Neue Partner für die Via sind bislang nicht in Sicht

Endet Via auf einem toten Gleis? Wie es weitergeht mit der gemeinsamen Verkehrsgesellschaft bleibt nach angekündigten Ausstieg der Stadt Duisburg vorerst offen.
Endet Via auf einem toten Gleis? Wie es weitergeht mit der gemeinsamen Verkehrsgesellschaft bleibt nach angekündigten Ausstieg der Stadt Duisburg vorerst offen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
  • Seit angekündigtem Ausstieg Duisburgs ist die Zukunft der Via ungewiss
  • Gutachterer sollen sich abermals Gedanken über Zukunft machen
  • Bezirksregierung macht Druck auf beteiligte Kommunen

Essen.. Via, das war ein Versprechen: Als Essen, Mülheim und Duisburg 2010 ihre gemeinsame Nahverkehrsgesellschaft aufs Gleis setzten, sollte dies eine geradezu historische Weichenstellung sein. Am Ende des gemeinsamen Weges würde nicht weniger stehen als nur noch ein Verkehrsunternehmen für alle drei Ruhrgebietskommunen. Seit dem angekündigten Ausstieg der Stadt Duisburg steht mehr denn je in den Sternen, wie es mit Via weitergeht. Und Oberbürgermeister Thomas Kufen ist seinem Ziel ferner denn je, das da lautet: Im Ruhrgebiet täte es auch ein einziges Verkehrsunternehmen.

Was Via angeht, macht sich in der Politik offenbar zunehmend Ratlosigkeit breit. Dabei haben Gutachter die Schwächen von Via deutlich beim Namen genannt. Auf den Punkt gebracht: Bei Via gibt es zu viele, die mitreden. Und die das Sagen haben, verfolgen teils unterschiedliche, wenn nicht gar gegensätzliche Interessen. Die Verfasser wiesen auch einen Ausweg aus dem Dilemma. Ihr Vorschlag: Die Gründung eines Zweckverbandes, um Via dem direkten Einfluss der drei kommunalen Verkehrsgesellschaften Evag, DVG und MVG zu entziehen.

Die Zukunft von Via ohne Duisburg

Wie zu hören ist, halten politische Entscheidungsträger wenig bis nichts von dieser Idee. Argumente? Ein Zweckverband spräche im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) mit nur einer Stimme. Wichtiger noch: Die direkte Vergabe von Nahverkehrsdienstleistungen, wie sie bislang zwischen der Stadt und der Evag praktiziert wird, wäre so nicht mehr möglich. Und auch das dürfte eine gewichtige Rolle spielen: Die Politik verlöre ebenfalls an unmittelbarem Einfluss auf die Steuerung des ÖPNV, den sie bislang noch in drei Aufsichtsräten ausübt.

Über die Zukunft von Via ohne Duisburg sollen sich abermals Gutachter Gedanken machen; dies schlägt die Verwaltung dem Rat vor. Auch Regierungspräsidentin Anne Lütkes würde allzu gerne wissen, in welche Richtung die Reise geht. Eines hat die Chefin der Kommunalaufsicht die Oberbürgermeister der drei Via-Städte bereits wissen lassen: Ihr Haus werde nur Lösungen akzeptieren, die zeitnah zu Verbesserungen führen. Zwar fällt Organisation des Öffentlichen Personen Nahverkehrs unter die kommunale Selbstverwaltung. Lütkes erinnert jedoch sicher nicht ohne Grund daran, dass es sich keine der drei Städte erlauben könne, Einsparpotenziale links liegen zu lassen. Spätestens, wenn es um die Genehmigung des Haushaltes geht, hat die Kommunalaufsicht das letzte Wort.

Auskunft erwünscht die Behördenchefin ferner in der Frage, wie es um die Suche nach weiteren Partnern für eine gemeinsame Nahverkehrsgesellschaft bestellt ist. OB Kufen hatte neben der Stoag in Oberhausen auch die Bogestra im östlichen Ruhrgebiet ins Spiel gebracht. „Bislang ist noch niemand an uns herangetreten“, so eine Sprecherin der Bogestra.