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Hoffnungsträger Kaufland

07.11.2012 | 20:01 Uhr
Hoffnungsträger Kaufland

Borbeck. Der neue Kaufland-Markt in Borbeck-Mitte soll zum vorgezogenen Weihnachtsgeschenk für die Kunden werden. „Wir wollen den Standort Mitte Dezember eröffnen“, ließ die Kaufland-Zentrale aus Neckarsulm nun verlauten.

Kaufland in Borbeck – neuer Konkurrent, doch in erster Linie Hoffnungsträger für die umliegenden Einzelhändler, die sich durch die Ansiedlung des Marktes „Mitnahmeeffekte“ durch verstärktes Kundenaufkommen versprechen. „In Borbeck hatten wir lange Zeit das Problem, dass Einzelhändler aufgaben, weil die Kundschaft fehlte“, weiß Thomas Weiring, der die Abteilung „Generelle Stadtplanung“ leitet. „Als Hertie verschwand, drohte das Aus. Nun jedoch kann sich Borbeck zu einem funktionierenden, stabilen Versorgungszentrum entwickeln.“

Ähnlich sieht dies Klaudia Ortkemper. Die Vorsitzende des Initiativkreis Centrum Borbeck (Cebo) hat in den Reihen der Mitglieder eine „positive Stimmung“ ausgemacht: „Es gibt zwar einige Skeptiker, doch es überwiegt die Hoffnung auf bessere Geschäfte durch mehr Kundschaft.“ Kaufland ist gut für Borbeck, laute der Tenor.

Am vergangenen Freitag besuchte Ortkemper die Eröffnung eines neuen Schuhgeschäfts auf der Marktstraße, wo vorher ein Eiscafé zu finden war. „Einen direkten Zusammenhang mit den Kaufland-Aktivitäten möchte ich zwar nicht ableiten, doch ich weiß von einem Bekleidungsanbieter, der sich derzeit sehr bemüht, ins Zentrum zu rücken“, sagt Ortkemper.

Einen Trend, der Einzelhandel könne dem „Kaufland“ hinterherziehen, hat Stadtplaner Weiring zwar noch nicht ausmachen können, „doch abwegig ist dieser Gedanke sicher nicht. Dies lässt sich durch Studien der IHK belegen.“ Dass die Präsenz des Kaufland-Marktes den Standort Borbeck für Einzelhändler attraktiver mache, davon ist Rainer Post, Mitarbeiter des Maklerbüros Manfred Vossieg, überzeugt. Aktuell bietet er ein Ladenlokal an der Ecke Gerichtsstraße zur Vermietung an. „Der Standort Borbeck wird durch Kaufland zweifelsohne besser“, sagt Rainer Post. „Dies machen wir auch in unserem Angebot deutlich.“

Auf die Vielfalt der Produkte und Branchen komme es an, bestätigt Weiring. „Ein funktionierendes Zentrum hat Apotheken, Bäcker, Banken und auch Märkte wie diesen.“ Das Publikum, so Weiring, wisse die einzelnen Sachen beim Einkauf miteinander zu verbinden.

Dies kann Hubert Hensel vom Vorstand der IG Altenessen nur bestätigen. „Wir haben seit Mai 2012 einen Kaufland in unserem Einkaufszentrum. Wir werden einen Teil der Borbecker Kunden verlieren, doch einige werden uns weiterhin zu schätzen wissen.“

Bauarbeiten schreiten zügig voran

Die Arbeiten für den Endausbau des Kaufland-Marktes laufen auf Hochtouren. Derzeit wird die Haustechnik installiert, die letzten Fliesen werden gelegt, verschiedene Maler- und Trocken- sowie Schlosserarbeiten erledigt.

Die Fassade des Komplexes steht kurz vor der Fertigstellung und auch die Arbeiten an den Außenanlagen – so ist aus der Kaufland-Zentrale in Neckarsulm zu vernehmen – befinden sich in den letzten Zügen.

Michael Heiße



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