil, die gegebenenfalls in der eigenen Muttersprache abgehalten werden.

„Die meisten der ehemaligen Gastarbeiter sowie viele Aussiedler verbringen ihren Lebensabend und die wohlverdiente Ruhezeit in Essen“, fügt Sinan Kumru an, der gemeinsam mit Valentina Götte für das Projekt verantwortlich zeichnet. „Die gewohnte Umgebung, Familie oder gewachsene Nachbarschaft möchten die Migranten hier aber nicht aufgeben“, weiß Valentina Götte. „Die gezielten, altersgerechten Angebote dienen daher der Vermeidung sozialer Abgrenzung.“

Vor allem mit Hilfe eines ehrenamtlichen „Pflegelotsenpools“, der aus engagierten jungen Migranten besteht, sollen ausländische Familien, insbesondere pflegende Migrantinnen, durch Informationen über Pflege und ambulante Hilfen unterstützt werden. „Diese Pflegelotsen werden eigens in Seminaren geschult“, sagt Sinan Kumru.

Die Anzahl der Gruppen wird aktuell erweitert. Angesprochen sind Senioren der Nationalitäten, die im Essener Norden besonders häufig anzutreffen sind. Zum einen sind dies Jugoslawen, zum anderen Libanesen und Marokkaner. In den Gruppen, die an unterschiedlichen Tagen der Woche für zwei bis drei Stunden zusammenkommen, werden alle Themen angesprochen, die Senioren interessieren und ihr alltägliches Leben tangieren. „Dies können sowohl Gesundheitsthemen als auch Informationen über kulturelle Angebote sein“, beschreibt Sinan Kumru seine Arbeit.

Die Gruppen sind unter den Migranten sehr beliebt. So finden sich regelmäßig zwischen 20 und 30 Teilnehmer pro Gruppe im 90 Quadratmeter großen Domizil an der Altenessener Straße ein. Kumru: „Wir hoffen, dass unsere neuen Gruppen ebenso gut angenommen werden.“

Hinter der Arbeit im „Treff“ steht auch die Intention, Begegnungen mit deutschen Senioren – beispielsweise auf Festen – zu initiieren, um älteren Migranten Kontakte im Stadtteil zu ermöglichen. Außerdem soll das bürgerschaftliche Engagement gefördert werden. Das Projektteam hat sich deshalb vorgenommen, die Einrichtungen der Altenhilfe für die unzureichende Versorgungslage der Senioren mit Migrationshintergrund zu sensibilisieren.

Das dies gelingt, davon ist Sinan Kumru überzeugt: „Unsere Awo-Seniorengruppen haben keinerlei Berührungsängste. Da gibt es keine Vorurteile.“ Binnen der nächsten sechs Monate – so die Planung – soll der Treff seinem Namen alle Ehre machen. Dann sollen gemeinsame, Nationalitäten übergreifende Sport- und Kulturveranstaltungen über die Bühne gehen.

Senioren sind im Treff stets willkommen: Türkische Senioren (dienstags, 14 Uhr); Aussiedler und Russischsprachige (mittwochs, 10 Uhr). Die Gruppe für Ex-jugoslawische Senioren ist donnerstags, Unternehmungen und Sport für alle ist freitags geplant. Die „libanesische/marokkanische Gruppe soll montags stattfinden. Valentina Götte, 18 97 343 und Sinan Kumru, 0201/18 97 342.

Michael Heiße

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