Decke des Klassenraums wird wegen Rissen erneuert

Ortstermin, v.l. Wolfgang Wolter-Griegel, Sigrun Düll, Karlheinz Schnare (alle Immobilienwirtschaft) und Martina Kuhnen (Fachbereich Schule) besichtigten den Klassenraum.
Ortstermin, v.l. Wolfgang Wolter-Griegel, Sigrun Düll, Karlheinz Schnare (alle Immobilienwirtschaft) und Martina Kuhnen (Fachbereich Schule) besichtigten den Klassenraum.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Schüler und Lehrer der Schlossschule sind in den Ferien. Handwerker haben das Sagen. Die Decke eines Klassenraums, die Risse aufwies, wird erneuert.

Borbeck..  „Raum gesperrt! Bitte nicht betreten!“ steht handschriftlich auf dem Zettel an der Tür im Erdgeschoss der Schlossschule (Baujahr 1894). Und das nicht erst seit gestern. „Als der Hausmeister uns mitteilte, dass die Decke in dem Raum durchhängt, haben wir ihn sofort leer räumen lassen und geschlossen“, sagt Sigrun Düll, Bauleiterin bei der städtischen Immobilienwirtschaft. Das sei im Februar gewesen. Die Schule sei selbstverständlich über den Sachverhalt informiert worden. Sie habe ja Ersatzraum für die Kinder finden müssen. Die Sanierungsmaßnahme, die laut Karlheinz Schnare (Immobilienwirtschaft) rund 16 000 Euro kosten wird, wurde in die Sommerferien gelegt, um den Schulbetrieb nicht zu stören.

Wenn man heute in den etwa 65 Quadratmeter großen Raum kommt, erinnert nur noch die Wandtafel an ein Klassenzimmer. Keine Tische, keine Stühle. An der Decke sind die blanken Stahlträger und der Boden des darüberliegenden Klassenzimmers zu sehen. Nachdem die durchhängende Decke entdeckt worden war, sahen sich Statiker das Malheur an und stellten Risse im Bimsbeton unter der Decke fest. Dass möglicherweise irgendwann Brocken hinunterfallen können, konnte nicht ausgeschlossen werden. Außerdem war durch die Risse der Brandschutz nicht mehr optimal gewährleistet. Das Urteil der Fachleute: Die Decke muss raus, einen neue rein. Das rief erst einmal Schadstoffexperten auf den Plan. „Das ist der normale Ablauf. Heute läuft nichts mehr ohne eine entsprechende Prüfung zuvor. Ein externer Gutachter hat zahlreiche Untersuchungen vorgenommen, Material- und Staubproben genommen und analysiert. Das dauert seine Zeit“, erklärt Wolfgang Wolter-Griegel beim Ortstermin.

Asbest, wie ein Vater eines Kindes, das auf die Schlossschule geht, bei einem Anruf in unserer Redaktion befürchtet hatte, sei nicht gefunden worden. PCB (Polychlorierte Biphenyle) ebenso nicht. In der Dämmung wurden hingegen künstliche Mineralfasern (KMF) gefunden, in Verdacht stehen, Krebs verursachen zu können. „Die waren bis 1996 erlaubt. Die Fasern werden erst gefährlich, wenn sie aus ihrer Bindung gelöst werden“, betont Wolfgang Wolter-Griegel. Deshalb hätten Handwerker die Decke des Klassenzimmers auch in entsprechender Schutzkleidung abmontiert. Die heutigen Faserstoffe, die bei der Erneuerung der Decke zum Einsatz kommen werden, hätten hingegen keine KMF mehr. Bei einer so genannten Staubsammelprobe sind PAK (Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) im Parkett festgestellt worden, die ebenfalls gesundheitsschädlich sein können. Quelle war der Parkettkleber. „Die Konzentration ist laut Gutachter aber kaum messbar“, sagt Wolter-Griegel. Bauliche Maßnahmen am Parkett seien laut Gutachter daher nicht erforderlich.

Die eigentliche handwerkliche Arbeit, das Anbringen einer neuen Dämmung sowie das einer neuen, modernen Brandschutz- sowie Schallschutzdecke, nehme die geringste Zeit der Sanierung in Anspruch, sagt Sigrun Düll. Der Zettel an der Tür soll spätestens zum neuen Schuljahr wieder verschwunden sein. Und auch die Skizze der Deckenkonstruktion, die sie zur Veranschaulichung auf die Wandtafel gezeichnet hatte.