Neues Phänomen: Kir-che verliert Mitglieder

Aus der WAZ vom 5. Juli 1985:.  Was die Kirchen heute zunehmend unter Druck setzt, ist schon vor 30 Jahren ein Thema: Immer mehr Menschen treten aus. Das Amtsgericht registrierte für das Jahr 1984 genau 2276 Austritte, 439 mehr als im Vorjahr. Die Bürger geben stets die Kirchensteuer als finanzielle Belastung an, „doch dahinter stecken meist andrere Gründe“, berichten die Pfarrer im WAZ-Bericht.

Nicht wenigen sind die Kirchen entweder zu fortschrittlich oder zu konservativ – auch „politisches Gebaren“ unterstellt ihnen mancher Bürger; ein Mann erklärt im Bericht, grundsätzlich „Massenreligionen“ abzulehnen.

Gefährdet bzw. am ehesten bereit, auszutreten, sind die Menschen, die nie Kontakt aufnehmen zu ihrer Heimatgemeinde. Doch so viele Austrittswillige auch im Bericht zu Wort kommen – es gibt und gab jene, die den Kirchen treu bleiben. Entweder, weil sie in kirchlicher Tradition aufgewachsen sind, oder weil sie, wie einer erzählt, der Kirche konkret etwas zu verdanken haben: „Sie hat mir in jungen Jahren beigestanden“, wird ein Bürger zitiert, „das rechne ich der Kirche hoch an.“