Neue Nutzer für Hertie-Häuser
24.09.2009 | 13:42 Uhr 2009-09-24T13:42:00+0200
Essen. Viele Kräfte versuchen derzeit, die vier ehemaligen Hertie-Häuser in den Stadtteilen Rüttenscheid, Steele, Altenessen und Borbeck einer neuen Nutzung zuzuführen, doch die Verhandlungen kommen nur mühsam voran. Die besten Erfolgsaussichten hat derzeit das Hertie-Haus in Rüttenscheid.
Rüttenscheid: Josef Königsberg von der Essener Immobilienfirma Portalis Asset GmbH hat bereits einen Vor-Kaufvertag mit Dawney Day, den britischen Eigentümer des Hertie-/Karstadt-Hauses an der Rüttenscheider Straße unterzeichnet. Nach Prüfung des Objektes mit 5500 Quadratmetern Verkaufsfläche und 3200 Quadratmetern Wohnungs- und Bürofläche muss sich Königsberg in zwei Wochhen entscheiden. „Größere Probleme sehe ich nicht. Wir werden das Objekt wohl kaufen", sagte Königsberg. Nach seinem Konzept soll ein Obst- und Gemüsemarkt im Untergeschoss des Hertie-Haus entstehen; im Erdgeschoss soll - wie in einem normalen Kaufhaus - Schmuck und Bekleidung (Kinder, Damen, Herren) verkauft werden, im Obergeschoss sollen sich Restaurants (auch McDonald's), Fleischer, Fischläden und Bäcker ansiedeln.
Altenessen: Der Allee-Center-Betreiber ECE verhandelt derzeit über den Kauf des benachbarten Hertie-Gebäudes. Sollte dies klappen, will ECE das Allee-Center um die Hertie-Fläche erweitern. Mit potentiellen Mietern wird bereits verhandelt. Wunschkandidaten sind Mieter größerer Flächen, etwa ein Sportbekleidungshändler oder ein Unterhaltungselektronik-Geschäft.
Borbeck: Die Lebensmittelhändler Rewe und Kaufland zeigen Interesse, das Hertie-Haus zu nutzen. Kaufland, ein Unternehmen der Lidl-Schwarz-Gruppe, versucht derzeit, den Markt im Ruhrgebiet aufzurollen und plant laut NRW-Wirtschaftsministerium, mehrere frühere Hertie-Häuser im Ruhrgebiet zu betreiben. Kaufland selbst will sich zu den Verhandlungen nicht äußern. Kaufland bietet wie Real neben Lebensmitteln auch Haushaltswaren, Textilien und Schuhe an.
Steele: Nach Angaben der Interessengemeinschaft vor Ort sind die Eigentumsverhältnisse besonders schwierig. Man glaubt daher nicht, dass vor Ablauf eines Jahres in Steele etwas mit Hertie passiert.
19:36
Wieso Leerstand?
Es gibt doch schon für 3 der 4 Essener Häuser Nachnutzungskonzepte ...
17:42
Lieber eine naive Idee, als künftig leerstehende Ex-Warenhäuser, die das Stadtbild verschandeln.
Hier in Gelsenkirchen haben schon so manche Traditionsgeschäfte und-warenhäuser aufgrund zu hoher Mietforderungen aufgeben müssen und stehen jetzt leer.
22:23
Das ist natürlich sehr naiv!
Jeder Immobilienbesitzer hat seine Immobilie entweder gekauft oder gebaut, in jedem Fall eine ganze Stange Geld dafür bezahlt. Das Geld muss in kleinen Schritten wieder reinkommen - über die Miete. Und wenn die nicht stimmt, rutscht so ein Immobilienbesitzer ins Minus.
Hinter dem UPH steckt jemand, der da ganz bewusst Geld zur Verfügung stellt, aber das muss man wollen. Das kann man nicht von jemandem verlangen ...
14:13
Die beste Nutzung für ein leerstehendes Kaufhaus wäre meiner Ansicht nach eine kulturelle Nutzung.
Das Unperfekthaus ist eine hervorragende Einrichtung, um engagierten, jedoch nicht unbedingt wohlhabenden Künstlern eine Plattform zu geben und mit kulturell Interessierten in Kontakt zu gelangen.
Solche Einrichtungen sind aber leider allzu selten, da Immobielienbesitzer immer ihren Gewinn an die vorderste Stelle setzen.
Das ist sehr schade.
21:02
Nicht nur Warenhäuser scheinen entbehrlich zu sein, sondern auch Schulen, wie man dem Schreibstil des WAHRsagers unschwer entnehmen kann.
11:38
Die Zeiten, in denen jeder Vorort ein Kaufhaus brauchte sind lange vorbei und weder in Borbeck, noch in Rüttenscheid ist ohne Hertie verloren. In Kettwig hat sich doch auch gezeigt, dass es ein (Einkaufs-)Leben nach Karstadt gibt. Die Artikel des täglichen Bedarfs stehen vor Ort zur Verfügung, den rest beschafft sich Lönig Kunde im Internet oder bestenfalls noch im Mega-Einkaufszentrum. Eine Entwicklung, die nichts und niemand rückgängig machen kann.
23:45
Warum kommen eigentlich bei solchen Diskussionen die Ratten der Planwirtschaft aus den Löchern gekrochen, um den Investoren vorzuschreiben, was sie gefälligst zu bauen haben?
Wer da ein Kaufhaus will, soll sich eins der Gebäude kaufen und ein Kaufhaus (oder sogar ein Warenhaus) eröffnen ... man kann doch mal froh sein, dass für 3 von 4 Häusern schon neue Nutzer bereit stehen ...
20:04
Kaufhäuser gehören einfach in größere Stadtteile. Sie garantieren nicht nur eine ausgewogene Versorgung mit Gütern sondern bedeuten auch Leben in den Stadtteilen.
19:40
borbeck braucht ein großes kaufhaus...sonst ist borbeck mitte bald gan leer...
19:28
Was für ein irrsinniges Konzept, das Herr Königsberg in Rüttenscheid umsetzen will. Rüttenscheid braucht weder mehr Bäcker, noch Fischhändler noch einen täglichen Wochenmarkt. Mit dem Rüttenscheider Wochenmarkt an zwei Tagen in der Woche sind die Bürger bisher bestens ausgekommen.
Das neue Kaufhaus ist zum Scheitern verurteilt.