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Lärmschutz

Niedrigere Lärmgrenzen für Sportplätze geplant

03.03.2016 | 09:30 Uhr
Niedrigere Lärmgrenzen für Sportplätze geplant
Foto: Fabian Strauch / FUNKE Foto Services

Essen.   Der Gesetzgeber will den Umbau und die Nutzung von Sportstätten im Sinne der Vereine erleichtern. Die Essener Sport- und Bäderbetrieben begrüßen das.

Es ist zuweilen eine schwierige Nachbarschaft zwischen Sportlern und Anwohnern. Bei den Essener Sport- und Bäderbetrieben wissen sie das nicht erst, seit eine Anwohnerin der Sportanlage an der Buderusstraße in Essen-Kray vor Gericht geklagt hat, weil die Sportstätte aus- und umgebaut wurde. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen, verhandelt wird in einem Moderationsverfahren. Bei der Stadt gilt der Rechtsstreit trotz des offenen Ausgangs als Präzedenzfall.

Konsequenzen haben die Sport- und Bäderbetriebe bereits gezogen. Um das Prozessrisiko zu minimieren, lässt die Verwaltung ein Lärmschutzgutachten erstellen. Erst wenn die Expertise vorliegt, wird gebaut.

Wie es aussieht, dürfte der Gesetzgeber es dem Bauherrn bald leichter machen. Das Bundesumweltministerium hat einen Entwurf für eine Gesetzesänderung vorgelegt. Dieser sieht eine Entschärfung der bisherigen Lärmgrenzen vor und zwar an Sonntagen und für die Ruhezeiten am Abend zwischen 20 und 22 Uhr. Vorgesehen ist eine Erhöhung des Grenzwertes um fünf Dezibel. Auch für Sportanlagen, die vor 1991 gebaut wurden, so genannte Altanlagen, soll ein um fünf Dezibel höherer Grenzwert toleriert werden, sofern die Platzanlage danach nicht wesentlich verändert wurde. Der Umbau von einem Ascheplatz zu einem Kunstrasenplatz wäre keine wesentliche Veränderung. In reinen Wohngebieten gilt bislang in Ruhezeiten ein Grenzwert von 45 Dezibel. Sollte der Entwurf in einen Gesetzestext münden, wäre dies „im Interesse der Sportler nur positiv zu sehen“, sagt Michael Kurtz, Leiter der Sport- und Bäderbetriebe.

Gerade dort, wo Sportanlagen mit Kunstrasen ausgestattet wurden als Anreiz, damit sich zwei Vereine eine Anlage teilen, registriert die Sportverwaltung, dass Anwohnerbeschwerden zunehmen. Was allerdings nicht an dem Belag liegt, auf dem gespielt wird, sondern an dem Umstand, dass die Vereine größeren Zuspruch erhalten gerade von Jugendlichen. Auch der Essener Sportbund würde es begrüßen, sollte es bald zu einer Gesetzesänderung kommen. „Es könnte den Druck rausnehmen“, ist Geschäftsführer Wolfgang Rohrberg überzeugt. Was betroffene Anwohner von einer Liberalisierung der Lärmschutzvorschriften halten, steht indes auf einem anderen Blatt.

Marcus Schymiczek

Kommentare
03.03.2016
12:43
Niedrigere Lärmgrenzen für Sportplätze geplant
von spacedragon | #5

Und ich hatte tatsächlich unter "niedrigere Lärmgrenzen" verstanden, daß es ruhiger wird. Dummer Fehler, ich sehe es ein. Rücksichtnahme ist ja nicht...
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4 Antworten
Niedrigere Lärmgrenzen für Sportplätze geplant
von totesland | #5-1

wer es ruhig haben will, der muss dort hinziehen, wo der Bebauungsplan keine Sportplätze zulässt. so einfach ist das. der Bebauungsplan regelt die art der baurechtlichen Nutzung in einem bestimmten gebiet. dieser wird vor erlass öffentlich ausgelegt, ergingen keine einwände, dann kann hinterher nicht gejammert werden.
die lärmschutzwerte varrieren je nach der festsetzung ob reines wohn-, allgemeines wohn-, misch- Gewerbegebiet usw.der Vorteil ist die Rechtssicherheit.

Niedrigere Lärmgrenzen für Sportplätze geplant
von archie2 | #5-2

@ totesland:

Sie machen da einen Denkfehler.

Es ist ja kaum einer gegen den Sportplatz an sich, nur gegen den Lärm, der dort entsteht.

Was machen Sie denn, wenn ein bestehender Platz, auf dem der Lärm bisher erträglich war, plötzlich auch mit "Teppichboden" ausgelegt wird, und dort dann doppelte so viele Leute spielen und schreien?


Niedrigere Lärmgrenzen für Sportplätze geplant
von totesland | #5-3

von archie die werte gibt die Rechtsverordnung des bundes vor, wenn diese überschritten werden,
dann darf keine Genehmigung für den bau ergehen.wie das durch prognose gutachten von fachleuten berechnet wird, ist eine andere Sache.der bürger ruft am sonntag, die Polizei an und beschwert sich über den lärm. was wird die machen, ist es üblicher lärm durch den spielbetriebund der zuschauer, sind die hände gebunden. grölen und randalieren jugendlich, dann ist es kein Sportbetrieb, dann wäre es verhaltensbezogener lärm und könnte mit bußgeld geahndet werden.
das beste ist kein sportplatz in wohnungsnähe.

Niedrigere Lärmgrenzen für Sportplätze geplant
von John_Sheppard | #5-4

Große Komentatorenkunst aber ... ?

"Es ist ja kaum einer gegen den Sportplatz an sich, nur gegen den Lärm, der dort entsteht."

Es geht auch nicht gegen DIE Bahnstrecke ohne Züge, oder DIE Autobahn ohne Fahrzeuge, bzw. DEN Flughafen ohne Flugbewegung ....

Die sollten mal Kinderspiel- und Bolzplätzen, bzw. Open-Areas mehr zugestehen. Hier nervt z.B. ein Anwohner rum, wenn Kinder spielen. So etwas ist richtig schlimm, aber auch Fußball hat etwas mit Lärmentwicklung zu tun.

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Niedrigere Lärmgrenzen für Sportplätze geplant
Niedrigere Lärmgrenzen für Sportplätze geplant
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http://www.derwesten.de/staedte/essen/niedrigere-laermgrenzen-fuer-sportplaetze-geplant-id11616690.html
2016-03-03 09:30
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