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Baustelle Heßlerstraße bremst Kunden aus

25.10.2012 | 20:05 Uhr
Baustelle Heßlerstraße bremst Kunden aus
Die erneute Sperrung der Heßlerstraße wegen der Arbeiten der Stadtwerke führt zu Umsatzeinbußen der anliegenden Einzelhändler.Foto: Sebastian Konopka

Altenessen. Erst am Montag dieser Woche wurde ein Teil der Heßler-straße wegen Leitungsarbeiten der Stadtwerke gesperrt – und schon herrscht bei den Händlern im Umfeld der wichtigen Ost-West-Verbindung Alarmstimmung: Die Umsätze gehen massiv zurück.

Als Markus Giepen am Dienstagabend Kassensturz machte, ahnte er bereits Böses. Vor vier Jahren übernahm er den Getränkemarkt „Kemper“ an der Heßlerstraße 140. „Da entwickelt man ein Gespür, ob das Geschäft läuft oder nicht“, er sagt. 30 Prozent weniger Umsatz ergab die erste Bilanz. „Wenn ich daran denke, wie lange die Baustelle offen bleiben soll, wird mir ganz mulmig.“

Trinkhalle droht das Aus

Die Situation ist Giepen nicht unbekannt. Als man vor fünf Jahren die Heßlerstraße schon einmal dicht machte, arbeitete er noch als Angestellter im Getränkemarkt. Damals beklagte sein Vorgänger bis zu 40 Prozent Umsatzschwund. Und dies, obwohl die Baustelle nur etwa acht Monate andauerte. Diesmal sollen es rund anderthalb Jahre werden, in denen der Verkehr immer wieder ausgebremst werden soll. Und damit auch Giepens Kundschaft. „Wenn die Leute das Schild sehen, dass es ab Kuhlhoffstraße nicht mehr weitergeht, biegen sie eben ab und fahren zur Konkurrenz“, ärgert sich Giepen.

Ähnlich geht es Feti Inam. In seiner Heimat, der Türkei, hat der 43-Jährige Bergbau studiert. Seit 13 Jahren schon betreibt er an der Heßlerstraße 155 eine Trinkhalle. Ihn trifft die Sperrung der Straße besonders hart: „Beim ersten Mal hat man mir gesagt, ich sei von der Baustelle nicht betroffen. Dennoch gingen meine Umsätze um die Hälfte zurück.“ Damals habe er dies nur deshalb kompensieren können, weil seine Frau als Krankenschwester dazu verdiente. Doch nun sei sie in Erziehungsurlaub. „Ich habe schon ernsthaft darüber nachgedacht, die Trinkhalle für die Dauer der Sperrung zu schließen“, sagt Inam. „Doch wovon sollen ich und meine Familie dann leben?“

Auch in der Bäckerei Skotz, Emscherstraße 153, werden derzeit umsatzmäßig kleinere Brötchen gebacken. „Einige Kunden haben bereits angekündigt, woanders zu kaufen“, klagt Regina Gau, Tochter des Inhabers Friedrich Skotz. Mit Schrecken denkt sie an die erste Straßensperrung zurück: „Damals hatten wir bis zu 30 Prozent weniger Einnahmen. Wenn das wieder so sein sollte, können wir schließen.“ Ein Mitarbeiter wird das Traditionsgeschäft – Skotz ist seit 160 Jahren vor Ort – zum Ende des Jahres verlassen. Eine direkte Konsequenz auf die nun etablierte Baustelle.

Florist Torsten Broschat kann die Ängste der Einzelhändler gut nachvollziehen, auch wenn er als Großhändler weniger unter der Misere leidet. Sein Betrieb liegt an der Musebrinkstraße 10, wo schon seit dem 3. September gearbeitet wird. Einbußen hat Broschat dennoch nicht gehabt, auch deshalb, da „die Baustelle meine Zufahrt noch nicht erreicht hat“. Sollte dies geschehen, könnte es für seine Kunden eng werden, da Stellplätze wegfallen. Was Broschat ärgert: „Die haben mit nur drei Arbeitern begonnen. Das müsste eigentlich auch schneller gehen.“

Von Michael Heiße



Kommentare
01.11.2012
15:58
Baustelle Heßlerstraße bremst Kunden aus
von holger1949 | #1

Da sitzen sie nun, die Damen und Herren in ihren Büros der Stadt Essen und über-legen: was können wir der Allgemeinheit Gutes tun? Wir könnten doch die Versor-gungs- bzw. Entsorgungsleitungen mal erneuern. Fangen wir in der Heßlerstaße damit an. Egal ob die Anwohner massive Einbußen haben. Eine Ortbesichtigung von diesen Mitarbeitern wäre von Nöten gewesen, denn dann sie gesehen, dass eine Umgehung dieser Sperrung vorhanden ist und die Heßlerstraße genutzt werden kann. Ich fahre täglich einen Umweg von ca. 12 Km der nicht sein muss. Wer kommt für den (finan-ziellen) Aufwand auf? Wo soll das hinführen? Und dann werden auch noch die Papier-container entfernt. So einfach ist das.

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