75 Paare sagen in Essen-Schönebeck Ja zum Hochzeitsbäumchen

Paten der Hochzeitsbäume am Brausewindhang in Schönebeck beschneiden am 27.6.2015 die Bäume und haben eine kleine Feier. Foto: Knut Vahlensieck / Funke Foto Services
Paten der Hochzeitsbäume am Brausewindhang in Schönebeck beschneiden am 27.6.2015 die Bäume und haben eine kleine Feier. Foto: Knut Vahlensieck / Funke Foto Services
Foto: Funke Foto Services
In Reih und Glied wachsen die Bäume in dem abgezäunten Areal. An jeder Pflanze hängt eine Plakette mit einer eingravierten Nummer von 1 bis 75.

Essen-Schönebeck..  In Reih und Glied wachsen die Bäume in dem abgezäunten Areal. An jeder Pflanze hängt eine Plakette mit einer eingravierten Nummer von 1 bis 75. Einige der Buchen tragen auch Namensschilder. „Janette und Frank“, „Olga und Dennis“, „Viola und Canan“.

Viola und Canan stehen heute mit der ganzen Familie um die noch kleine Buche. Söhnchen Ben schläft auf Omas Arm, Opa gießt die Pflanze. Wie viele andere Baumpaten sind sie zur Begehung gekommen, um zu prüfen, ob der Baum auch wächst und gedeiht. „Der Baum war ein Geschenk zur Hochzeit von meinen Eltern“, erzählt Viola. „Anfang März haben wir geheiratet, zwei Wochen später den Baum gepflanzt und kurz darauf kam Ben zur Welt – passte alles gut zusammen.“

Heiraten, pflanzen, Kinder kriegen

Für Viola war das Geschenk vor allem von symbolischer Bedeutung. „Der Baum soll uns lange begleiten“, sagt die 33-Jährige und lächelt ihre Partnerin Canan an. „Man weiß ja, dass es in einer Ehe nicht immer nur Sonnenschein gibt. So ein Baum muss gepflegt werden, dann übersteht er auch Stürme – genau wie eine Partnerschaft.“

„Mir war es wichtig, etwas für die Umwelt zu tun“, erzählt Canan. „Und es ist ja auch etwas Besonderes bei uns beiden. Dass wir als zwei Frauen hier einen Hochzeitsbaum haben, der neben den ganzen ‚Normalen‘ steht.“

Dabei sind in dem Abschnitt des Buchenwäldchens nicht nur Ehe-Bäume zu finden. „Eigentlich sollte das hier ein reiner Hochzeitswald werden“, erzählt Klaus Diekmann. „Aber nun stehen hier auch Bäume für goldene und silberne Hochzeiten oder als Erinnerung an Verstorbene.“ Der CDU-Ratsherr hatte die erste Pflanzaktion 2014 begleitet und auch die Bäume aus diesem Jahr gehegt und gepflegt. „Es war so trocken dieses Jahr, ich hatte ganz schön Angst, dass die Bäume eingehen. Aber bisher ist alles gut gegangen.“

Der Schönebecker Gärtner Michael Holtwiesche hatte literweise Wasser angekarrt, die freiwillige Feuerwehr die Bäume mit dem Schlauch bewässert. Und auch für die kommende heiße Woche steht schon ein großer Wassertank am Zaun.

Die 75 Hochzeitsbäume sind aber nur ein kleiner Teil von dem, was Klaus Diekmann bisher in die Erde gesetzt hat. Mit rund 1000 Bäumen hat er schon seinen eigenen kleinen Wald aufgeforstet: Die Idee der Hochzeitsbäume finde ich vor allem für die Kinder schön. Sie sollen sich irgendwann um die Bäume kümmern und sagen: Den habe ich mit meinem Opa gepflanzt.“