Essener Tierschutzverein geht das Geld aus

Schon ziemlich wohnlich sieht die neue Anlage von Pro Vita Animale im Krayer Gewerbegebiet Bonifacius, direkt am Mechtenberg, aus. Doch derzeit herrscht Baustopp.  
Schon ziemlich wohnlich sieht die neue Anlage von Pro Vita Animale im Krayer Gewerbegebiet Bonifacius, direkt am Mechtenberg, aus. Doch derzeit herrscht Baustopp.  
Foto: Pro Vita Animale
Was wir bereits wissen
Der Umzug von Pro Vita Animale von Schönebeck zum Krayer Mechtenberg verläuft nicht nach Plan und ist teurer als gedacht. Nun hofft man auf schnelles grünes Licht für den Wechsel und Spender.

Schönebeck/Kray.. Die Aluminium-Fußböden vor den Zwingern sind schon entfernt, das Bauwagen-Büro sieht ziemlich ausgeräumt aus und auch sonst halten sich die Mitglieder des Tierschutzvereins Pro Vita Animale e.V. auf ihrer alten Fläche ziemlich provisorisch über Wasser. Im September rollen die Bagger an der Heißener Straße 252a an, dann müssen die Tierfreunde und ihre aktuell zehn Hunde auf ihre neue Anlage ins Krayer Gewerbegebiet Bonifacius gezogen sein. Doch ob es soweit kommt? Dem Verein geht finanziell die Luft aus, er ist dringend auf der Suche nach Spendern.

Im September rücken die Bagger an

Denn seit April zahlen die rund 30 Vereins-Mitglieder nämlich schon doppelte Miete, insgesamt knapp 1100 Euro im Monat. „Unsere Rücklagen schwinden mehr und mehr, so langsam schlafe ich nicht mehr besonders gut“, stellt Rita Versinger, Kassenwartin des Vereins fest. Das war so nicht geplant.

Dass die Stadt seit längerem ein kritisches Auge auf die gesamte Fläche an der Eisenbahnbrücke mit u.a. vier Tierschutzvereinen, Kfz-Werkstatt und diversen Tierzüchtern hat, wusste man bei Pro Vita natürlich schon länger. Nicht viele der Nutzer dort haben eine Genehmigung, der größte Teil der Firmen, Vereine und Privatpersonen wird verschwinden (wir berichteten). Nach einiger Suche fand ein Architekt schließlich für Pro Vita Animale die neue Heimat in Kray.

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Vier Container unten, darauf noch einmal zwei Container aufgesetzt mit dazwischen liegender Terrasse, so sollte die neue Heimat aussehen. Hinzu kommen noch verschiedene Bauten wie ein alter Wohnwagen, eine überdachte Sitzecke und Holzzwinger. „Wir waren schon so gut wie fertig“, berichtet der Vereinsvorsitzende Uwe Dilthey. Aber eben nur so gut wie: „Die oberen Container waren zu schwer, der Rest war in Ordnung“, schildert Rita Versinger die Gründe für den städtisch verordneten Baustopp. „Darauf hat uns der Architekt nicht aufmerksam gemacht. Wir hätten auch dann schon auf den Aufbau verzichtet“, ärgert sie sich. Mit einem Schreiben an das städtische Bauamt, auf die obere Etage zu verzichten, war die Sache entgegen der Erwartungen im Verein nicht erledigt. „An diese Nase müssen wir uns selbst fassen“, ist sie selbstkritisch.

Nun arbeitet schon der zweite Architekt an der neuen Auffangstation, am heutigen Mittwoch sollen die ausstehenden u.a. statischen Prüfungen bei der Verwaltung eingereicht werden. „Wir zittern, ob es klappt“, sagt Uwe Dilthey. Allein 10 000 Euro nur „für den Papierkram“ habe man schon ausgegeben. Ein Aufnahmestopp für Hunde gelte derzeit und überhaupt sitze man in Schönebeck nur noch auf gepackten Koffern. Dilthey: „Hoffentlich geht es bald weiter.“