Neun betrunkene Radler verunglückt

Die Diskussion um den Alkohol-Grenzwert für Radfahrer wird schon seit Jahren geführt. Vor allem auch deshalb, weil landauf, landab immer mehr Radler unterwegs sind und in Städten wie Münster, wo der Biker-Anteil besonders hoch ist, sich mehr alkoholbedingte Fahrrad-Unfälle ereignen. In Essen wurden dagegen 2013 nur neun solcher Unfälle registriert.

Und trotzdem: Die jetzige Grenze von 1,6 Promille für Radfahrer ist eindeutig zu hoch.“ Das sagt Jörg Brinkmann, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) in Essen. Insofern begrüßt er die gestrige Empfehlung des Verkehrsgerichtstages in Goslar, den Promillewert für Biker herabzusetzen.

„Ich persönlich tue mich aber schwer damit, welche Grenze genau festgelegt werden sollte“, erklärt Brinkmann der NRZ. Auch gebe es bisher keine zuverlässigen Studien darüber, ab wie viel Promille Radfahrer tatsächlich „fahruntüchtig“ sind. Was ihm auch nicht gefällt: „Dass Radfahren als Alibi benutzt wird, damit man sich an eine bestimmte Grenze herantrinken kann, halte ich für eine falsche Denkweise.“

Den Radlern müsse bewusst werden, dass sie sich im Rausch vor allem selbst gefährden. „Alleinunfälle angetrunkener Radfahrer sind ein großes Problem“, so Brinkmann. Jeder müsse sein Risiko verantwortungsvoll selbst einschätzen.

Sein Tipp: Wer das Fahrrad benutzen will, sollte möglichst auf Alkohol verzichten. Damit radelt man immer gut.