Nach Ela drohen die Erkrankungen

Foto: WAZ Fotopool
Was wir bereits wissen
Der Sturm des vergangenen Jahres hat alle Pläne von Grün und Gruga vom Tisch geweht. Bis 2017 wird es nun dauern, die Bäume in einen akzeptablen Pflegezustand zu versetzen. Doch dafür fehlt das Geld.

Essen.. Ela hat sie vieles gekostet: Jede Menge Bäume, Kraft, Zeit und Geld. Doch nicht nur im Rückblick war der verheerende Sturm, der in den Abendstunden des 9. Juni 2014 über Essen hereinbrach, ein heftiger Schlag ins kommunale Kontor, wie aus einer Bilanz hervorgeht, die die Stadtverwaltung jetzt knapp ein Jahr später zieht: Zwar konnten die akuten Gefahren durch die gemeinsame Anstrengung vieler Akteure nahezu flächendeckend beseitigt werden. Jedoch nur durch Hintanstellung dringend notwendiger anderer Arbeiten an den Bäumen, die das Unwetter verschont hatte. Mit einer absehbaren Folge.

Weil Ela sozusagen alle Pflegepläne vom Tisch blies, heißen die akuten Herausforderungen nun Massaria, Pseudomonas und andere Krankheiten, deren Bekämpfung seit fast zwölf Monaten nicht gerade erste Priorität hatte. Diesen Rückstand angesichts immer knapper werdender Ressourcen an Finanzen und Personal aufzuholen, ist die neue Herausforderung – und die wird einen noch längeren Atem brauchen.

Die Abarbeitung aller Sturmschäden und die Überführung der Bäume in den „regelkonformen Fachstandard“, wie es heißt, kann noch bis 2017 dauern. Dies geht aus einem Bericht der Verwaltung hervor, der dem Umwelt-Ausschuss Anfang Juni vorgelegt wird. Inklusive einer vorsorglichen Warnung: Die Finanzierung der notwendigen Pflege-, Kontroll- und Verkehrssicherungs-Arbeiten „ist voraussichtlich nicht mehr in vollem Umfang gesichert“.

Ela-Videos Für das kommende Jahr seien nur noch rund 600.000 Euro zusätzlich für die Beseitigung der Sturmschäden am Essener Grün, die sich auf insgesamt 53 Millionen Euro beliefen, vorgesehen. Das ist zu wenig Geld und hat für Jahre Auswirkungen auf die Wirtschaftspläne von Grün und Gruga (GGE).

Ausgefeiltere Strategie

Die fehlenden Mittel sollen durch eine ausgefeiltere Strategie wettgemacht werden. Nachdem der Betriebskostenzuschuss der Stadt an ihre Tochter binnen zehn Jahren um ein Viertel auf 18,9 Millionen Euro gestutzt und im gleichen Zeitraum die Zahl der Stammkräfte um 13 Prozent auf 475 Beschäftigte abgebaut worden ist, müssen nun Lösungsansätze her, wie man unter erschwerten finanziellen und personellen Bedingungen dem Zuwachs an Grün und unvorhersehbaren Klima-Ereignissen noch Herr werden soll. So sollen Pflegeleistungen möglichst für mehrere Jahre an Fachfirmen vergeben und Beschäftigungsprogramme aufgelegt werden. Und damit sich die Fachleute von GGE auf ihre Spezialaufgaben konzentrieren können, sollen sie im Tagegeschäft von Mitarbeitern der Essener Arbeit Beschäftigungsgesellschaft (EABG) unterstützt werden.

Klingt nach einem Tanz auf der Rasenkante. Bis zum nächsten Sturm.