Noch kein Platz für die Gegendemo

Ungeachtet der offenen Fragen, ob ein Gericht das Hogesa-Verbot der Polizei wieder aufhebt oder bestätigt, wollen die Organisatoren der Gegendemo ihre Vorbereitungen fortsetzen. „Sollte das Verbot Bestand haben, werden wir aus unserer Veranstaltung eine anti-rassistische Kundgebung machen“, sagte Max Adelmann, Sprecher von „Essen stellt sich quer“.

Während Gabriele Giesecke, Fraktionschefin der Linken im Rat, hofft, „dass dasd Demonstrationsverbot einer rechtlichen Überprüfung standhält“, erfährt das Bündnis einen immer breiteren Zuspruch, die Liste der Unterstützer ist lang: 66 Organisationen und 70 Einzelpersonen haben den Aufruf „Nein zu Hogesa in Essen! Gemeinsam gegen Rassismus und für Vielfalt in Essen“ bislang unterzeichnet – darunter viele bekannte Personen des öffentlichen Lebens: Unterschrieben haben neben vielen anderen Politikern zum Beispiel Volker Beck, Bundestagsabgeordneter der Grünen, NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin, Prof. Dr. Herbert Hollmann von der FOM Hochschule in Essen, Justizminister Thomas Kutschaty oder André Stinka, Generalsekretär der NRW-SPD, um nur einige wenige Namen zu nennen.

Angesichts einer solchen Unterstützung rechnen die Veranstalter der Gegendemo inzwischen mit deutlich mehr als 2.000 Menschen, die am 18. Januar gegen Hass und Gewalt auf die Straße gehen wollen.

Wo die Gegendemo respektive die anti-rassistische Kundgebung stattfinden wird, ist allerdings noch offen. Ein Gespräch der Anmelder mit der Polizei wurde am Mittwochabend ergebnislos vertagt. Man konnte sich auf keinen Standort einigen. Den Willy-Brandt-Platz lehnte die Polizei mit Verweis auf Platzmangel sowie Sicherheitsbedenken ab und schlug ihrerseits den Hirschlandplatz vor, der wiederum den Organisatoren nicht zusagt. Dort sei die Konfrontation mit den Hogesa-Anhängern in Ruf- und Sichtweite nicht möglich, hieß es. Ihrem alternativen Wunsch, auf der Hachestraße auflaufen zu dürfen, wird die Polizei aber wohl auch nicht entsprechen. Dort brauche man freie Bahn für Einsatz- und Rettungsfahrzeuge.

„Wir haben das erst mal so zur Kenntnis genommen“, sagte Max Adelmann: „Wir werden jetzt überlegen, was wir von dem Vorschlag Hirschlandplatz halten.“ Heute will man sich noch einmal mit Behördenvertretern zusammensetzen.

Ob die Hooligans die von ihnen angekündigten 4000 Teilnehmer mobilisieren können, gilt inzwischen übrigens als fraglich. Eine Reihe von Aktivisten sind bei Hogesa ausgestiegen und haben vor wenigen Tagen einen neuen Verein gegründet – der heißt: „Gemeinsam-Stark Deutschland e.V.“.