„Nee, wir machen’s schön“
30.08.2012 | 18:57 Uhr 2012-08-30T18:57:00+0200
Essen. Das Team von Martin Kaufmann säubert nun die Spitzer-Spirale am Kennedyplatz – zum Unverständnis mancher Passanten. Die Reinigungskosten in Höhe von rund 35.000 Euro zahlt die Kulturstiftung Essen.
„Bauen Sie die jetzt ab?“ – Das ist die Frage, die Passanten am Rande des Kennedyplatz Martin Kaufmann und seinem Team während der Arbeit an der Spitzer-Spirale stellen. Die Hoffnungen mancher Bürger, dass das im Volksmund „Elefantenklo“ genannte Kunstwerk, endlich umgesetzt wird oder verschwindet, muss der Duisburger Restaurator aber sofort enttäuschen: „Nee, wir machen’s schön “, antwortet er ihnen mit einem Augenzwinkern.
Seit vergangener Woche sind seine Mitarbeiter vor Ort, um die mit Baugerüsten und Netzen eingehauste Stahlspirale von den Schmierereien der vergangenen Jahr zu befreien – eine Sisyphusarbeit, die bei 180 Quadratmeter Fläche vier bis sechs Wochen in Anspruch nehmen werde.
Graffiti mit Trockeneis entfernen
Die Arbeit „Untitled (Essen)“ des Künstlers Serge Spitzer am gestrigen Nachmittag: Ohrenbetäubender Lärm dringt von der Baustelle auf den Platz, Innenstadtbesucher flüchten vor ihm und gehen zügig vorbei. Hinter der Einhausung werkeln drei Mitarbeiter mit Ohrenschützern. Zwei von ihnen stehen jeweils inner- und außerhalb der Spirale und bearbeiten mit einem Strahlgerät in der Hand, das mit Trockeneis auf Kohlenstoffdioxid-Basis bestückt ist, die Lagen der Spirale.
„Das ist minus 78 Grad kalt“, erzählt Martin Kaufmann. Diese Methode habe sich bei der Recherche und auf Probestellen als wirksame Methode zur Entfernung der teils mit unterschiedlichen Lacken gesprühten Schmierereien herausgestellt. Neben dem Trockeneis benutze man begleitend noch das Lösungsmittel Azeton.
Grund für diesen Aufwand ist die besondere Oberflächenbeschaffenheit von Spitzers Stahlskulptur. Diese sei, so Kaufmann, aber auch dafür verantwortlich, dass die Reinigung so schwierig und langwierig sei. „Auf dem Stahl sind verflüssigte Metalle damals aufgespritzt worden. Die erste Schicht ist Zink, der aufgedampft wurde. Die zweite besteht aus einem Chrom-Nickel-Gemisch. Am Ende wurde dann noch mit Phenylharz versiegelt“, erklärt der Restaurator.
So selbstverständlich er es nun erklärt, diese Fakten musste er sich auch erst einmal mühsam beschaffen: „Die Firma, die das damals gemacht hat, gibt es noch. Wir haben sie kontaktiert, um Details zu bekommen. Außerdem hatte ich vor zwei Jahren Kontakt zu Serge Spitzer“, erzählt der 47-Jährige. Besonders der Phenylharz, der eine raue Oberfläche gebe, sei ausschlaggebend für die Angreifbarkeit des Materials: „Der nimmt die Farbe der Graffiti sehr gut an.“
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#7
Sie haben nicht genau genug gelesen. Nicht die Zeitung macht sich diese Bezeichnung zu eigen, sie zitiert lediglich den Volksmund.
Es ist nun mal so, dass heute jeder Mist als Kunst bezeichnet wird, selbst eine Fettecke an der Decke wird plötzlich zur Kunst. Und die selbsternannten Künstler und ihre Fangemeinde erwarten vom Mann auf der Straße, dass er ihnen folgt. Muss er nicht. Er hat noch ein unverblödetes Gespür dafür, was Kunst ist und was nicht,
01:11
"Elefantenklo", "Klo" - was soll so eine ironisierende, vermeintlich augenzwinkernde aber letztlich nur an Stammtischkritik anbiedernde Schreibe. Sowas würde ich bei Springer erwarten, aber nicht in der NRZ. Über Kunst muss man sich auseinandersetzen, sonst ist sie banal! Kunst muss auch nicht immer (jedem) gefallen, das ist in der Regel nicht die Absicht des Künstlers, sie dient der Darstellung einer Idee, eines Gedankens, einer Geschichte, einer Emotion. Gut, dass es beim Allbau Verantwortliche gibt, die das verstanden haben.
19:59
Das ist doch nur Schrott....ich habe noch ein Autowrack in der Garage das zurostet...das ist jetzt auch Kunst.....
Kommt jetzt auch ein Trupp vorbei und macht mir das Werk "schön" ?
11:51
EFEU und die Spirale als Rankhilfe , ist die beste Lösung und durch freiwillige Spenden zu verwirklichen.
09:17
Ja, auch ein Elefantenklo muss mal geputzt werden...
07:57
Das "Ding" ist viel zu groß und unförmig und nimmt zu viel Platz weg, da wo es steht. Jedesmal wenn ich da vorbeigehe, kriege ich die Krise. Auf einer weiträumigen Halde oder Ähnlichem käme das Teil besser zur Geltung.
06:32
Der Allbau verplempert da nur die Gelder seiner Mieter. Wenn der Staat in seiner Gesamtheit dafür nicht aufkommen kann dann weg mit dem Ding.
10:34
Endlich!!!!
Dank an die Kulturstiftung und an Allbau, die die Patenschaft nach Reinigung übernimmt.