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Leseförderung

Ein Kessel Buntes

14.04.2010 | 18:25 Uhr
Ein Kessel Buntes

Dellwig.Äußerlich erscheinen die schlichten weißen Kisten recht unspektakulär. Im Innern offenbart sich aber eine spannende und bunte Fantasiewelt. Die Schüler der Kraienbruchschule staunten nicht schlecht, als Schulleiterin Christel Pfeffer die große Überraschung ankündigte.

Jörg Leibold von der Werdener Buchhandlung „Schmitz Junior“ stattete den Schülern einen Besuch ab und überreichte ihnen vier große „Bücherkoffer“, die nun einen Monat lang für ein besonderes Lesevergnügen sorgen sollen.

Das außergewöhnliche Projekt zur Leseförderung an Essener Grundschulen startete somit in die erste Runde und verspricht eine aufregende Abwechslung zum Schulalltag. „Das Ziel ist es Neugierde und Interesse zu wecken und Lust auf mehr ,Kino im Kopf’ zu machen“, erklärt Jörg Leibold. „Schüler sollen zu einem intensiven Austausch über Bücher, Themen und Geschichten angeregt werden.“

In jedem Koffer befinden sich jeweils 60 verschiedene Kinderbücher für die Klassen 1 bis 4. Die Schüler können sich bestimmte Titel aussuchen und nach dem Unterricht oder in den Pausen bei den Lehrern ausleihen. Nach vier Wochen werden die Koffer an die nächste Schule übergeben. Unterstützt wird die Aktion vom Ravensburger Buchverlag und der Verlagsgruppe Oetinger.

„Wir wollen die Kinder zum Lesen motivieren und sie ein wenig weg führen von den elektronischen Medien“, sagt Leibold. „Außerdem soll auch den Schülern, die zu Hause möglicherweise keine Bücher haben, der Zugriff auf Kinderliteratur ermöglicht werden.“

Ideen für die Lehrer

Das Projekt wird von den Lehrkräften begleitet und im Unterricht thematisiert. Zu diesem Zweck erhält jede Jahrgangsstufe einen weiteren kleinen Koffer, der Ideen und Anregungen für die Lehrer bereit hält. Inwiefern sich die Erwachsenen einbringen, bleibt aber den Schulen überlassen. „Wir haben verschiedene Aktionen geplant“, verrät Christel Pfeffer.

„Es wird beispielsweise Lesestunden geben, in denen nicht nur die Lektüre selbst im Mittelpunkt steht, sondern auch die Besprechung verschiedener literarischer Themen, sowie die Erstellung von Plakaten zur Vertiefung des Erlernten. Kinder bekommen außerdem die Möglichkeit ihre Lieblingsbücher vorzustellen und sich mit anderen auszutauschen.“

Damit die „Leseratten“ auch Spaß an der Aktion haben, wurden die Titel für jede Altersklasse sorgfältig ausgewählt. Im Angebot sind unter anderem Fantasiegeschichten, Romane und Sachbücher. Zur Auswahl stehen Titel wie „Wir entdecken den Wald“, „Prinzessinnengeschichten“ oder das „Tier-ABC“. „Es handelt sich dabei um einen Kessel Buntes“, sagt Jörg Leibold. Wichtig ist, dass wir den Schülern einen Leseansporn und Erfolgserlebnisse bieten. Sie sollen nicht überfordert werden.“ Christel Pfeffer möchte auch auf die Stärken und Schwächen der einzelnen Kinder eingehen. „Es spricht nichts dagegen, dass ein Zweitklässler ein Buch aus der Kiste der Jahrgangsstufe 1 auswählt oder umgekehrt. Hauptsache die Kinder widmen sich gerne dem Lesen.“

Die kleinen Bibliomane sind schon jetzt sichtlich begeistert. Jeweils zwei Vertreter jeder Klasse durften bei der Übergabe einen Blick auf den neuen Lesestoff werfen, bevor sie ihren Mitschülern die Nachricht überbringen konnten.

„Mir gefällt das Projekt sehr gut“, sagt der neunjährige Justin. „Das macht bestimmt viel Spaß. Am liebsten lese ich übrigens Tiergeschichten.“ Die kleine Kaja (8) freut sich ebenfalls über die Aktion. „Ich lese auch zu Hause gerne und freue mich über all die schönen neuen Bücher.“ Besonders beliebt ist vor allem das Thema Mensch und Tier. „Pferdebücher lese ich gerne“, sagt beispielsweise die kleine Anna (7).

Eigenes Lesetagebuch

Damit die Schüler eine persönliche Erinnerung an das Projekt behalten, bekommt jedes Kind ein eigenes Lesetagebuch. Dort können sie ihre Erfahrungen und Gedanken eintragen oder auch eigene Geschichten schreiben. Nach vier Wochen wollen die Schüler der Kraienbruchschule die Bücher an die nächste Station weiterreichen.

„Vielleicht übergeben wir sie persönlich und berichten dabei gleich über unsere Erfahrungen“, meint Schulleiterin Pfeffer. Die Aktion ist schon jetzt ein großer Erfolg. „Neben den zehn ausgewählten Schulen wollten noch viele weitere mitmachen“, erzählt Jörg Leibold. „Sicherlich wird es im nächsten Jahr eine Fortsetzung geben.

Jessica Hellmann

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