Das aktuelle Wetter Essen 8°C
Nord West Borbeck

Denkmalschutz des Schlossparks Borbeck gefährdet Kirmes nicht

17.07.2012 | 19:50 Uhr
Denkmalschutz des Schlossparks Borbeck gefährdet Kirmes nicht
Spazierengehen und die Natur genießen im Denkmal: Das soll ab September im Schlosspark Borbeck möglich sein.

Essen-Borbeck. Nachdem das Amt für Denkmalpflege des Landschaftverbands Rheinland (LVR) grünes Licht gegeben hat, rückt der Denkmalschutz für den Schlosspark Borbeck in greifbare Nähe. Veranstaltungen wie die Kirmes oder der Parklauf sollen davon jedoch unberührt und in gewohnter Form weiterlaufen können, verspricht indes Bernd Mengede, Institutsleiter des Kulturzentrums Schloss Borbeck. Nicht zuletzt deshalb sehen die örtlichen Christdemokraten nur Vorteile in dem neuen Status.

Vorteile, die zunächst einmal schlicht monetärer Natur sein dürften. „Wir hätten somit Zugriff auf Fördertöpfe, die uns ansonsten versperrt bleiben“, erläutert Uwe Kutzner, planungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Und der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Kufen ergänzt: „Ohne den Schlosspark wären solcherlei Gelder für Essen gänzlich verloren.“ Denn der Schlosspark sei einmalig in der Stadt. So stellt das LVR-Gutachten die hohe Bedeutung des Schlossparks als Beispiel für die „Gartenkultur des 18. Jahrhunderts“ dar.

Ein Pfund, mit dem nicht nur Borbeck, sondern ganz Essen wuchern sollte, fordert Kufen. Es gelte nun, das gesamte Borbecker Schlossensemble unter touristischen Aspekten zu promoten: „Dies ist ein Beispiel dafür, dass Essen historisch mehr zu bieten hat als nur Industrielandschaften. Hier treffen Feudalismus, Bürgertum – das durch die Bebauung der Fürstenbergstraße repräsentiert wird – und die Krupp’schen Arbeitersiedlungen zusammen“, stellt Mengede heraus. „Das ist eine tolle Chance, wenn man dieses Alleinstellungsmerkmal entsprechend betont.“

Darüber, ob eher dörflich anmutende Veranstaltungen wie das Familien-Schlossparkfestival am übernächsten Wochenende geeignet sind, diesem Anspruch gerecht wird, kann man geteilter Meinung sein. Für Thomas Kufen ist Kirmesrummel und Schlosspark-Atmosphäre kein Widerspruch: „Aachen ist Weltkulturerbe – und auch dort gibt es jedes Jahr einen Weihnachtsmarkt“, so Kufen. Auch Mengede weist auf die „lange Tradition“ solcherlei Jahrmarktveranstaltungen hin. Dennoch lässt die kulturpolitische Sprecherin der CDU, Susanne Asche, durchblicken, dass man sich künftig auch höherklassige Veranstaltungen im Schlosspark wünscht. „Warum sollte nicht die Philharmonie Essen mal im Schlosspark spielen?“, fragt sie. „In New York ist so etwas selbstverständlich.“ Bis zum Central Park muss man nun nicht gerade schauen, um vergleichbare Veranstaltungen zu finden: Bernd Mengede bringt unter dem Stichwort Regionalisierung Kooperationen mit vergleichbaren Ensembles in NRW ins Spiel – etwa mit dem Schloss Benrath in Düsseldorf: In dessen Schlosspark steigt regelmäßig ein klassisches Musikfestival.

Bei all der Euphorie sollte man jedoch beachten: „Der Denkmalschutz bedeutet vor allem Verantwortung“, mahnt Kufen. Nimmt man neue Veranstaltungen ins Visier, so müsse man diese „mit Augenmaß planen“ – an erster Stelle stehe der Erhalt des Parks. Dazu gehöre es, historische Elemente wie die Wasserkaskaden, etwa mit entsprechender Beschilderung, besser hervorzuheben.

Am 20. September will der Ausschuss für Stadtentwicklung und Stadtplanung über die Aufnahme des Borbecker Schlossparks in die Denkmalliste der Stadt Essen endlich entscheiden.

Gordon K. Strahl



Kommentare
22.07.2012
09:19
Denkmalschutz des Schlossparks Borbeck gefährdet Kirmes nicht
von Jogger15 | #2

1. Es gibt einen Kirmes Platz. Der wird nur nicht akzeptiert. Stattdessen vermüllt man lieber den Park und ignoriert den wiederhergestellten Eingang nebst Grünfläche!
2. Bevor man den Schloßpark in Richtung Welt Kultur Erbe hebt, würde ich vorschlagen mal mit Toiletten anzufangen, damit die Besucher und Spaziergänger nicht ständig auf die Büsche ausweichen müssen.
3. Sollte man endlich Hundekot Tüten Ständer aufstellen!
4. Sollte man endlich Geld in die Hand nehmen und den Jugendlichen die jedes Wochenende den Park zu müllen eine Alternative geben.
5. Leute die ständig den Park nutzen wissen das. Und diese sollten auch gefragt werden!

19.07.2012
12:33
Denkmalschutz des Schlossparks Borbeck gefährdet Kirmes nicht
von BorbeckerBefreiungsFront | #1

Hier drohen Leute abzuheben und aus dem Schloßpark ein 2. Neuschwanstein machen zu wollen.
Vom Prinzip ist der Park ein Volkspark mit vielen Funktionen auch für mehrere Generationen.
Wenn wir sehen, was Oberhausen aus seinem Kaiserpark macht, hat der Schloßpark noch viele Möglichkeiten (Gastronomie, Spielplätze, Aktionen).
Ein beschauliches Denkmal, das ältere Herrschaften bestaunen, ist sicherlich nicht genug.

Aus dem Ressort
Streit auf Essener Spielplatz endet mit Messerstich
Messerstecherei
Aus noch ungeklärter Ursache sind zwei 15-Jährige am späten Freitagnachmittag auf einem Spielplatz an der Karnaper Straße in Streit geraten. Einer der Kontrahenten zückte schließlich ein Messer und stach es dem anderen in den Bauch. Der Jugendliche musste im Krankenhaus operiert werden.
Fußball-Stars im Revier haben ihren Friseur in Altenessen
Friseur
Der Altenessener Mustafa Mostafa spielt als Torwart in der B-Kreisliga Fußball, ist aber Profi, wenn es um Haare von Schalkern und RWE-Kickern geht. Nicht nur Julian Draxler oder Sead Kolasinac kommen gerne und regelmäßig in das Haarstudio Sara am Palmbuschweg.
Grundschule Hüttmannstraße setzt ein Lesezeichen
Schulbücherei
Am gestrigen bundesweiten Vorlesetag eröffnete die Grundschule Hüttmannstraße mit einer kleinen Feier ihre Bücherei.
RVR verteidigt Kahlschlag: Es ging nur um „Gefahrenabwehr“
Rheinische Bahn
Die Rodung an der Rheinischen Bahn war am Freitag Thema im Betriebsausschuss des Ruhrverbandes.
Parkhaus-Schranke beschädigt – Polizei sucht Randalierer
Fahndung
Die Ermittler des Kriminalkommissariates 33 der Essener Polizei suchen mit Fotos aus einer Überwachungskamera nach einem Mann. Das Bildmaterial zeigt laut Polizei, wie der Mann eine Schranke in einem Parkhaus in Altenessen-Nord beschädigte.
Umfrage
Die Bezirksregierung hat einen Baustopp für Teile Rüttenscheids, Bredeney und Stadtwald erlassen, weil die Entwässerung dieser Gebiete laut Behörde unzureichend ist. Wie beurteilen Sie die Situation?

Die Bezirksregierung hat einen Baustopp für Teile Rüttenscheids, Bredeney und Stadtwald erlassen, weil die Entwässerung dieser Gebiete laut Behörde unzureichend ist. Wie beurteilen Sie die Situation?

 
Fotos und Videos
So haben Sie Zollverein und Katernberg noch nie gesehen
Bildgalerie
Multikopter-Fotos
Die Wappen der Essener Stadtteile
Bildgalerie
Heimatkunde
100 besondere Orte - 100 Fotos
Bildgalerie
Essen entdecken