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Altenessener Straße

Eine „blitzblanke“ Aktion

30.10.2012 | 18:05 Uhr
Eine „blitzblanke“ Aktion

Altenessen. Die Altenessener Straße soll schöner werden. Besser gesagt, sauberer. Dafür wollen Bürger und Gewerbetreibende sorgen – mit ihrer gemeinsamen Aktion „Altenessener Straße blitzblank“.

Geboren wurde diese Idee schon vor Monaten. „Bereits im Mai und im Juli dieses Jahres hat es zwei Bürgertreffen gegeben, bei denen die Beteiligten den Wunsch äußerten, das Erscheinungsbild des Stadtteils, insbesondere das der Altenessener Straße, zu verbessern und für eine optische Aufwertung des Quartiers zu sorgen“, erklärt Tanja Ratkowski. Sie arbeitet im Institut für Stadtentwicklung, Sozialraumorientierte Arbeit der Uni Duisburg-Essen und hat als Moderatorin des Stadtteilprojekts Altenessen-Süd/Nordviertel die Regie der Aktion übernommen. Ratkowski: „Es wurden die unterschiedlichsten Ideen entwickelt. Doch schnell wurde klar, dass sich diese nur realisieren lassen, wenn sich möglichst viele engagieren.“

Einer dieser aktiven Bürger heißt Marcus Adamski, der auch die Idee zur „Blitzblank-Aktion“ hatte. Er arbeitet im Lohnsteuerbüro-Verein an der Altenessener Straße, wohnt im Quartier und ärgert sich darüber, dass der Stadtteil so einen schlechten Ruf hat. Deshalb wurde er bereits vor einem Jahr initiativ. „Hinter meiner Arbeitsstelle läuft ein kleiner Weg entlang, der zur Stankeitstraße führt. Da die Stadt dort nur sporadisch nach dem Rechten sehen kann, rief ich Grün und Gruga an, um zu fragen, ob ich so etwas wie die Patenschaft für den Weg übernehmen könnte.“ Die Stadt zeigte sich sehr kooperativ und vereinbarte sogar einen gemeinsamen Ortstermin.

Gelbe Ballons

Am Samstag, 3. November, wollen Marcus Adamski, die Gewerbetreibenden und weitere Helfer von 12 bis 15 Uhr die Altenessener Straße auf Vordermann bringen. Im Bereich vom Bahnhof Altenessen bis zum Stauder-Kreisel werden Laub und Unkraut entfernt, wird Müll entsorgt und gefegt. Adamski: „Wenn jeder einen kleinen Teil beiträgt, dann sind wir hier schon ein ordentliches Stück weiter.“

„Überall, wo Helfer aktiv sind oder aktiv waren, werden gelbe Ballons aufgehängt“, sagt Tanja Ratkowski. „Wir wollen mit Passanten ins Gespräch kommen, weitere Ideen und engagierte Menschen kennenlernen und möglicherweise die nächste Aktion planen.“ Je mehr Luftballons die Strecke markieren, desto deutlicher wird: Die Altenessener setzen sich für ihren Stadtteil ein. Unterstützt werden sie von der EBE, die Müllsäcke zur Verfügung stellt. Im Anschluss treffen sich alle Helfer zum Kaffeetrinken und Erfahrungsaustausch.

Zwölf Pflanzkübel

Die nächste Aktion ist bereits geplant und soll schon in der kommenden Woche umgesetzt werden. Die IG Altenessen wird insgesamt zwölf bepflanzte Blumenkübel entlang der Altenessener Straße aufstellen.

IG-Vorstandsmitglied Hubert Hensel: „Uns geht es bei dieser Aktion um Nachhaltigkeit. Es reicht nicht aus, jedes Jahr nur ein Stadtteilfest zu machen. Man muss stetig an der Verbesserung des Stadtteils arbeiten.“ Ziel ist es, regelmäßig Säuberungsaktionen zu starten. Zudem werden Paten für Baumbeete und Pflanzkübel gesucht.

Hausbesitzer und Mieter

Angedacht sind auch gemeinsame Aktionen von Hausbesitzern und Mietern. Beispielsweise die Gestaltung der Vorgärten und Blumenkübel – wenn möglich, unter einem gemeinsamen Motto. „Denkbar ist auch die Dekoration leerer Ladenlokale“, sagt Ratkowski. Und Hensel dazu: „Es kann nur im Interesse der Eigentümer liegen, wenn sich das Bild Altenessens wandelt.“

Wer an der Säuberungsaktion am Samstag teilnehmen möchte, muss sich allerdings bei Antje Behnsen vom Stadtteilprojekt Altenessen-Süd anmelden unter  85 60 807. Informationen zur Aktion gibt es auch bei Marcus Adamski, E-Mail: marcus.adamski@arcor.de.

Von Michael Heiße


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