Neuer Umsatzrekord bei Immobilienverkäufen in Essen

Auch der Bau vieler neuer Wohnungen, wie hier im Univiertel, hat die Preise am Essener Immobilienmarkt zuletzt nach oben getrieben.
Auch der Bau vieler neuer Wohnungen, wie hier im Univiertel, hat die Preise am Essener Immobilienmarkt zuletzt nach oben getrieben.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
In Essen wechselten im Jahr 2014 Immobilien für 1,5 Milliarden Euro den Besitzer. Die hohe Nachfrage trieb auch die Preise weiter nach oben.

Essen.. Der Essener Immobilienmarkt hat im vergangenen Jahr einen neuen Rekord geschrieben: Für insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro wechselten Grundstücke, Wohnungen und Häuser den Eigentümer. Das ist der höchste Umsatz seit Einrichtung des Gutachterausschusses und somit seit Einführung der Statistik im Jahr 1961. Der Ausschuss wertet alle Kaufverträge eines Jahres aus und erstellt daraus den jährlichen Grundstücksmarktbericht. Fast 5000 Objekte wurden demnach im vergangenen Jahr verkauft. Das war immerhin der zweithöchste Wert seit 1961.

Grund für diesen Boom dürfte neben dem anhaltend niedrigen Zinsniveau auch die höhere Grunderwerbssteuer seit Beginn des Jahres gewesen sein. Viele Interessenten hätten den Kauf einer Immobilie wohl vorgezogen, um Steuern zu sparen, so die Einschätzung des Gutachterausschusses. Anfang des Jahres hatte die Landesregierung die Grunderwerbssteuer von 5 auf 6,5 Prozent angehoben. In diesem Jahr deutet sich bereits ein leichter Rückgang bei den Umsätzen an.

„Flucht ins Betongold“ hält an

Die anhaltende „Flucht ins Betongold“ trieb zuletzt auch die Preise weiter nach oben, bestätigte Stefan Pásztor vom Ring Deutscher Makler in Essen. Auch wenn der Gesamtmarkt in Essen noch ein vergleichsweise günstiges Preisgefüge aufweist, gebe es in den gefragten Lagen im Süden der Stadt schon Beispiele, wo Häuser oder Eigentumswohnungen zu überteuerten Preisen die Besitzer wechselten. Vor allem im angesagten Rüttenscheid sei die Situation teilweise „überhypt“, sagte er.

Nach Auswertung des Gutachterausschusses ging es bei gebrauchten Ein- und Zweifamilienhäusern auch in Haarzopf, Fischlaken, Heisingen wie auch in Schonnebeck und Altenessen Nord nach oben. Die Preisschere im Stadtgebiet ist jedoch weiter groß: So kostete ein Einfamilienhaus in Altenessen-Nord (130 Quadratmeter Wohnfläche, 200 bis 400 Quadratmeter Grundstück, Baujahr 1975 bis 2011) im Schnitt 205.000 Euro, in Bredeney 365.000 Euro. Bei gebrauchten Eigentumswohnungen (85 Quadratmeter) müssen Kaufwillige je nach Lage zwischen 70.000 Euro in Horst und 175.000 Euro in Bredeney bezahlen.

Zehnjahreshoch bei Eigentumswohnungen

Wie bei den Häusern stiegen die Durchschnittspreise für Eigentumswohnungen insgesamt im Stadtgebiet. Neue Eigentumswohnungen beispielsweise sind im Mittel rund 105 bis 110 Quadratmeter groß und kosten durchschnittlich fast 300.000 Euro. Das ist ein neues Zehnjahreshoch. In Bredeney zum Beispiel, berichtet Pásztor, werden Preise auch deutlich darüber verlangt.

Hans-Wolfgang Schaar, Vorsitzender des Gutachterausschusses, hält den Essener Immobilienmarkt trotz solcher Ausreißer für gesund. „Generell sehe ich keine Überhitzung“, sagte er. In seinen Prognosen geht der Gutachterausschuss für dieses Jahr davon aus, dass die Preise eher gleich bleiben. Nur Baugrundstücke könnten teurer werden.