Der Kampf für die Notfallpraxen in Essen geht weiter

Im Rathaus in Essen werden zum Erhalt der Notfallpraxis Unterschriften übergeben. Von rechts: Dr. Jörg Schmeck, Fraz Josef Gründges, Susanne Asche, Ursula Hengst, Dr. Martin Zühlke und Manfred Sunderhaus die Unterschriften an Sozialdezernent Peter Renzel.
Im Rathaus in Essen werden zum Erhalt der Notfallpraxis Unterschriften übergeben. Von rechts: Dr. Jörg Schmeck, Fraz Josef Gründges, Susanne Asche, Ursula Hengst, Dr. Martin Zühlke und Manfred Sunderhaus die Unterschriften an Sozialdezernent Peter Renzel.
Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Erhalt der Notfallpraxen in Essen ist noch nicht gesichert. Am Mittwoch übergab der Borbecker Bürger- und Heimatverein über 15.000 Unterschriften.

Essen-Borbeck.. Den ersten Kraftakt meisterte Sozialdezernent Peter Renzel am Mittwochnachmittag souverän. Er nahm 15.475 Unterschriften, abgeheftet in zwei schweren Aktenordnern, aus der Hand von Susanne Asche, der 1. Vorsitzenden des Borbecker Bürger- und Heimatvereins, entgegen. Mit ihren Autogrammen unter dem „Borbecker Entschluss“ drücken die Borbecker und Frintroper ihren Willen zum Erhalt der Notfallpraxis im Philippusstift aus. Dieses Ziel zu erreichen, wird Peter Renzels zweiter Kraftakt. Gemeinsam mit den Ärzten und Obleuten der vier Essener Notfallpraxen unternahm er am Mittwoch den nächsten Schritt.

Mit einer starken Delegation kamen die Borbecker am Mittwoch ins Rathaus. Die Notfallpraxis war mit Dr. Jörg Schmeck (Geschäftsführer), Dr. Martin Zühlke (stv. Vorsitzender) und Mitarbeiterin Ursula Hengst vertreten, Geschäftsführer Manfred Sunderhaus vertrat das Katholische Klinikum und Susanne Asche sowie Franz Josef Gründges den Bürger- und Heimatverein.

Auch in anderen Stadtteilen wird für den Erhalt der Notfallpraxen gekämpft

Der Erfolg der Unterschriftenaktion in diesem Frühjahr macht Susanne Asche natürlich froh: „Ich bin beeindruckt von der großen Zahl. Allerdings habe ich ein deutliches Echo erwartet. Es trifft die Leute im Westen ganz massiv, wenn die Notfallpraxis möglicherweise nicht mehr da ist.“ Die Borbecker seien nämlich sehr sensibel in Bezug auf die medizinische Versorgung: „Weil ihnen in den letzten Jahren viel weggebrochen ist. Da ist die Betroffenheit groß.“

Notfallpraxis Die Borbecker registrieren zufrieden, dass nun auch in anderen Stadtteilen wie z. B. in Rüttenscheid für den Erhalt der Notfallpraxen und besonders der Kindernotfallpraxis aufgerufen wird. Auch dort liegen in den Arztpraxen und an anderen Stellen Unterschriftenlisten mit der Borbecker Erklärung aus.

Unter Moderation der Stadt soll eine Konzeption erarbeiten werden

Denn alle Kräfte in der Kassenärztlichen Vereinigung, die die Veränderung der Essener Notfallpraxen anstreben, sollten den Widerstand spüren, gibt sich Franz Josef Gründges, Geschäftsführer des Borbecker Bürgervereins, kämpferisch: „Wir wollen eine Mauer in Essen, gegen die sie laufen müssen.“

Dezernent Peter Renzel sagt nach seinem Treffen mit den Experten: „Wir haben vereinbart, dass wir unter der Moderation der Stadt Essen gemeinsam an einer Konzeption der Notfallversorgung für Essen arbeiten, die den Bedarf und die lokalen Gegebenheiten berücksichtigt. Mit einer solchen bedarfsgerechten Konzeption wollen wir gemeinsam die Interessen unserer Bürgerinnen und Bürger gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein und der Ärztekammer Nordrhein wirkungsvoll vertreten.“