Neues Handy

Nach langen Jahren des passiven Widerstands habe ich quasi über Nacht meine handy-technische Steinzeithöhle verlassen. Bislang trug ich einen Apparat in der Tasche, von dem meine Kinder behaupteten, man müsse ihn wohl erst mit Feuersteinen anwerfen. Der Akku, soweit das Gerät überhaupt einen besaß, war meist schon mittags leer. Wer mich erreichen wollte, musste sich ranhalten. Andererseits blieben mir so auch lästige Anrufer erspart, vor allem von Versicherungen („Herr Müller, unser neuer Außendienstmitarbeiter, möchte sie unbedingt kennenlernen, wann hätten sie dafür Zeit?“) oder von Telefon-Gesellschaften („Sie sind einer der letzten Kunden mit diesem Tarif, wir würden ihnen gerne eine interessante Alternative aufzeigen“) oder von Banken („Wir haben da ein ganz besonderes Kreditangebot nur für unsere treuesten Kunden“). Andererseits verpasste ich auch die Botschaften meiner Kinder („Papa, ich bin jetzt Zuhause und hier steht kein Mittagessen!“ oder „Wo bist du? Wer fährt mich jetzt zum Training?!“). Sie sehen, die Steinzeit hatte ihre Vorteile. Nun trage ich ein Handy bei mir, das mich ständig sprechen oder sonst wie unterhalten will und von dem meine Kinder behaupten, dass es natürlich viiiiel besser sei als ihre schon über drei Monate uralten Handys und es Sachen könne, die seien einfach sagenhaft. Auch zum Mond fliegen? Ehrlich gesagt, ein Espresso würde mir reichen.