Nach dem Test zum Fest
15.07.2011 | 19:52 Uhr 2011-07-15T19:52:00+0200Essen.Bei der ersten Einbürgerungsfeier in der Geschichte der Stadt Essen begrüßte Oberbürgermeister Reinhard Paß drei neue deutsche Staatsbürger.
Wer in den vergangenen Monaten einer kontroversen Diskussion um den Sinn und Zweck einer neuen Willkommenskultur den Eindruck gewonnen haben könnte, ausgerechnet der Oberbürgermeister fremdelt bei dem so wichtigen Zukunfts-Thema, wurde binnen zwei Tagen gleich doppelt eines Besseren belehrt. Offenbar hat sich Reinhard Paß nur vornehm zurückgehalten – bis zu seiner Rede vor dem Stadtrat und einer historischen Premiere im selben Saal.
Nachdem das Stadtoberhaupt zur Überraschung vieler das Welcome-Center und einiges drumherum am Dienstag zur Chefsache erklärt und damit selbst die nimmermüden Themen-Triebfedern der Grünen links überholt hatte, ließ es sich der OB am Donnerstagabend nicht nehmen, bei der allerersten Einbürgerungsfeier der Stadt die Urkunden persönlich zu übergeben: „Damit wollen wir Ihnen zeigen, dass Sie uns besonders willkommen sind“, begrüßte Paß Fatima Zahra Alaoui aus Marokko, Emmanuel Ohakamnu aus Nigeria und Esra Cengel aus der Türkei stellvertretend für 689 Essener Neubürger allein seit Beginn dieses Jahres – das sind immerhin 45 Prozent mehr Einbürgerungen als in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres.
Wunsch nach deutscher Staatsbürgerschaft
Der Wunsch nach der deutschen Staatsbürgerschaft sei wohl der Grund für diese Tendenz, meint Wendel Lorenz, langjähriger Chef des Einwohneramtes. „Diesen Trend begrüße ich außerordentlich und ich hoffe, er wird sich weiter fortsetzen“, sagt Reinhard Paß: Menschen aus 171 Nationen leben in Essen, „jede bereichert unsere Stadtkultur um eine Facette“.
Den ersten Platz unter den Einbürgerungswilligen belegen mit 21 Prozent Menschen aus der Türkei, fast auf dem Fuße folgen die Iraker mit 15 Prozent. Auf den folgenden Plätzen finden sich die Herkunftsländer Iran (4,4 Prozent), Afghanistan (4,3 Prozent), Ukraine (4,1 Prozent), Marokko (3,8 Prozent), Polen (3,6 Prozent), Libanon (3,4 Prozent), Bosnien (2,8 Prozent) und Kosovo (2,8 Prozent).
Im Regelfall sind an eine Einbürgerung folgende Voraussetzungen geknüpft: ausreichender Aufenthaltstitel, mindestens acht Jahre Inlandsaufenthalt, eigenes Einkommen, ausreichende Deutschkenntnisse, Aufgabe der bisherigen Staatsangehörigkeit, keine Vorstrafen, Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung und keine Anhaltspunkte für eine extremistische oder terroristische Betätigung, Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse.
Schwarz, Weiß, Gelb für Schwarz, Rot, Gold – rund 100 geladene und frisch eingebürgerte Gäste vieler Ethnien – der jüngste mit Schnuller, der älteste mit Stock – erlebten im Ratssaal eine feierliche Begrüßung der neuen Deutschen, ein gut gestimmtes Streichquartett der Bredeneyer Goetheschule mit Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“, Brahms’ „Ungarischer Tanz Nr. 5“ und Haydns „Deutsche Nationalhymne“. Wer den Text nach seinem Einbürgerungstest nicht mehr parat hatte, fand ihn auf der Rückseite des Programms, in dessen Rahmen auch Muhammet Balaban , der Vorsitzende des Integrationsrats , sein Wort machen durfte: „Sie können jetzt voll mitmischen in der Gesellschaft“, begrüßte er die Neubürger, während Paß ankündigte, zusammen mit dem Dachverband der Essener Migrantenvereine eine regelrechte Einbürgerungskampagne starten zu wollen. An die Gäste des Abends appellierte er, für das Thema Einbürgerung bei Verwandten, Freunden und Bekannten zu werben.
"Deutscher werden ist nicht so schwer"
„Sehr glücklich“ sei er, sagte Emmanuel Ohakamnu, die Einbürgerungsurkunde in der linken, einen Strauß Blumen in der rechten Hand. „Sehr wichtig“ sei ihm eine solche persönliche Begrüßung, wie er sie im Ratssaal erleben durfte. Seit 17 Jahren lebt Ohakamnu in der Bundesrepublik. Deutscher zu werden, nein, das sei so schwer nicht – „wenn man es nur wirklich will“.
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11:11
wieso komischer kommentar
es ist unsinn aber ein großer
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unsinn
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