Christina Heldt wird Pädagogische Geschäftsführerin

Christina Heldt.
Christina Heldt.
Foto: Essen
Der Ev. Kindertagesstättenverband Essen-Nord hat die Stelle einer Pädagogischen Geschäftsführerin geschaffen. Christina Heldt (48) tritt sie an.

Essener Norden..  Mittendrin thront ein großer Computer. Rechts daneben steht ein Telefon mit unzähligen Tasten. Links leuchtet der Bildschirm eines Laptops, daneben liegt ein Handy griffbereit.

So sieht er aus, der Schreibtisch von Christina Heldt, die die neugeschaffene Stelle der Pädagogischen Geschäftsführerin des Evangelischen Kindertagesstättenverbandes Essen-Nord antreten wird. „Wenn möglich, will ich für Verwaltungsarbeit aber nur ein Drittel meiner Zeit aufwenden und mich zwei Drittel meiner Zeit um die Weiterentwicklung im Kindertagesstättenverband kümmern“, sagt die 48-jährige Diplom-Sozialarbeiterin und Diplom-Sozialwissenschaftlerin. Ein Schmunzeln kann sie sich dabei nicht verkneifen. Die gebürtige Wattenscheiderin, selbst Mutter eines 5-jährigen Mädchens und eines 8-jährigen Jungen, will vor allen Dingen vor Ort die Zukunft gestalten.

Der Kirchenkreis Essen ist für Christina Heldt kein Unbekannter. Seit 17 Jahren hat sie hauptamtlich bei der „Aktion Menschenstadt“ im Behindertenreferat gearbeitet. Mit dem Wechsel zum Kita-Verband Essen-Nord, wechselt sie auch den Arbeitgeber, denn der Verband wurde von den Gemeinden Altenessen-Karnap, Borbeck-Vogelheim und Haarzopf gegründet. Zukünftig ist sie für 155 Mitarbeiterinnen in zehn Kitas zuständig. Mitarbeiter sind immer noch die Ausnahme. „Ich hätte gern in jeder Kita ein, zwei Männer.“

Männer in Kita-Berufen ist für sie aber nur ein Nebenaspekt der Zukunftstauglichkeit des Verbandes. „Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder mit Behinderung haben schlechtere Startvoraussetzungen. Diesen Nachteil müssen wir so weit wie möglich ausgleichen“, sagt Christina Heldt. Gerade im Essener Norden ein Thema. „Hier gibt es einen hohen Migrationsanteil und viele Familien mit Armutserfahrungen“, sagt sie. Nicht von ungefähr nehmen sechs der zehn zum Verband gehörenden Kita seit dem vergangenen Jahr an der Landesförderung „Plus Kita“ teil. Hinter dem Begriff versteckt sich, dass das Umfeld der Kinder, besonders die Eltern, stärker mit einbezogen wird und sich aktiv beteiligt. „Wir sind ja keine Erziehungsberatungsstelle, die nur berät“, erklärt Christina Heldt. Für „Plus Kita“ werden sechs halbe Stellen zusätzlich gefördert.

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enn Christina Heldt von der Gestaltung der Zukunft des Verbandes spricht, sagt sie immer „Wir“ statt „Ich“. „Es geht nur im Dialog mit den Erzieherinnen und Kita-Leitungen. Es geht darum, aus praktischer Erfahrung und theoretischem Wissen das Beste für die Kinder zu tun“, betont sie. Und auch die Arbeitsbedingungen (z.B. „kreative Arbeitszeitmodelle“) sind für sie angesichts der steigenden Belastungen der Erzieherinnen ein Thema. Das sei auch eine Frage des Geldes, aber nicht nur. Den Kita-Streik findet sie okay. Es müsse sich etwas tun.

Auf Christina Heldt wird erst einmal eine berufliche Doppel-Belastung zukommen. Die 48-Jährige promoviert zurzeit über die „Umsetzung inklusionspädagogischen Handelns“ in den Kitas. Dafür muss sie wohl noch öfter am Schreibtisch sitzen, als es ihr eigentlich lieb ist.