Nicht mehr Einbrüche in Kettwig als anderswo

Kettwig..  Die exakten Zahlen werden erst im Frühjahr vorliegen, doch Holger Schepanski, Leiter der Polizeiinspektion Süd, hat sich vorab schon einen Überblick verschafft. Und sein Fazit ist deutlich: „Kettwig ist sicher - in allen Bereichen hat sich die Zahl der Delikte nicht erhöht.“

Die Kriminalitätsentwicklung von 2010 bis zum Stichtag 22. Dezember 2014 hat er sich angeschaut. „Man muss die Entwicklung über mehrere Jahre betrachten und mit anderen Stadtteilen vergleichen.“

Anlass für seine Analyse ist die Gründung einer Bürgerinitiative, die Mitte Dezember an die Öffentlichkeit ging. Seit einer Einbruchsserie zu Beginn der Weihnachtszeit liegen in zahlreichen Kettwiger Geschäften, Cafés und Restaurants Unterschriftenlisten aus - 850 Bürger haben sich mittlerweile eingetragen und fordern „ . . . die ständige Besetzung der Wache an der Hauptstraße und mehr Präsenz nach Einbruch der Dunkelheit . . .“

Eine Erklärung für das „subjektive Unsicherheitsempfinden der Bürger“ hat Schepanski: „Dort, wo vergleichsweise wenig stattfindet, ist das eine Ereignis besonders wichtig. In Brennpunkten stumpft man ab. Gerade in so einem homogenen Stadtteil wie Kettwig wird viel darüber gesprochen und die Empfindungen verstärken sich.“ Die Polizei nehme die Sorgen der Bürger sehr ernst, denn „dieses subjektive Sicherheitsempfinden hat Auswirkungen auf die Zufriedenheit und die Verbindung zum Stadtteil“.

Seit Ende 2003 ist die Kettwiger Wache nicht mehr rund um die Uhr besetzt - präsent sei die Polizei trotzdem. Zwei Bezirksbeamte machen in Kettwig regelmäßig Dienst - „die Kollegen hat bislang noch kein besorgter Bürger angesprochen“, sagt der Inspektionsleiter.

Ralf im Spring ist Leiter der Kradgruppe der Polizeiinspektion Süd und Kettwiger. Er kennt seinen Stadtteil genau und bittet die Bürger um Mithilfe. „Wenn jemand etwas Ungewöhnliches beobachtet, sollte er auf sein Bauchgefühl hören und die 110 wählen - lieber einmal mehr als einmal zu wenig anrufen, denn oftmals ergeben viele Mosaiksteine ein Ganzes.“

Täglich verfolgt die Polizei das Lagebild, das nach Stadtteilen gefiltert vorliegt. „Doch die Täter stellen sich immer wieder auf die Polizeitaktik ein - sie gehen in einen Stadtteil und verschwinden schnell wieder“, sagt Schepanski.

Polizei bietet Beratung an

Polizeisprecher Marco Ueberbach plädiert für eine umfassende Einbruchssicherung, denn „die Täter haben keine Zeit, alles muss schnell gehen. Man kann es ihnen richtig schön schwer machen.“ Eine umfassende Beratung biete die Polizei kostenlos an - „die Kollegen kommen zu jedem Bürger, der Bedarf hat, nach Hause.“

Burghard Settner ist einer der Initiatoren der Kettwiger Unterschriftenaktion: „Es sollen sich keine Beamten 24 Stunden am Schreibtisch aufhalten, sondern Präsenz im Stadtgebiet zeigen – so wie es seit unserer Aktion zu beobachten ist – und schneller erreichbar sein. Die Kommunikation und auch Diskussionen unter den Bürgern, gerade zu diesem Thema, haben zugenommen. Wie Statistiken zu bewerten sind, braucht nicht weiter erläutert zu werden.“