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Neues Studentenwohnheim im Essener Nordviertel eröffnet

06.09.2012 | 10:00 Uhr
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Neues Studentenwohnheim im Essener Nordviertel eröffnet
Gehört zu den ersten Mietern: Benjamin Havle, Student der Wirtschaftsinformatik.

Essen.  Die Hochschulen stehen im kommenden Jahr vor einer Studenten-Schwemme: Der doppelte Abi-Jahrgang kündigt sich an, Wohnheimplätze sind bereits jetzt knapp. In Essen wurden jetzt ein frühere Mietshaus für Studentenwohnungen umgebaut. Ein Projekt, das Modellcharakter haben sollte.

Vielleicht ist dies die Lösung für die vielen Problem-Quartiere in Essen. Der doppelte Abi-Jahrgang naht, die Uni platzt schon jetzt aus allen Nähten, und der erwartbare Andrang von Studenten stellt viele Beteiligte vor neue Herausforderungen. Auch die Wohnungswirtschaft.

Vielleicht ist dies die Lösung: Das Studentenwerk sollte einfach mehr leere Häuser bekommen, um Wohnheime daraus zu machen.

Was jetzt an der Freistattstraße entstanden ist, die im Segerothviertel liegt, gleich in Uni-Nähe und nicht weit entfernt von der Bottroper Straße, das kann sich wirklich sehen lassen: Zwischen bescheidenen Mietshäusern aus den fünfziger Jahren steht ein echtes Schmuckstück, fünf Geschosse, Baujahr 1961. Es sieht aus, als wäre es eben erst hingesetzt worden.

Alles, nur keine Badewanne

Da kann man mal sehen, wie schön auch schlichte Nachkriegs-Architektur sein kann, wenn man sie nur entsprechend gestaltet: Für rund drei Millionen Euro hat das Studentenwerk Essen-Duisburg das Wohnhaus, das gut zehn Jahre lang leer stand, in ein Wohnheim umgebaut. Ende August sind die ersten Studenten eingezogen, es gibt 35 Wohnungen mit jeweils zwei Zimmern, also Platz für 70 Studenten. Ein paar freie Zimmer (17 bis 21 qm) gibt es noch – wer Interesse hat, muss sich beeilen (8201025).

„Ich komm’ aus Duisburg, aber hier am Campus Essen werde ich studieren, auf Fahrerei hatte ich keine Lust“: Benjamin Havle (19) ist soeben eingezogen. Im Oktober beginnt er sein Wirtschaftsinformatik-Studium. Mit einem einzigen Ikea-Einkauf – Teppich, Lampe, Beistell-Tische, farbenfrohe Bettwäsche – hat er sein neues Zimmer ansprechend gestaltet. Alles andere war ja schon drin.

„Die Zimmer sind voll ausgestattet, es gibt Bett, Schreibtisch, Stuhl, Kleiderschrank“, sagt Petra Karst, Sprecherin des Studentenwerks. In jeder Zweier-WG gibt es eine voll ausgestatte Küche inklusive Mikrowelle, und es gibt ein Badezimmer, das optisch dem Standard zeitgemäßer Einfamilienhäuser entspricht: Modische Mosaikfliesen in Grün, eingebaute Halogen-Scheinwerfer, großformatige, weiße Fliesen an der Wand, dunkelgrauer Steinfußboden. Nur eine Badewanne gibt’s nicht, aber die ist wohl auch verzichtbar.

Studentenwerk wird immer mehr Wohnungs-Anbieter

Das Studentenwerk Essen-Duisburg, das auch die Uni-Mensen betreibt, wächst damit immer mehr zu einem großen Wohnungs-Anbieter in Essen heran: Insgesamt verwalte man mittlerweile 2500 Wohnungen in Duisburg, Essen und Mülheim, berichtet Petra Karst.

Das Studentenwerk tut das nicht aus Nächstenliebe. „Neue Wohnheime zu schaffen, ist eine strategisch wichtige Angelegenheit für uns“, erklärt Karst. Das liege am doppelten Abi-Jahrgang und an den grundsätzlich erwartbaren Steigerungen bei den Studentenzahlen der nächsten Jahre. In Essen betreibt das Studentenwerk außerdem Wohnheime an der Sommerburgstraße (Margarethenhöhe), der Veledastraße (Borbeck), der Meistersingerstraße (Kray), Auf der Union (Nordviertel), am Niehusmannskamp (Altenessen) und an der Eckenbergstraße (Kray). Letztes wird derzeit komplett saniert und öffnet erst nächstes Jahr wieder.

An der Freistattstraße kostet ein Zimmer in einer Zweier-WG 310 Euro im Monat. „Da ist alles drin“, garantiert Petra Karst: Kosten für Strom, heißes Wasser, Heizung, auch Internet-Anschluss. „Wir erheben auch keine Nachforderungen, falls jemand mehr verbraucht.“ Das neue Wohnheim wird mit Fernwärme geheizt. Alles ist neu gemacht worden – früher wurde hier mit Kohle-Öfen geheizt. Wer einen Mietvertrag abschließt, kann längstens drei Jahre bleiben. Einziehen kann man, wenn man an der Uni Duisburg-Essen eingeschrieben ist. Auch Studenten anderer Hochschulen können hier wohnen, zahlen aber einen zusätzlichen Gast-Beitrag.

Weiterer Zuwachs bei den Wohnheimen ist geplant: An der Tiegelstraße, ebenfalls im Nordviertel gleich in Campus-Nähe, baut das Studentenwerk ein weiteres altes Haus um. Zum Wintersemester 2013 soll es fertig sein – dann, wenn der doppelte Abi-Jahrgang den Campus stürmt. Info: www.studentenwerk.essen-duisburg.de

Martin Spletter

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