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Hoffnung für St. Anna

29.12.2008 | 17:18 Uhr

Mit gemischten Gefühlen gehen Gäste zum Weihnachtsgottesdienst.Ungewissheit über Nutzung der Kirche bereitet vielen Sorgen. Über Zusammenhalt freuen

Altendorf. Nur wenige Schritte liegen die Eingänge von Kirche und Altenheim entfernt. Immer dienstags und samstags besuchen die Senioren eine eigens für sie vorbereitete heilige Messe. "Diese direkte Nähe zur Kirche ist ein absoluter Glücksfall für die Altenheimbewohner", erklärt Gabriele Hahner. "So können sie trotz Beschwerden am Gemeindeleben teilnehmen." Von den Kindergartenkindern bis zu den Senioren feiern so alle gemeinsam das Weihnachtsfest in ihrer vertrauten Kirche. Arnd Sauer lobt den Einsatz aller Beteiligten. "Ohne die guten Ideen aus der Gemeinde und von den Leuten des Mehrgenerationenhauses wäre solch eine Feier nicht möglich", sagt er. "Wir sollten uns über diesen Zusammenhalt wirklich freuen." Die Besucher des Weihnachtsgottesdienstes in St. Anna freuen sich auf einen geruhsamen Festabend, den sie mit einem Kirchenbesuch beginnen wollen. Doch bei den meisten Gästen schwingt auch eine leichte Wehmut mit, wenn sie die hohe Halle betreten. Das Jahr der Kirchenschließung hat viele unsicher gemacht. Besucherin Nicole Gallach spricht aus, was viele denken: "Wir fragen uns, wie es weitergehen wird. Natürlich freuen wir uns, dass die Kirche an Weihnachten öffnet. Doch werden wir auch im nächsten Jahr hier noch das Krippenspiel sehen?"

Ihre Begleiterin Melanie Koch hält Sohn Nico (5) an der Hand. Er geht in die Kindertagesstätte St. Anna, das große Gotteshaus ist für ihn ein täglicher Anblick. "Er möchte auch nicht, dass die Kirche endgültig schließt. Schließlich besucht er sie regelmäßig mit seiner Kita-Gruppe", sagt Nicos Mutter. Jetzt allerdings freut sich der Kleine erst einmal auf den Weihnachtsgottesdienst und das bunte Krippenspiel. Gemeinsam mit Melanie Koch und Nicole Gallach betritt er frohgemut die Kirche.

Mit gemischten Gefühlen geht auch Hildegard Plotzke gemeinsam mit ihrer Tochter Petra in den Gottesdienst. Seit vielen Jahren sind sie St. Anna verbunden. "Schon als Kind bin ich zu dieser Kirche gegangen", sagt Petra Plotzke. "Jetzt könnte es das letzte Mal sein, dass wir an diesem Ort Weihnachten feiern." Doch hoffnungsvoll wollen Mutter und Tochter in die Zukunft blicken. Sie finden es gut, dass der Platz rund um die Kirche durch Altenheim, Kita und das vor einigen Monaten eröffnete "Anna-Café" belebt bleibt.

Doch alle Besucher wollen den Weihnachtsgottesdienst genießen und wünschen das Beste für ihre Kirche. sopi

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