Bürgerinitiative Bärendelle hat ihren Zweck erfüllt

Die Initiative Bärendelle hat erfolgreich um die Schule gekämpft. Ralf Schubert, Ehefrau Heike und Sohn Sebastian sowie Schwager Volker Lamers sind zufrieden.
Die Initiative Bärendelle hat erfolgreich um die Schule gekämpft. Ralf Schubert, Ehefrau Heike und Sohn Sebastian sowie Schwager Volker Lamers sind zufrieden.
Foto: Hagenbucher
Nach der Zusage, Räume in der Schule nutzen zu dürfen, planen Frohnhausener jetzt Gründung eines Trägervereins.

Essen-Frohnhausen..  Ob es nun ein Sieg war, wie er meint, oder nur ein Etappensieg, wie es andere in der „Bürgerinitiative Bärendelle“ sehen: Ralf Schubert vom Vorstand der Initiative ist sehr zufrieden über die Nachricht, dass nun doch noch ein soziokulturelles Zentrum in Frohnhausen gegründet werden kann. Wie berichtet, wird ihr die Stiftung „Mein Wohnen“ einen Teil des Schulgebäudes mietfrei zur Verfügung stellen.

„Wir sind nicht übergangen worden“

„Wir hatten gedacht, dass das Haus komplett weg wäre“, schildert der 56-Jährige seine Gefühlslage. Seine gesamte Familie – Ehefrau Heike, Sohn Sebastian und auch Schwager Volker Lamers aus Oberhausen – hatten mit über 200 anderen Frohnhausern für den Erhalt der 1914 errichteten, heute knallgelben Schule gestritten. „Wir sind nicht übergangen worden“, stellt er erleichtert fest. Das Angebot sei eine „riesige Chance“, die man nun auch nutzen wolle.

Mit der Zusage hat die Bürgerinitiative ihren Zweck erfüllt und soll deshalb aufgelöst werden. Die Gründung eines Trägervereins, der dann auch Fördergelder beantragen kann, wird auf der nächsten Versammlung besprochen. Sie findet am Montag, 2. März, 19 Uhr, in den Räumen der Essener Kontakte, Frohnhauser Platz 1, statt.

Wie es anschließend konkret weiter geht, erfährt die Initiative dann am 11. März. „An dem Mittwoch sind wir zu einem Gespräch ins Büro von Bezirksbürgermeister Klaus Persch eingeladen“, berichtet Ralf Schubert. Dann erst wird die Initiative z. B. hören, welche Räume sie künftig nutzen darf. „Sicher ist, dass wir 560 Quadratmeter in der Parterre und im Souterrain bekommen.“ An ihrem schon vor zwei Jahren in der St. Apostelkirche vorgestellten Konzept zur Nutzung der Schule werde sich grundsätzlich nichts ändern, außer, dass es auf die geringere Nutzungsfläche und die Nachbarschaft mit über 50 Bewohnern zugeschnitten sein wird. Ralf Schubert: „Bands werden hier natürlich nicht proben können.“

Die Initiative hofft, dass sie die Turnhalle im rechten Erdgeschossflügel erhält. Sie soll dann dem freien Theater „Testh“ zur Nutzung angeboten und vermietet werden.

Weitere Ideen sind u. a. ein Beratungsbüro für das HartzIV-Netzwerk BG45, Bürgerbüro, Café und ein Tauschladen für Bücher und Kleidung. Und weil man schon in einer Schule ist, böten sich auch Nachhilfeunterricht und Sprachkurse an. „Wir haben auf unserer Homepage nach den Wünschen in Frohnhausen gefragt. Über 100 Leute haben den Fragebogen schon ausgefüllt“, berichtet Sebastian Schubert.

An Plänen mangelt es den rührigen Bärendellen-Nachbarn also nicht. Und dass der zweite Jahrestag der Schul-Besetzung und der Räumung gefeiert wird, ist wohl auch keine Frage. Jetzt warten Ralf Schubert und seine Freunde aber erstmal auf den 11. März: „Wir hoffen, dass wir abends schlauer sind.“