Neue Behandlungsmethode bei Schlaganfällen entwickelt

Bilden den Schlaganfall-Verbund: Ulrich Bogdahn (Feuerwehr), Rainer Kundt (Gesundheitsamt), Hans-C. Diener (Uniklinik) und Oliver Hartmann (AOK).
Bilden den Schlaganfall-Verbund: Ulrich Bogdahn (Feuerwehr), Rainer Kundt (Gesundheitsamt), Hans-C. Diener (Uniklinik) und Oliver Hartmann (AOK).
Foto: FUNKE Foto Services

Essen.. Im Fall eines Schlaganfalls muss schnell gehandelt werden. Das Blutgerinnsel im Gehirn muss innerhalb von viereinhalb Stunden von den Ärzten entfernt werden, um die Folgeschäden gering zu halten. In dieser Zeit muss der Patient aber auch ins Krankenhaus gebracht werden. Nach der Diagnose wurde bis jetzt ein Medikament gespritzt, um das Gerinnsel aufzulösen. Doch dieses Medikament wirkt nicht immer. Gerade bei Patienten mit besonders schweren Schlaganfällen – ihre Blutgerinnsel sind länger als acht Millimeter und lassen sich nicht so leicht auflösen. Das sind immerhin zehn Prozent aller Schlaganfallpatienten.

„Für diese Patienten haben wir nun eine neue Behandlung gefunden“, erklärt Prof. Hans-Christoph Diener vom Uniklinikum. Dabei durchsticht ein Draht das Blutgerinnsel. Über den Draht wird ein Schlauch gezogen, der Draht entfernt und ein Stent durch den Schlauch und das Gerinnsel geführt. Im letzten Schritt wird der Schlauch aus der Vene entfernt, so dass sich der Stand öffnet und sich im Gerinnsel festsetzt. Dann kann das Gerinnsel aus dem Gefäß gezogen werden. Im Jahr 2014 wurden in Essen bereits 400 solcher Kathetereingriffe durchgeführt. Am Uniklinikum und am Krupp Krankenhaus wird mit dieser Methode bereits gearbeitet.

Bestmögliche Versorgung wird angestrebt

Auch dieser Eingriff muss innerhalb der vier Stunden gemacht werden. Dass diese Zeit eingehalten wird, dafür gibt es den Essener Schlaganfallverbund. Dieser besteht aus Feuerwehr, Gesundheitsamt, den Neurologischen Kliniken, den niedergelassenen Neurologen, der AOK Rheinland/Hamburg und den Neurologischen Reha-Einrichtungen. „Wir möchten die bestmögliche Versorgung für unsere Schlaganfallpatienten, daher haben wir uns zusammengeschlossen. Unsere Standards überarbeiten wir ständig“, erklärt Regionaldirektor der AOK, Oliver Hartmann.

So fährt die Feuerwehr im Verdachtsfall eine Klinik mit Neurologischer Abteilung an. „Unsere Rettungsassistenten erkennen mögliche Anzeichen und nennen ortsfremden Notärzten Krankenhäuser mit neurologischen Abteilung, um den Vorgang zu beschleunigen“, sagt Feuerwehrdirektor Ulrich Bogdahn.

Dort werden die nötigen Untersuchungen durchgeführt. Bei einem schweren Schlaganfall wird der Patient in das Krupp-Krankenhaus oder ins Uniklinikum verlegt – um dort mit der neuen Methode behandelt zu werden.