Erstmal oben ohne
24.03.2008 | 18:55 Uhr 2008-03-24T18:55:05+0100Beim Bahnhofsumbau an der Hobeisenbrücke Stationsdach gekappt. Betonsanierungen sind Grundlage für nachfolgende Arbeiten. U 18 rollt und hält ab Montag wieder an Plattform
Frohnhausen/Holsterhausen. Ein Teil des alten Daches ist bereits abgetragen. Die Grundmauern sind eingerüstet und verpackt. Seit Beginn der Osterferien laufen die Sanierungsarbeiten an der U-Bahn-Haltestelle "Hobeisenbrücke" (die STADTTEIL-ZEITUNG berichtete).
Und schon mit dem Ende der schulfreien Zeit am kommenden Montag sollen die Fahrgäste auf der dann wieder freigegebenen Station einen ersten Eindruck gewinnen können, wie der rund 1,8 Millionen Euro teure neue Bahnhof ab Herbst dieses Jahres aussehen könnte. "Dann ist die erste Bauphase abgeschlossen und an den Außenwänden bereits die endgültige Farbgebung zu sehen", erklärt Marc Beste, Evag-Projektleiter. Schwarz-Anthrazit wird der in Richtung Stadtmitte weisende Zugang zu den Gleisen angestrichen sein. "Und im Treppenbereich keinen Regenschutz mehr bieten", bedauert Beste. Aber um mit der notwendigen Sanierung der Betonmauern zu beginnen, kappten Arbeiter im ersten Schritt das Dach.
"Wir müssen die Grundmauern ausbessern, die wegen jahrelanger Korrosion - vor allem durch Schadstoffe des Verkehrs auf der A 40 (Streusalzfraß) - beschädigt wurden", sagt Beste. Dafür klopfen Arbeiter das Mauerwerk auf Hohlstellen ab, reinigen entsprechende Stellen mit Granulatstrahlen, verputzen sie und bringen abschließend ein neues Oberflächenschutzsystem auf. "Die bestehenden Mauern bleiben damit als Grundstruktur für den neuen Bahnhof erhalten", weiß Beste.
Spätstens bis zum kommenden Sonntag müssen diese Arbeiten beendet sein, damit Fahrgäste ab Montag von der Plattform wieder einsteigen und Bahnen auf der Linie U 18 den normalen Zehn-Minuten-Takt fahren können.
Schwierigkeiten bereitet den Arbeitern dabei jedoch die aktuelle Kälte. Zum Aushärten des Betons braucht es eine Temperatur von vier bis fünf Grad Celsius. "Durch die Schutzhülle um das Gerüst erzielen wir einen Unterschied von etwa drei Grad zur Außentemperatur", ist der Evag-Mitarbeiter zuversichtlich.
Das Kernstück des Umbaus werde in den Sommerferien über die Bühne gehen. Dann wird der Bahnhhof erneut - für sechs Wochen - gesperrt. "In dieser Zeit werden wir den kompletten Treppenbereich erneuern, den Schacht für die Aufzuganlage anlegen und das neue Dach bauen", plant der Projektleiter. Auch die Plattform werde sich dann "grundlegend verändern". Ein etwa 15 Meter langer, abgeschlossener Wartebereich soll Fahrgästen Schutz vor Autolärm, Wind und Wetter bieten. Außerdem plant die Evag, die Überdachung des Bahnsteigs um rund 65 Meter zu verlängern. "Das neue Dach soll vom Zugang auf der Brücke bis zum Ende des Bahnsteigs kaskadenförmig nach unten laufen und somit auch den Wasserablauf regeln", erläutert Beste das Vorhaben.
Entgegen des ersten Berichts der STADTTEIL-ZEITUNG wird der westliche Bahnhofzugang nicht abgerissen. "Er bleibt aber nach Abschluss des Umbaus gesperrt", stellt der Projektleiter klar. Dieser Schacht soll in Zukunft Betriebsmitarbeitern vorbehalten bleiben. "Ein Abriss ist zu teuer. Aber den maroden Zustand des Tunnels unter der Brücke wollen wir den Fahrgästen nicht mehr zumuten".
In den Herbstferien stehen, nach Angabe von Beste, dann noch Installationsarbeiten und der abschließende Einbau des Aufzuges an.
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