"Als ob alles stirbt": Wie der Segerothpark nach Ela aussieht

Ohne ihren Hund Humphrey würde Manuela Schwarzenbarth keinen Fuß in den verwüsteten Segerothpark setzen. "Als ob hier alles stirbt", findet sie.
Ohne ihren Hund Humphrey würde Manuela Schwarzenbarth keinen Fuß in den verwüsteten Segerothpark setzen. "Als ob hier alles stirbt", findet sie.
Foto: Ulrich von Born
Was wir bereits wissen
Grün und Gruga hat den beim Pfingststurm 2014 verwüsteten Segerothpark aufgeräumt. Im Frühjahr soll es ein Konzept geben, wie der Park wieder neu gestaltet werden kann.

Essen-Nordviertel.. Den Segerothpark an der Bottroper Straße kennt Manuela Schwarzenbarth erst seit wenigen Wochen. In der Nähe betreibt die Düsseldorferin neuerdings einen Waschsalon und führt nur gelegentlich ihren Retriever „Humphry“ aus. „Ohne ihn würde ich hier auch nicht ‘reingehen“, versichert Manuela Schwarzenbarth. „Hier sieht es aus, als ob alles stirbt.“ Oder bereits tot ist: Im westlichen Teil des Parks hat sich Sturm „Ela“ am schlimmsten ausgetobt.

Vor kurzem gehörte der Segerothpark noch zu den „100 besonderen Orten“, von Frank Stenglein in der Serie „Essen entdecken“ gewürdigt: „Nur an wenigen Stellen in Essen dürften ähnlich viele uralte, dabei wunderschöne Bäume beieinanderstehen.“ Heute ist er eher ein „Un-Ort“.

Grün und Gruga hat in den letzten Wochen radikal aufgeräumt, hat die geknickten Bäume zerkleinert, hat das Bruchholz eingesammelt und zu gigantischen Haufen aufgetürmt – eigentlich ideales Futter für das nächste Osterfeuer. Die Furchen im nassen Gras zeigen noch, wie die Raupenbagger das Gelände durchpflügt haben. Jetzt ist der Segerothpark schrecklich aufgeräumt – genau das Gegenteil von der scheinbar undurchdringlichen grünen Pracht der vergangenen Jahrzehnte.

„WAZ pflanzt Bäume“

Damit bietet der Park allerdings auch die Chance, ihn von Grund auf neu zu gestalten. „Im März werden wir einen Architekten beauftragen, ein Konzept zu erarbeiten“, kündigt Andreas Bergknecht, Bereichsleiter bei Grün und Gruga, an. Geld für die Wiederbepflanzung ist vorhanden: Die Aktion „WAZ pflanzt Bäume“ schießt 15.000 Euro dazu.

„WAZ pflanzt Bäume“ In welche Richtung die städtischen Gärtner denken, lässt sich auf der Homepage der Stadt erkennen. Der Stadtgarten, der Volkspark Kray und der Kaiser-Wilhelm-Park in Altenessen werden als erste wieder aufgeforstet. Einzelne Bäume und Baumgruppen geben den Parks bald ein neues Gesicht, die Ränder werden wiederhergestellt sowie Spiel- und Funsportbereiche angelegt. Im Zeichen des Klimawandels mit seinen heftigen Regenfällen denkt Grün und Gruga auch an Teiche, die die Wassermassen auffangen können.

Möglichst unverändert bleiben im Segerothpark die Grabmale. „So lange sie verkehrssicher sind, bleiben sie stehen“, sagt Andreas Bergknecht. Auch an eine Restauration sei nicht gedacht. Lediglich umgefallene Steine könnten beseitigt werden: „Auf Dauer wird nichts herumliegen . . .“