Borbecker Parkhaus kommt unter den Hammer

Das ehemalige Karstadt Parkhaus in Borbeck ist total runtergekommen.
Das ehemalige Karstadt Parkhaus in Borbeck ist total runtergekommen.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Seit etwa fünf Jahren steht das Karstadt-Parkhaus in Borbeck leer. Jetzt verlieren die Bezirkspolitiker almählich die Geduld.

Essen-Borbeck..  Seniorenheim, Kindertagesstätte, Ärztehaus, Bürohaus – so viele interessante Nutzungen können sich die Borbecker Politiker an der Wüstenhöfer-/Ecke Borbecker Straße vorstellen. Doch was steht tatsächlich hier seit Jahren mitten in den Innenstadt? Das schäbige, ungenutzte ehemalige Karstadt-Parkhaus. Doch jetzt scheint Bewegung in die Geschichte zu kommen.

Mitte der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde das Parkhaus gemeinsam mit dem Karstadt-Kaufhaus errichtet. Das Ende nahte, als 2009 Hertie diese und weitere Essener Filialen aufgab. Das Kaufhaus wurde abgerissen und 2012 durch das neue „Kaufland“ ersetzt. Was blieb, war das Parkhaus mit seinen 171 Stellplätzen.

Es dauerte nicht lange, da hatten die Borbecker den Anblick satt. „Das ehemalige Karstadt-Parkhaus ist uns ein Dorn im Auge“, stellte Rainer Marschan, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, vor einem Jahr fest. Weil sich die niederländische Eigentümerin nicht kümmere, forderte er die Verwaltung auf, die Situation zu verbessern.

Ohne Erfolg, wie SPD, CDU, Grüne, Linke und EBB in der Bezirksvertretung in einem gemeinsamen Antrag beklagen. Seit Jahren sei das Parkhaus „in einem beklagenswerten Zustand“, doch „zahlreiche Vorstöße der Bezirksvertretung zur Behebung der“ Missstände seien „ohne nennenwerten Erfolg, überwiegend sogar ohne Reaktion der Verwaltung regelrecht verpufft“. Statt die Chance zur Neugestaltung zu nutzen, weiteten sich die Missstände „durch Untätigkeit“ sogar noch aus.

Möglicherweise hatte dieser Antrag bereits Erfolg, bevor er beschlossen wurde. Denn Verwaltungsstellenleiter Michael Quadt überbrachte der im Schloss tagenden Bezirksvertretung am Dienstag die erste gute Nachricht: Das Ordnungsamt hat die Bekämpfung der Rattenplage in Auftrag gegeben, just an dem Tag, an dem die Politiker die Verwaltung offiziell beauftragen wollten, die Probleme rund um das Parkhaus anzugehen.

Und dann hatte Michael Quadt noch eine zweite interessante Nachricht parat: Das Parkhaus geht jetzt in die Zwangsvollstreckung. Wer am Donnerstag, 16. April, 11 Uhr, exakt 1,141 Mio. Euro auf den Tisch des Essener Amtsgerichts legt, kann das Parkhaus quasi gleich mitnehmen. Allerdings handelt es sich bei diesem Versteigerungstermin nur um den ersten Versuch, bei dem es erfahrungsgemäß kein passendes Angebot und damit keinen Zuschlag gibt. Doch wie sagte SPD-Sprecher Ulrich Schulte-Wieschen: „Wir hoffen, dass der Stein jetzt ins Rollen kommt.“