Nicht nur in der Prinzenrolle ein Paar
23.02.2009 | 19:55 Uhr 2009-02-23T19:55:02+0100KARNEVAL. Als Hans-Jürgen I. und Rosemarie I. geht´s Rosemarie Döß und Hans-Jürgen Bräuer ums Helau und den guten Zweck.
Seit über 14 Jahren sind Hans-Jürgen Bräuer und Rosemarie Döß ein Paar, seit November letzten Jahres sogar ganz offiziell: Als Prinzenpaar der Stadt Essen repräsentieren seine Tollität Hans-Jürgen I. und ihre Lieblichkeit Prinzessin Assindia Rosemarie I. bis zum morgigen Aschermittwoch die Narren zwischen Karnap und Kupferdreh: "Damit ist für uns ein großer Traum in Erfüllung gegangen. Als Frührentner haben wir die Zeit dafür, die Berufstätige wohl nur schwer aufbringen könnten. Bisher haben wir mehr als 140 Veranstaltungen besucht, in Essen und in ganz NRW, doch es folgen noch einige", erzählt der Stadtprinz.
Dem Karneval verfallen
Im wahren Leben engagiert sich der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann als Vorsitzender des "Club Aktiv Rhein-Ruhr", der Alleinstehenden die Möglichkeit gibt, neue Bekanntschaften zu schließen. Dort hat er die gebürtige Breslauerin und gelernte Schneiderin Rosemarie Döß kennen gelernt. 2002 hat es beide zur Karnevalsgesellschaft (KG) "Frohe Narren Altenessen" verschlagen: "Wir waren dem Karneval schon viele Jahre vorher verfallen. Mein Vater hat mich schon als Kind zu Galaabenden mitgenommen", so Bräuer.
Für seine Prinzessin war das jecke Treiben neu: "Ich bin aus Hamburg ins Ruhrgebiet gezogen und habe den Karneval erst hier kennen gelernt. Da wir beide gerne feiern, sind wir dabei geblieben." Wie so manche gekrönten Häupter machen auch Hans-Jürgen I. und Rosemarie I. ein Geheimnis aus ihrem Alter: "Viele Fragen uns, doch wir sagen immer: Wir sind im besten karnevalistischen Alter."
Kein Geheimnis ist hingegen, dass das Prinzenpaar neben närrischem auch soziales Engagement in dieser Session bewiesen hat: "Termine in Altenheimen, bei Kindern und Behinderten waren uns genau so wichtig wie Galasitzungen und der Rosenmontagszug. Die Leute haben sich immer gefreut, wenn wir da waren." Begleitet wurden sie von ihrem Gefolge, zu dem neben Generalhofmarschall Hans Draganski, ein Mitglied des Festkomitee Essener Karneval, die Leibgarde des Prinzen von der "Essener Prinzengarde" und die der Prinzessin von der "Fidelio" gehören. Oft war auch die Tanzgarde der KG "Fidelio" mit dabei: "Ohne unseren Hofmarschall und die Begleitung hätte das alles nicht funktioniert. Sie haben unsere Auftritte geplant und uns unterstützt, wo sie nur konnten", ist sich das Prinzenpaar einig.
Außerdem geht´s um den guten Zweck: "Wir haben für die Jugendfarm in Altenessen gesammelt. Das ist eine Freizeiteinrichtung, in der Kinder und Jugendliche zum verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur angeleitet werden. Ihnen werden dort Fähigkeiten zum Gemeinschaftsleben, Orientierung und Perspektive vermittelt", meint der Stadtprinz.
"Die Verbindung zu Tieren spielt eine ganz große Rolle: Wir waren da und haben uns mit der Leiterin über das pädagogische Konzept unterhalten. Was dort geleistet wird, hat uns sehr beeindruckt", erzählt die Stadtprinzessin und meint weiter: "Es war uns wichtig, eine Einrichtung aus Altenessen zu fördern, da wir hier als Karnevalisten aktiv sind." Für den guten Zweck haben sie über 1000 Euro gesammelt. Doch den Scheck per Post zu schicken kommt für Prinz und Prinzessin nicht in Frage: "Im März gibt´s ein Frühlingsfest, zu dem auch viele ,Frohe Narren´ kommen. Dort wollen wir den Scheck überreichen. Wir hoffen, dass wir damit den Kindern und Jugendlichen eine Freude machen können."
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