Der Traum vom Baumhaus Neue Plätze für die Jugend
02.05.2007 | 19:20 Uhr 2007-05-02T19:20:06+0200Jugendliche entwickeln zusammen mit Politik und Verwaltung Pläne für einen Spielplatz.Aus vernachlässigter Fläche an der Märkischen Straße soll ein attraktiver Treffpunk werden.
Leithe. "Wir haben den Platz. Du hast die Ideen!" Nach der intensiven Erneuerungsphase für Kinderspielplätze in den letzten Jahren, sollen nun Treffpunkte für Jugendliche geschaffen werden. Geplant ist die Umgestaltung des Fußballplatzes mit Sandkasten an der Märkischen Straße. Das Gelände liegt leicht abgesenkt an einer Straßenecke im Wohngebiet. Im Grunde ein idealer Treffpunkt für Jugendliche, derzeit aber vernachlässigt und profillos.
Das soll sich ändern. Besonders erwünscht bei der ersten Planungsphase ist die Teilnahme der späteren Benutzer. "Wir wollen nicht über die Köpfe der Jugendlichen hinweg entscheiden. Es bringt nichts, wenn der Platz von Erwachsenen neu gestaltet wird und dann völlig an den Ansprüchen der Jugend vorbei geht", sagt Jörg Sender, Bezirks-Teamleiter vom Jugendamt. Eigene Ideen haben die Pädagogen und Planer zwar bereits vorbereitet. Doch halten sich die Männer der drei Jugendeinrichtungen "Gecko", Julius-Leber-Haus und dem Jugendzentrum "Hüweg" bei der ersten Planungsphase zurück. Zu dieser sind acht Jungen aus der Nachbarschaft gekommen. Sie treffen sich häufig am Fußballplatz, kennen die Probleme mit dem Gelände. "Wir können gar nicht richtig Fußball spielen. Kaum hat es geregnet ist der Platz zu matschig", sagt David (13). Ein ordentlicher Bodenbelag ist somit erster Wunsch.
Alle sind sich einig, dass das Fußballfeld erhalten bleiben soll. Doch die Wiese hat sich bislang nicht bewährt. Sitzplätze fehlen ebenso. Zwar ist die Gesamtfläche durch Gebüsch in Fußballplatz und Sandkasten unterteilt. Doch eine gemeinsame Begehung mit den Jungs zeigt allen Beteiligten, dass Sitzgelegenheiten Mangelware sind. "Darin sind wir alle einig. Es muss einen Bereich für Aktivitäten geben und einen zur Entspannung. Wir hatten an eine Art Steinwall gedacht", erklärt Jörg Sender. "Etwas zum Sitzen, das aber auch ein wenig Aktivität erfordert."
Die Jugendlichen schwärmen dagegen von einem Baumhaus. Die wildesten Phantasien entwickeln sich in der ersten Projektphase am Nachmittag. Eine Idee nach der anderen notieren sie auf der Schreibtafel. Eine Hängebrücke sollte das Baumhaus haben, daneben am besten direkt ein Trampolin. Eine Hütte soll als Unterstand bei schlechtem Wetter dienen. Tische und Bänke sind ebenfalls erwünscht. Jörg Sender denkt derweil an einen Niedrigseilparcours. Doch vorerst folgt die Modellbauphase auf dem Platz. Dabei können die Jungs überprüfen, ob ihre Vorstellungen überhaupt umsetzbar sind. Das Gelände ist gut unterteilt, aber nicht wirklich groß - Zeit für Kompromisse.
Kein Problem, solange der Fußballplatz ordentlich wird. Zuletzt bleibt nur noch die Frage nach dem Namen, denn eine Bezeichnung für die neuen Jugendplätze gibt es bisher nicht. "Spielplätze kennt jeder", sagt Hendrik (11). "Für unseren Treff muss ein Name noch gefunden werden." Lothar Sons von "Grün und Gruga" nimmt am Ende gemeinsam mit Bezirksvorsteher Klaus Stumpe (CDU), Hans Dirk Vogt (CDU) und Ernst Potthoff (Grüne), Kinderbeauftragter des Bezirks, die Vorschläge entgegen. Jens Bosak von der Bewegungswerkstatt Essen ist ebenfalls gespannt auf die Ideen.
"Wir nehmen das Material mit und überprüfen es auf Machbarkeit", erklärt Lothar Sons. "Danach findet ein erneutes Treffen mit den Jugendlichen statt. Die können dann schauen können, ob ihnen die Umsetzung gefällt."
Jürgen Zips-Zimmermann vom Julius-Leber-Haus und Thomas Lange von der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit "Gecko" begrüßen die Planungen. "Jugendliche brauchen Plätze ohne spezielle Aufsicht. Plätze, die ihnen allein gehören", sagt Thomas Lange. Erfahrungen mit Spielplatzpaten zeigen, dass ein Gelände besser erhalten bleibt, wenn die Benutzer sich dafür verantwortlich fühlen. Diese Verantwortung wollen Pädagogen und Politiker gern der Jugend übergeben.
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