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Wohnungswirtschaft

Der Wandel im Hangetal

17.08.2010 | 12:05 Uhr
Der Wandel im Hangetal
Michael Minuth und Annette Giesen arbeiten als Sozialpartner der Anwohner in der Wohnanlage am Hangetal. Foto: Arnold Rennemeyer

Stoppenberg.Eine Wohnung - das ist längst mehr als nur ein Dach über dem Kopf. Nicht umsonst finden sich für das althochdeutsche Wort „wonên“ Synonyme wie „sein“, „bleiben“ und auch „zufrieden sein“. Ende der 90er Jahre waren die Mieter im Hangetal alles andere als zufrieden. Heute gilt die Siedlung in Stoppenberg wieder als lebenswertes Quartier. Großen Anteil daran hat die Allbau AG und ihr ausgeprägtes Sozialmanagement.

Die Siedlung im Hangetal - ein typisches Beispiel für den „sozialen Wohnungsbau“. Sechs Doppelhäuser, von denen sich je zwei ein Treppenhaus teilen und denen exakt die achte Etage fehlt, um den „Hochbau“ nicht „Hochhaus“ nennen zu müssen. Eine in grauem Schiefer erstarrte Wohnkultur der 70er Jahre, dessen Tristesse damals wie heute nur bedingt durch rote, blaue und gelbe Farbtupfen kaschiert wird. Immerhin: Die Siedlung bot und bietet einen gewissen Komfort. Die meisten Wohnungen sind hier 80 bis 90 Quadratmeter groß, verfügten schon damals neben einem Balkon über eine Elektroheizung. Mehr als 700 Menschen finden hier noch immer bezahlbaren Wohnraum, den - dank des Allbau-Engagements - Grünflächen nicht unwesentlich aufwerten.

Doch dies war längst nicht immer so: „Zum Knacks“, wie es Sozialarbeiterin Annette Giesen, nennt, „kam es Mitte der 90er Jahre, als viele Migranten - Türken, aber auch Russlanddeutsche - Wohnungen für ihre vielköpfigen Familien suchten.“ Zu diesem Zeitpunkt zogen kaum mehr Einheimische in die Siedlung. Und die, die schon seit Jahren dort wohnten, drohten mit Auszug, weil sich die neuen „Nachbarn“ wenig um ihr Umfeld scherten. Fast täglich kam es zu Reibereien; mitunter setzte es sogar Prügel. Bildungsschwache Deutsche - zumeist ohne Arbeit - besetzten die Leerstände, verschärften aber das soziale Klima zusätzlich. „Nicht selten schaute die Polizei und sogar das Bundeskriminalamt vorbei, weil Drogen konsumiert und verkauft wurden“, erklärt Michael Minuth, ebenso wie Annette Giesen im Sozialmanagement der Allbau AG tätig.

Ende der 90er Jahre - mit Übergang der Siedlung in die Allbau-Holding - ging man in die Offensive. Einigen besonders „auffälligen“ Mietern wurde gekündigt. Was gar nicht einmal so leicht war, denn die Handhabe gegen die Störenfriede ist begrenzt. „Man muss deren Vergehen vor Gericht durch zahlreiche Zeugenaussagen untermauern können“, erklärt Annette Giessen. „In dieser Zeit haben wir vor allem Präsenz an den Orten gezeigt, wo sich die Härtefälle trafen“, erinnert sich Michael Minuth.

Man initiierte Begegnungen mit den Nachbarn, um den Dialog der verschiedenen Kulturen zu fördern. Neumieter wurden fortan in der Mieterzeitung vorgestellt, um die Identifikation mit der Siedlung zu verbessern. Verbessert wurde jedoch auch das Wohnumfeld. Die Eingänge wurden verschönert; die Hintereingänge barrierefrei gestaltet. Aus Trampelpfaden wurden befestigte Wege. Ein Spielplatz wurde geschaffen und Spielplatzpaten gefunden, um diesen vor Vandalismus und Zerstörung zu bewahren.

Doch wichtiger als all dies war der Dialog mit den Menschen. In Kooperation mit dem Jugendamt schuf man bereits im Jahr 2000 eine spezielle Anlaufstelle. Dort, im Hangetal 87, treffen sich heute regelmäßig türkische Frauen und die Nachbarschaftsinitiative zum Frühstückscafé. Die Mieter können sich dort sozial beraten lassen. Zudem stellt die Allbau AG Räume für eigene Feiern zur Verfügung.

Heute gibt es „Kundenteams“, die sich aus Vermieter, Betreuern (Bestandskunden), Verwalter (Beschwerdestelle), Technikern (Instandsetzung) und Teamleiter (Koordination) rekrutieren, die erfolgreiche Arbeit leisten. Auch die Sozialmanager gehören dazu. Annette Giesen: „Wir achten selbst auf kleinste Veränderungen im Quartier. Kritzeleien und zerbrochene Schieferplatten an der Hauswand können bereits Indikatoren für Notstände sein.“ Die sind seltener geworden - auch wegen des Taschengeldprojekts, mit dem sich Kinder im Alter von 14 bis 18 Jahren etwas hinzu verdienen. Drei Stunden pro Woche und für 90 Euro im Monat sammeln sie Müll in der Siedlung ein und melden Sperrmüll-Kippen. Minuth: „Der Job ist sehr begehrt.“

Michael Heiße

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Kommentare
15.09.2010
11:22
Der Wandel im Hangetal
von allbau | #5

wir als Allbau sind über Kommentare wie von steffi75 betroffen, da wir sehr viel Wert auf eine intakte Nachbarschaft legen. Wir versuchen über unsere zahlreichen Aktionen im Quartier diese zu unterstützen und freuen uns, wenn alle Anliegen mit uns persönlich besprochen werden. Wir stehen gern und regelmäßig zur Verfügung und helfen auch gerne, wo wir können. In dem beschriebenen Fall haben wir nach der Veröffentlichung versucht, auch über andere Bewohner herauszufinden, wer diese 80-jährige ältere Dame sein könnte. Auch auf dem Sommerfest, das am letzten Samstag stattfand, haben wir in Gesprächen - auch mit ältreren BewohnerInnen - auf unsere Hilfsbereitschaft hingewiesen. Auch hier wurde uns immer wieder versichert, dass die Nachbarschaft nicht so anonym sei, wie dies der Kommentar von steffi75 vermuten lässt. Wir können nur immer wieder auf unsere Gesprächsangebote am Dienstag von 09:30-11 Uhr und am Donnerstag von 13:45-14:45 Uhr und von 16:30-17:30 Uhr im Treff hinweisen. Thema Umfeld und Sperrmüll: wir haben schon vor einiger Zeit eine regelmäßige Treppenhausreinigung eingeführt und nehmen auch sonst regelmäßige Begehungen der Häuser vor, so dass Beeinträchtigungen eigentlich auffallen würden. Ausserdem werden 2x in der Woche die Aussenanlagen und Hauseingänge gereinigt. Wir bleiben aber am Ball. Nochmal die Bitte: sprechen Sie uns an - wir haben ein großes Interesse an jeder Mietpartei und ihren Bedürfnissen.

01.09.2010
13:48
Der Wandel im Hangetal
von von Klaus Wallmannaue 01.09.10 | #4

wohne in der wallmannaue ,dieser Sportplatz ist ein sehr sehr lauter Sportplatz weil die Jugendlichen keine rücksicht nehmen an Tagen ob es mittag oder samstag sogar Sonntags wird dort Fussball gespielt.

24.08.2010
11:32
Der Wandel im Hangetal
von Andy_der_Essener | #3

@2 Seh ich auch so.Habe dort auch mal gewohnt und nur Theater gehabt.Und solange ist es auch nicht her das ich da weggezogen bin.Der Artikel ist Schrott.

21.08.2010
18:17
Der Wandel im Hangetal
von steffi75 | #2

Da stellt sich mir die Frage: War der Schreiber schon einmal im Hangetal? Vielleicht sollte man mal die Mieter befragen. Und zwar jene, die schon laaange dort wohnen. Das Hangetal ist noch immer ein Drecksloch. Dem Allbau selbst geht es nur darum, dass die Mieteinnahmen stimmen. ich selber bin dort aufgewachsen und in den 80ern war es hier auch schön. Ehrlich! Es wurde dann aber nichts mehr für`s Umfeld getan.Ich bin noch regelmäßig hier auf Besuch und kann ein Lied davon singen. Wenn meiner über 80-jährigen Oma (die nur noch im Hangetal wohnt, weil ein Umzug zu beschwerlich ist) die Nachbarn bei Tag und Nacht auf den Kopf herumtrampeln, man von diesen Menschen dann gesagt bekommt( auf die Bitte, dass man doch Rücksicht nehmen möchte) sie solle doch gefälligst in ein Altenheim ziehen, unternimmt der Vermieter nichts. Das wäre in anderen Wohngegenden undenkbar. Schon schlimm genug, dass man mit alten Menschen so umspringt und diese so tyrannisiert. Das vermeintlich gebildete Menschen, die etwas dagegen unternehmen könnte dies zulassen ist umso schlimmer. Und das ist kein Einzelfall im Hangetal, nur ein Beispiel. Ich könnte Hunderte solcher Fälle aufzählen. Generell lässt die Nachbarschaft sehr zu wünschen übrig! Da wird mal locker der Müll im Flur entsorgt. Auch Sperrmüll! Der Allbau schaut weg! Lächerlich dieser Artikel! Soll wohl Werbung für`s Hangetal sein, weil keiner mehr hinziehen will. Richtig so! Vielleicht gesteht der Allbau seine Fehler aus der Vergangenheit und der Gegenwart dann mal ein. Diese Lügenmärchen glaubt hoffentlich niemand. Erneuert wird hier übrigens auch nichts! Alles ist schön im 70er-Jahre-Schick gehalten. Gut, heute ist das ja wieder in. Doch, wer will das wirklich? Naja, wollte das mal loswerden, lag mir auf den Herzen, ändert aber eh nichts!

17.08.2010
13:35
Der Wandel im Hangetal
von Tictac | #1

Eins muss man mal deutlich festhalten. Der Allbau macht einen verdammt guten Job in Essen.

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