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Einfühlsame Hilfe bei Mietschulden

22.10.2012 | 18:41 Uhr
Einfühlsame Hilfe bei Mietschulden
Marcel Reinhard, Diplom-Sozialpädagoge und Betriebswirt, arbeitet als Sozialberater und Schuldnerberater für die Deutsche Annington in Essen.Foto: Klaus Micke

Essener Norden . Wenn Mieter finanziell in Schieflage geraten und ihre Miete nicht mehr zahlen können, dann sieht die Realität oft wie folgt aus: Nach der zweiten Mahnung folgt die Kündigung und – wenn nötig – die Räumungsklage. Doch geholfen ist beiden Parteien damit in den seltensten Fällen, denn der Vermieter verliert seinen Kunden und der Mieter seine oft liebgewonnene Wohnung. Um einen Weg aus der Misere zu finden, setzt die Deutsche Annington daher nun auf die Mieterberatung durch Fachleute, die helfen sollen, das Schlimmste zu vermeiden.

Hohe Erfolgsquote

Einer dieser Mieterberater heißt Marcel Reinhard. Der Diplom-Sozialpädagoge und gelernte Betriebswirt gilt als Experte für Krisenintervention und Sozialmanagement. Er arbeitet seit Frühjahr dieses Jahres für das Wohnungsunternehmen – und dies mit beachtlichem Erfolg, konnte er doch in 120 von bislang 260 Fällen eine Kündigung des Mietvertrages abwenden: „Eine Reihe dieser Fälle sind noch in Arbeit. Unsere Erfolgsquote liegt über 50 Prozent.“

Marcel Reinhard wird derzeit vorrangig aktiv, wenn die Sache schon weit fortgeschritten ist, also dann, wenn schon die Kündigung ansteht. „Doch mehr und mehr befasse ich mich auch mit Fällen, wo gerade einmal die zweite Miete aussteht“, wie er sagt. Die Gründe, warum Mieter säumig werden, sind vielfältig. Verlust der Arbeitsstelle oder Kurzarbeit, Scheidungen und Suchtproblematiken. All dies kann zur Zahlungsengpässen führen, besonders dann, wenn mehrere Problematiken zusammenkommen.

Im Gegensatz zur klassischen Schuldnerberatung wird er selbst aktiv und wartet nicht erst darauf, dass sich die Mieter melden. „Die erste Kontaktaufnahme erfordert sehr viel Fingerspitzengefühl“, erklärt Reinhard. „Doch offensichtlich gelingt mir dies sehr gut. Nicht zuletzt, weil ich meinen Klienten nicht mit dem erhobenen, klagenden Zeigefinger komme, sondern an nachhaltigen Lösungen für Mieter und Vermieter interessiert bin.“ Dabei spiele es eine große Rolle, den Schuldner und seine ureigensten Probleme ernst zu nehmen.

Mit großen Einfühlungsvermögen, Unvoreingenommenheit und Akzeptanz ermittelt Reinhard, wofür der Mieter sein Geld ausgibt. Er bringt Ordnung in dessen Einnahmen und Ausgaben, empfiehlt Ansprechpartner in Situationen, wo er selbst nicht helfen kann. Beispielsweise in Krankheitsfällen. In der Quintessenz steht jedoch eines: „Ich appelliere an die Eigenständigkeit des Einzelnen“, erklärt Reinhard. „Denn eine nachhaltige Lösung des Problems kann nur unter Mithilfe des Klienten selbst realisiert werden.“

Zahl junger Mietschuldner nimmt massiv zu

Im Frühjahr dieses Jahres nahm Marcel Reinhard seine Arbeit für die Deutsche Annington auf. In diesem Zeitraum machte er eine massive Zunahme junger Schuldner im Alter von 18 bis 25 Jahren aus. Diese seien durch Werbung und Kredite besonders gefährdet, leichtfertig Verträge zu unterschreiben und so in die Schuldenfalle zu gehen, wie Reinhard sagt.

So vielfältig wie die Gründe für die Schulden sind auch Folgen chronischer Geldknappheit. Depressionen und Schlaflosigkeit sind hier nur zwei Beispiele

Michael Heiße

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Kommentare
24.10.2012
16:03
Einfühlsame Hilfe bei Mietschulden
von muemumin | #1

Da musste ich doch ein bisschen grinsen. Die Deutsche Annington braucht natürlich einen solchen Berater, der sich um Mietschuldner kümmert. Die Mieter dieser Wohnungsgesellschaft sind überdurchschnittlich oft Mietschuldner. Bei dem Wohnungsangebot der D.A. sowohl vom Wohnungszustand her als auch vom Wohnumfeld her sind aber kaine besseren Mieter zu erwarten. Also versucht man mit allen Mittel die Mieter zu halten und die Mieten zu bekommen. Es ist immer noch besser als monatelanger Leerstand und danach evtl. wieder das gleiche Spiel von vorne.
Der Mann wird sein Gehalt schon Wert sein für die Deutsche Annington, oder sollte man statt Gehalt lieber von "Schmerzensgeld" sprechen?.

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