Musical-Star Nina Janke: Immer wieder Mamma Mia

Durch ihre Finger rinnt die Zeit: Nina Janke bereitet sich in der Garderobe auf den Auftritt als Donna in „Mamma Mia“ vor.Foto:Julia Althoff
Durch ihre Finger rinnt die Zeit: Nina Janke bereitet sich in der Garderobe auf den Auftritt als Donna in „Mamma Mia“ vor.Foto:Julia Althoff
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Was wir bereits wissen
Sängerin Nina Janke liebt ihre Wohnung in Rüttenscheid und seit Beginn ihrer Karriere Mutterrollen. Mit dem Abba-Musical kann sie derzeit beides genießen

Essen.. Mit 26 wurde sie erstmals Mutter einer erwachsenen Tochter. Nina Janke spielte 2008 bei der Uraufführung von „Ich will Spaß“ im Colosseum die Flora, eine jung gebliebene 40-Jährige. „Für mich war das eine Riesenchance. Da sagt man nicht: Sorry, ich bin zu jung“, erzählt sie mit dem strahlendsten Lächeln, das man je gesehen hat. „Es war eine tolle Erfahrung. Vom Typ her wären die Jungmädchen-Rollen nichts für mich gewesen.“ Kurzerhand orientierte sie sich an ihrer energiegeladenen Mutter, sang „Fragezeichen“ oder „99 Luftballons“ und genoss ihre Wohnung in Rüttenscheid, die sie seitdem nicht mehr hergeben möchte.

„Altbau, Balkon, Badewanne, links tolle Geschäfte und Restaurants, rechts der Grugapark, wo ich gerne laufe“, schwärmt die gebürtige Münsteranerin, die statt in der Disco abzuzappeln eher auf Karaoke im Irish Pub steht. „Aber auch die Mentalität der Menschen, diese Ehrlichkeit, macht den Reiz aus, hier zu bleiben. Und es ist nur 50 Minuten bis zur Mama.“ Mit ihr ist sie eng verbunden - nicht erst seit der Erkrankung und dem frühen Krebstod ihres Vaters, den sie mit 13 erlebte. Das schweißt zusammen. Auch ihrem Bruder und der Oma, die 93 Jahre ist, fühlt sie sich sehr nah. „Wenn die Familie in der Vorstellung sitzt, wird es für mich immer richtig aufregend“, sagt Nina Janke und verweist auf all die Kollegen aus ihrer Heimatstadt wie Melanie Wiegmann oder Karim Khawatmi, die absolute Familienmenschen seien.

Neue Rolle ab Herbst gesucht

Kein Zufall also, dass die hochgewachsene junge Frau mit der tiefen Stimme sich Cousin Jens Janke zum Vorbild nahm und eine Musicalausbildung machte. Von der Münchner Theaterakademie August Everding aus startete sie in die Musicalwelt. Sie war und ist unter anderem zu sehen in dem Monodrama „Zarah 47“ als Zarah Leander, für das sie ausgezeichnet wurde, in „Ich war noch niemals in New York“ als Lisa und Frau Alteisen, der sie einen kräftigen Ruhrpottslang verpasste, sowie seit 2014 in Stuttgart, Berlin und jetzt Oberhausen in „Mamma Mia“.

Mit der selbstironischen Tanja und der alleinerziehenden Donna, die sich mit drei möglichen Vätern ihrer heiratswilligen Tochter konfrontiert sieht, verkörpert sie als Zweitbesetzung gleich zwei Figuren um die 40 und erneut eine große Mutterrolle. „Authentizität ist mir das Wichtigste. Nur wenn man glaubwürdig ist, erkennen sich die Zuschauer wieder“, erklärt Nina Janke ihre Arbeitsweise. Dabei bringt ihre Emotionalität in Songs wie „Durch meine Finger rinnt die Zeit“ Gefahren mit sich: „Ich muss ökonomisch damit umgehen, sonst schnürt es mir die Kehle zu.“

Spielen könnte die 32-Jährige diese Rolle noch die nächsten zehn Jahre - „doch nicht am Stück“. Für „Rocky“ und die „Phantom“-Fortsetzung „Liebe stirbt nie“ wird sie bald vorsingen. Denn ab Herbst braucht sie ein neues Engagement. Schauspielstücke mit Gesang schweben ihr neben großen Musicalproduktionen vor und Figuren, die eine Entwicklung durchmachen. „Ich würde gerne weiter meine Emotionen einbringen“, sagt sie. Und das gilt auch privat für ihren größten Traum: „Ich will irgendwann Mama werden.“