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Neumieter müssen die Regelung wohl akzeptieren.

Annington zwingt tausenden Mietern Kabelverträge auf
Die Annington will die Essener Mieter ab Februar 2013 verpflichten, zum Kabelangebot der Telekom zu wechseln. Foto: ThinkStock

In Essen hat die Annington die ersten Mieter über die Änderung informiert, die weiteren werden je nach Ausbau folgen. Die Mietervereine raten den „Altmietern“, die das nicht wollen, Widerspruch einzulegen. Neumieter dagegen müssen die Regelung wohl akzeptieren.

Die Annington selbst verteidigt das Vorgehen: „Wir machen den Mietern ein günstiges Angebot und wollen uns für die Zukunft aufstellen“, so Sprecherin Katja Weisker.

Die neue Kabelversorgung hat aber besonders für die Annington-Mieter weitreichende Folgen, die einen Vertrag mit Unity Media haben. Weil die Annington die Verträge gekündigt hat, kann Unity Media die Haushalte nicht mehr versorgen - weder mit TV noch mit Telefon und Internet. „Wir müssen die Verträge mit unseren Kunden kündigen“, sagte ein Unity-Media-Sprecher. Bislang haben die betroffenen Haushalte von Unity Media allerdings nichts gehört. Der Sprecher versicherte jedoch, dass das jetzt zeitnah passieren soll.

Fast Dreiviertel der Annington-Mieter habe einen Vertrag mit Unity Media. Sie müssen sich bei Telefon und Internet einen neuen Anbieter suchen. Vor allem für die, die das Gesamtpaket von Unity Media nutzten, könnte es unterm Strich teurer werden.

Janet Lindgens

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Kommentare
15.11.2012
08:35
Ein Blick in die Geschichte (Teil 1)
von nike8 | #31

Um die ganze Diskussion heute richtig einordnen zu können, müssen wir wohl oder übel einen Blick in die Geschichte werfen: Bis Anfang der neunziger Jahre war die Welt noch in Ordnung. Alle Mieter schauten über die Dachantenne und das dann über die hausinternen Antennenkabel verteilte analoge Signal gutes altes Antennenfernsehen. So konnte man ARD, ZDF und WDR genießen. SAT1 erschien – je mach Lage – leicht verschneit, RTL etwas heftiger und VOX nach Wetterlage.

Dann – Mitte der 90-er Jahre - klingelte der nette Vertreter des Kabelfernsehens an und erzählte von der schönen neuen Programmvielfalt: Viele Sender in bester Qualität sollten die Mieter beglücken. Im Vergleich zum bescheidenen Umfang des analogen TV erschienen die ca. 20 DM auch nicht überteuert. Wer aber zu diesem Zeitpunkt beharrlich weiter über die Dachantenne das gewohnte Programm nutzen wollte, konnte dieses weiter ohne Mehrkosten tun.

Was hatte sich denn nun geändert?

15.11.2012
08:33
Ein Blick in die Geschichte (Teil 2)
von nike8 | #30

Das Entscheidende bei dem neuen Kabelfernesehen war der Vertragspartner: Hatte zuvor der Vermieter das analoge TV-Signal zur Verfügung gestellt und die Kosten hierfür über die Betriebskosten abgerechnet, so hatte der Kabelnutzer nun einen neuen, eigenständigen Vertragspartner – den Kabelanbieter. Dieser hatte im Vertrauen auf sein konkurrenzloses (!) Angebot in die Kabelanschlüsse investiert und erhoffte sich nun Monat für Monat den Geldrückfluss in Form der monatlichen Gebühr.

Ein bombensicheres Geschäft? Denkste!

2005 kam mit DVB-T-Fernsehen die entscheidende Änderung: Plötzlich konnte man über die Dachantenne in guter – wenn auch nicht überall bester – Qualität so viele Programme kostenfrei empfangen, dass sich für viele der kostenpflichtige Mehrnutzen des Kabelfernsehens nicht mehr logisch erschloss.

Jetzt klingelten beim Kabelanbieter die Alarmglocken! Würden sich zahlreiche Mieter nun vom Kabelfernsehen ab- und dem DVB-T-Fernsehen zuwenden?

15.11.2012
08:32
Ein Blick in die Geschichte (Teil 3)
von nike8 | #29

Die gesamte Kabelinvestition drohte nachträglich zu einem riesigen Fiasko zu werden. In einem ersten Schritt half der Vermieter: Mit einer kleinen Änderung in neuen Mietverträgen wurden Einzugswillige zum Abschluss eines separaten Kabel-TV-Vertrages verpflichtet – ob sie nun auch mit einer Zimmerantenne DVB-T empfangen konnten und wollten oder nicht. Ohne Kabel gab es keinen Mietvertrag – basta.

In einem zweiten schritt verweigerte man den „Altfällen“ – also den Nutzern der Dachantenne – die Umstellung dieser Antenne auf das digitale Signal. Freundlich aber bestimmt wies der Vermieter auf die Möglichkeit des Kabelfernesehens hin. es schein nur eine Frage der Zeit, bis 100 Prozent aller Mieter am Kabel angeschlossen sein würden.

Zu dieser Zeit erwachte mein Kampfgeist und ich versorgte mich übergangsweise erst einmal mit einer Zimmerantenne. Keine optimale Lösung in meinem Empfangsgebiet, aber für die Übergangszeit ging es.

15.11.2012
08:32
Ein Blick in die Geschichte (Teil 4)
von nike8 | #28

Gleichzeitig begann ein jahrelanger Briefe-(bzw. Mail-)Marathon mit meiner Wohnungsgesellschaft (nicht: Annington). Am Ende – nach Androhung einer zivilrechtlichen Klage – knickte die Gesellschaft ein. Nichts fürchtete man dort so sehr, wie ein öffentliches Urteil zu meinen Gunsten. Äußerst verschnupft montierte der Kabelanbieter auf meinem Hausdach die neue DVB-T-Antenne und stellte mir als einzigem dieses Signal zur Verfügung. Seither genieße ich das Signal vom Dortmunder „Florian“ in sehr guter Qualität – ganz ohne Kosten!

Ich prophezeie einmal, dass hier wohl erst ein Musterprozess bis zum BGH geführt werden muss (Stichwort: Koppelgeschäft). Allerdings: Zur Vermeidung einer höchstrichterlichen Entscheidung werden viele Kabelanbieter wohl eher individuelle Vergleiche akzeptieren.

Auch in meinem Fall hat ja schließlich der Kabelanbieter – ohne rechtliche Wirkung für andere – meinen Anspruch auf Versorgung mit digitalem Antennen-TV erfüllt.

21.10.2012
07:32
Annington zwingt tausenden Mietern Kabelverträge auf
von tribalmd | #27

Achtung auch bei den Heizkostenabrechnungen 2011 von der Deutschen Annington.

Bei mir z.B. wurde bei den Heizkostenverteiler einfach die Alt-Werte auf 0 gesetzt.Somit hat der ehemalige Vermieter über das doppelte an Heizkosten berechnet.

Kleiner Tip:
Die alten Zählerstände (Ablesung alt) können sie aus der Heizkostenabrechnung 2010 entnehmen und vergleichen.
Falls sie auch das Problem Haben dann wehren sie sich dagegen.

06.10.2012
12:50
Annington zwingt tausenden Mietern Kabelverträge auf
von Mikki66 | #26

Ich habe heute Post mit einer Zustimmungserkärung von der Annington bekommen. Ich muß das TV-Angebot nicht nehmen.
Mal sehen wie ich das zu meinem Vorteil nutzen kann.

Ich will ja nur Internet und Telefon von UM behalten. Kabel-TV würde ich ja von denen nehmen.

Technisch wäre es ja möglich deren TV-Angebot zu nutzen und Internet und Telefon weiter von UM.

30.09.2012
16:13
Annington zwingt tausenden Mietern Kabelverträge auf
von joergel | #25

Kabelangebot der Telekom?
Kabelverträge mit der Telekom?
Kabel-TV über die Telekom?

Das ist mir neu, dass die Telekom über Kabel TV anbietet. So finde ich bei der Telekom auch nur Angebote über Analog, ISDN, Glasfaser, IP-Basiert oder Satellit. Alles über die Telefondose, bei Satellit zusätzlich. Von einem Kabelangebot ist nirgendwo die Rede.

Kennt da vielleicht jemand den Unterschied zwischen Kabelfernsehen und Fernsehen über die Telefonleitung nicht?

5 Antworten
Annington zwingt tausenden Mietern Kabelverträge auf
von bluppdidupp | #25-1

Umgesetzt wird das scheinbar über die "Deutsche Multimedia Services GmbH".
Senderlisten für Analog+Digital sind auf deren Website zu finden. Die Öffis und die Privaten werden scheinbar weder in SD noch in HD verschlüsselt, man kann sich also Smartcards sparen.
Wenn ich das richtig verstehe, übernehmen die die bestehende Hausverkabelung. Unitymedia-Leistungen können dann nicht mehr genutzt werden.

Auf deren Website beworben werden Internet/Telefonie Anschlüsse von der Telekom und congstar (die "Billig"-Marke der Telekom). Die große Frage ist da nun: Wird im gleichen Zuge die "letzte Meile" ausgebaut (ggf. gar mit Glasfaser) oder werden ehemalige unitymedia Internet/Telefoniekunden ggf. nachher mehr zahlen und gleichzeitig weniger Leistung bekommen?

Annington zwingt tausenden Mietern Kabelverträge auf
von joergel | #25-2

Also bekommen die Mieter demnächst über Kabel nur noch das Fernsehsignal von einer Tochtergesellschaft ihrers Vermieters. Telefon und Internet muß über die Telefonleitung realisiert werden. Dazu können sie auf die Telekom oder Congstar zurückgreifen - oder auch auf alternative Anbieter, aber dann ohne Sonderkonditionen.

Reichlich unpraktisch für die meisten Mieter und ein echter Rückschritt. Konnte Unitymedia ihnen Internet mit 50 oder gar 100 Mbit/s Downstream liefern, müssen sie nun um annähernd Gleichwertiges zu erhalten auf den Ausbau warten, aber schon jetzt für weniger Leistung mehr bezahlen.

Alles nur damit die Annington mehr an ihnen verdient. Da kann ich schon verstehen, das viele Mieter damit nicht einverstanden sind...

Annington zwingt tausenden Mietern Kabelverträge auf
von Mikki66 | #25-3

Die Telekom nicht, aber Congstar bietet ab den 01.02.2013 Internet und Telefon für Annington-Mieter über Kabel an.Nur ist das Angebot nicht so gut wie von UM. Es gibt nur ein Angebot mit 32.000er Anschluß für 29,99 Euro. Das UM-Angebot ist vielfältiger und Günstiger.

Annington zwingt tausenden Mietern Kabelverträge auf
von Mikki66 | #25-4

Für die, die sowiso Kabel-TV nutzen und auch weiter nutzen wollen wird es günstiger UM 16,90 Euro und Deutsche Multimedia GmbH 9,99 Euro, darin werden wohl sogar die Privaten in HD unverschlüsselt dabei sein.

Für die, die allerdings über DVB-T empfangen oder garkeinen TV haben, ist das natürlich übel und dagegen muß auf alle Fälle vorgegangen werden.

Annington zwingt tausenden Mietern Kabelverträge auf
von bluppdidupp | #25-5

@Mikki66: 16,90 sind fast die regulären Grundgebühren für einen Einzelnutzervertrag bei UM.
In einem Mehrparteienhaus sollten die Grundgebühren eigentlich unter 16,90 liegen - Sofern der Vermieter einen Mehrnutzervertrag mit UM hat.
Google "Preisliste_Kabelanschluss.pdf" liefert die UM Preisliste, unter 4.1 und 4.2 findet man die für Mehrparteienhäuser relevanten Preise.
Ich zahle hier über die Miete keine 8 Euro für einen von mir nicht-genutzten UM-Kabelanschluss (bin kein Mieter bei "Deutsche Annington")

30.09.2012
14:09
Annington zwingt tausenden Mietern Kabelverträge auf
von silverstone | #24

Ja klar,selbst als Eigentümer soll es solche Zustände geben.
Selbst andere Vermieter drücken solche Veträge durch.
Alles normal geworden in unserem verkommenden Deutschland!

30.09.2012
11:35
Annington zwingt tausenden Mietern Kabelverträge auf
von Dieselpumpe | #23

Ausziehen aus den Annigtonbuden.....................
..............und leerstehen lassen.

29.09.2012
19:25
Annington zwingt tausenden Mietern Kabelverträge auf
von gambler1 | #22

Ist das überhaupt generell legal, das da irgend jemand sagen kann: du MUSST jetzt da und dort ein Produkt kaufen?

Ich habe da so meine Zweifel, das dieses rechtmäßig ist!
Wäre interessant, was ein Rechtsanwalt dazu sagt!

1 Antwort
Annington zwingt tausenden Mietern Kabelverträge auf
von joergel | #22-1

Jede Wohnungsgesellschaft muß den Mietern den ortsüblichen Empfang ermöglichen. Das machen die in der Regel, in dem entweder eigene Antennenanlagen gebaut wurden oder Verträge mit Anbietern geschlossen werden, die dies übernehmen.

Die Kosten dafür können auf die Miete umgelegt werden. Das ist völlig normal und steht in jedem Mietvertrag der großen Gesellschaften. Um das zu lesen muß man kein Rechtsanwalt sein.

Die Frage ist nur, ob bestehende und zuvor vom Vermieter genehmigte Verträge während eines laufenden Mitvertrages ohne Einwilligung des Mieters einfach aufgehoben werden dürfen.

Denn für einen Kabelanschluß brauchte der Mieter die Genehmigung des Vermieters. Da kommt es darauf an, wie diese Genehmigung formuliert ist. Ob dort Einschränkungen vorhanden sind oder ob diese unbefristet gilt.

Oder ob dies einfach nur geduldet wurde und gar keine schriftliche Genehmigung vorliegt. Dann hat der Mieter schlechte Karten...

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