Dach leuchtet Rot und Grün
30.06.2008 | 19:27 Uhr 2008-06-30T19:27:06+0200Handwerker verpassen der Stadtbahnstation "Hobeisenbrücke" unverwechselbaren Charakter.Runderneuerung erfolgt in mehreren Etappen. Bahnen fahren dort bis zum Ende der Sommerferien haltlos durch
Frohnhausen/Holsterhausen. Mehr Durchblick, Mehr Sicherheit, heller, farbiger und besser erreichbar für Fahrgäste - So präsentiert sich die Station "Hobeisenbrücke" nach ihrem Umbau. Bis Handwerker dieses Ziel erreicht haben, dauert es allerdings noch einige Monate. "Wir gehen das Projekt in mehreren Bauabschnitten an. Zum Jahresende wollen wir auch mit den Feinarbeiten fertig sein", beschreibt Bertram Gröpper, Leiter Ingenieurbauwerke der Essener Verkehrs AG (Evag).
Fahrgäste aus der Nachbarschaft der Station müssen bis zum Ende der Sommerferien auf ihre gewohnte Haltestelle verzichten. "Während wir das Dach erneuern, können unsere Fahrgäste nicht auf dem Bahnsteig warten. Das wäre zu gefährlich", beschreibt Gröpper. Die Bahnen fahren in diesen Wochen eingleisig langsam an der Baustelle vorbei. Fahrgäste müssen bis zur Breslauer Straße laufen oder an der Savignystraße aus- und einsteigen. Außerdem hat eine zweite Gruppe mit Pressluft-hämmern bereits die Treppe zur Plattform weggestemmt. "Der Beton war nach etwas mehr als 30 Betriebsjahren müde", erklärt der Ingenieur.
Seit den Osterferien sehen Fahrgäste die neue Form des Eingangs zur Stadtbahnstation neben der Hobeisenbrücke bereits. Aber das Dach darüber fehlt noch. Nur die grau gestrichenen Betonwände ragen bisher neben dem Brückengehweg in die Höhe. In den nächsten Wochen montieren Handwerker darauf die neuen, farbigen Elemente.
Doch vor dem Neubau kommt der Abbruch. Bis auf das Skelett der Leimbinder haben Handwerker die Teile des alten Daches schnell abgetragen. "Die Teerpappeflächen waren bereits mehrfach geflickt und immer wieder an anderen Stellen undicht", erklärt Bertram Gröpper. Die für die Stadtbahnversuchsstrecke 1976 eingebauten Holzträger seien dagegen noch brauchbar. "Das Holz ist beständiger gegen Umwelteinflüsse als anderes Baumaterial", hat der Fachmann festgestellt. Salzfraß - verursacht von fliegenden Spritzwassertröpfchen auf der Autobahn - schädige den Beton der Seitenbegrenzungen, aber nicht die Traghölzer.
Auf 60 Meter verlängern Handwerker nun das neue Dach, welches dann die komplette Plattform schützt. Deren Bodenbelag aus Kunsststoffgemisch haben Experten letztes Jahr aufgetragen. Glasflächen lassen Tageslicht bis auf den Bahnsteig zu den Fahrgästen durchscheinen. "Dazu bekommt die Station einen Warteraum, in dem unsere Kunden vor Lärm geschützt sind", fügt Gröpper hinzu. Das sei an der Savignystraße und an der Wickenburgstraße bereits Standard. Wie dort bekommt die Station "Hobeisenbrücke" einen Aufzug, damit Gehbehinderte und Mütter mit Kinderwagen leichter ihre Bahn erreichen". Dafür entsteht ein gläserner Turm neben der Treppe zum Bahnsteig.
Freie Sichtachsen und helle Räume prägen das Erscheinungsbild der erneuerten Station. "Damit sich unsere Fahrgäste sicherer fühlen, installieren wir eine Informationssäule mit Notruftaste und Kameras", fügt der Evag-Bauleiter hinzu. "Damit können wir nicht nur auf Wartende aufpassen, wenn sie uns darum bitten, sondern auch Menschen erkennen, die Glas zerkratzen oder Wände besprühen."
1,8 Millionen Euro kostet die lichte Neugestaltung der Station. Zwischendurch mussten Architekten und Ingenieure sogar umplanen: Sie hatten ursprünglich mehr Edelstahl vorgesehen - die Metallpreise "fuhren" ihnen jedoch davon. "Mit der jetzt zu realisierenden Lösung bleiben wir wieder im Kostenrahmen", betont Bertarm Gröpper. Nach Gelb (Savignystraße) und Türkis (Wickenburgbrücke) leuchten demnächst auch Rot und Grün an der Stadtbahnstrecke, "damit Fahrgäste ihre Station schnell erkennen". frh-
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