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Händler planen Frühlingsfest

07.11.2012 | 00:08 Uhr
Händler planen Frühlingsfest

Altenessen. Als die „Blitzblank“-Kolonne nach mehr als drei Stunden den Heimweg antrat, die Beine etwas schwer vom steten Auf und Ab entlang der Altenessener Straße und die Kleider durchnässt vom Regen waren, da huschte trotz allem ein zufriedenes Lächeln über das Gesicht von Tanja Rutkowski. Die Stadtmoderatorin von der Uni Duisburg-Essen, die den Tross auf seinem Weg begleitet hatte, wusste nur zu gut: „Heute haben wir mehr geschafft, als nur die Straße etwas sauberer zu machen.“

Bürger zeigen großes Interesse

In der Tat geriet die eigentliche Saubermach-Aktion beinahe in den Hintergrund, angesichts der Tatsache, dass Tanja Rutkowski seit Samstag mindestens 25 Namen interessierter Bürger in ihrer Adresskartei weiß, die sich auch künftig für ihren Stadtteil engagieren wollen. Noch wichtiger: „In Gesprächen mit Anwohnern und Passanten hat sich eine Reihe von Ansatzpunkten herauskristallisiert, die wir in naher Zukunft in Angriff nehmen wollen“, wie Tanja Rutkowski erklärt.

Beispielsweise die Tankstelle, hinter der sich schon seit längerer Zeit der Sperrmüll türmt. „Der soll weg“, sagt Rutkowski, „und zwar in Kürze.“ Nun will sie einen Ortstermin ansetzen, um sich über das Ausmaß der Aufgabe ein Bild zu machen. Auch der Parkplatz am „Netto“ rückt in den Fokus. Da gebe es ein Haus, dessen Hinterhof dringend entrümpelt werden müsse. Das Ordnungsamt wird sich die Sache ansehen und will entscheiden, was zu tun ist.

Die Blitzblank-Aktion entwickelt offensichtlich Modellcharakter: Die Geschäftsleute im ersten Abschnitt der Altenessener Straße wollen gemeinsam ein Frühlingsfest ausrichten. Am Bahnhof, einem Ort, der in der öffentlichen Wahrnehmung zuletzt eher negativ besetzt war. Was auch mit dem äußeren Erscheinungsbild zusammenhängen mag. „Da gibt es derzeit nicht einmal einen Mülleimer“, sagt Tanja Rutkowski. „Der wurde von Vandalen weggetreten.“

Nun allerdings wird er von den Essener Entsorgungsbetrieben (EBE) erneuert. „Überhaupt hat sich die EBE sehr kooperativ gezeigt und unsere Reinigungsgruppe nach Kräften unterstützt“, freut sich Marcus Adamski, ein engagierter Altenessener und Ideengeber der Reinigungsaktion. Dass die Wahl der Ladenbesitzer auf den Bahnhof fiel, hat allerdings noch einen anderen Grund: Die Händler sind ein bisschen weit vom Schuss und wollen mit dieser Aktion den Kunden zeigen: „Hallo, wir sind auch noch da.“

Bürokratie bremst Blumenkübel-Projekt

Mit gutem Beispiel vorangehen möchte die IG Altenessen (IGA) und den Stadtteil mit zwölf bepflanzten Blumenkübeln verschönern. Doch der bürokratische Weg dorthin ist lang und steil.

Bereits im Juli hatte IGA-Vorstandsmitglied Hubert Hensel die Pläne in der Bezirksvertretung (BV) V vorgestellt und dafür Anerkennung erhalten. Doch dann geriet das Projekt ins Stocken. Ein solcher Antrag müsse zuerst der Verwaltung, Ressort „Sondernutzung öffentlicher Flächen“, vorgelegt werden. Der eigentliche Antrag verschob sich so auf den 9. September.

Ein Ortstermin mit der Verwaltung folgte, dann legte das Straßenverkehrsamt in vier Fällen ein Veto ein. Drei der Pflanzkübel seien zu dicht an einer Ampelanlage postiert, ein weiterer stehe zu dicht an einer Schule, hieß es in der Begründung. Dies könne unter Umständen zu Sichtbehinderungen führen.

Hensel: „Das Problem hätte man unbürokratisch aus der Welt schaffen können, wenn man die Kübel nur ein paar Meter zur Seite rücken würde.“ Stattdessen soll ein weiterer Ortstermin eine Lösung bringen. Die Prozedur wird dadurch allerdings erneut verzögert.

Michael Heiße



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