Neubauflächen: Kritik auch bei Linke und FDP

Nach einem ersten Blick auf die von den Stadtplanern vorgelegte Liste der Neubauflächen stimmen auch Linke und FDP in die Kritik der Grünen ein: „Besonders kreativ war die Verwaltung nicht“, findet etwa Planungssprecher Wolfgang Freye von den Linken angesichts des Umstands, dass erneut viele jener Frei- und Grünflächen aufgeführt sind, die der Rat erst vor wenigen Jahren ablehnte.

Aus Sicht seiner Partei sollte die Stadt lieber auf den Rück- und Umbau bereits versiegelter Areale setzen, „immerhin stehen 20.000 Wohnungen leer, und es gibt auch außerhalb des Krupp-Gürtels nach wie vor ungenutzte Industriebrachen. Freye nennt es „ein Armutszeugnis“, wenn Planungsdezernent Hans-Jürgen Best absehbare Kritik an den Plänen denunziere. Best hatte formuliert, dass am Ende nicht der obsiegen dürfe, der „am lautesten schreit“.

Auf erste Kritik stößt die Liste der Neubauflächen auch bei den Liberalen, obwohl die FDP findet, es sei „höchste Zeit“, Neubauflächen auszuweisen. Bei der von den Stadtplanern vorgelegten Liste fehlt FDP-Fraktionschef Hans-Peter Schöneweiß allerdings „der richtige Ansatz“. Lieber hätten es die Freien Demokraten gesehen, wenn die nach ihrer Ansicht unattraktive Wohnbebauung längs der A40 entwickelt würde. Auch am Rhein-Herne-Kanal wäre Platz. Stattdessen widmeten sich die Planer – größtenteils verpachteten – Ackerflächen, die für die Nahversorgung der Essener Bevölkerung wichtig seien.