Museum Folkwang trauert um Herbert Rickmann

Das Museum Folkwang trauert um Herbert Rickmann. Der 1926 in St. Gerold/Voralberg geborene Rickmann begann seine Laufbahn als Oberkustos am Museum Folkwang 1963. Rickmann galt als Enthusiast, als Diener der Kunst, als Anstifter und vor allem als geborener Vermittler. Wie jetzt bekannt wurde, ist er Ende vergangener Woche im Alter von fast 90 Jahren verstorben.

An der Seite von Museums-Direktor Paul Vogt begann Rickmann in den 1960er Jahren für das Haus neue Perspektiven zu entwickeln, die Sammlungen zu erweitern, Ausstellungen zu formatieren und zu begleiten, Bildung und Vermittlung nachhaltig zu formieren und dem Kunstring Folkwang neue Impulse zu geben. 1973 übernahm Rickmann die Geschäftsführung und entwickelte in seiner Amtszeit bis 1991 grundlegende Ideen mit Dorothea Pauls-Wimmer für ein neues, beispielgebendes Format an deutschen Museen: Führungen, Kurse, Vorträge, Exkursionen, Kindermalaktionen, Arbeit mit geistig behinderten Kindern, Filmwochen, Begutachtung von Kunstwerken, Werkstattgespräche mit Künstlern, Jazz im Museum, Exkursionen und vieles mehr. Seine Verbundenheit mit der zeitgenössischen Kunst Osteuropas mischte er wie selbstverständlich mit der Kunst in der Region, pflegte Freundschaften mit Künstlern und gab ihnen das Gefühl von persönlicher Beziehung.

Auch viele junge Folkwang-Kollegen von Wulf Herzogenrath, bis Dieter Honisch, von Ute Eskildsen bis Gerhard Finckh profitierten von diesem großen Kunst-Vermittler und Freund des Tanzes. Herbert Rickmann, so heißt es im Museum Folkwang, „arbeitete effizient und lautlos; nur wenn man ihn einlud, zu sprechen, dann konnte er die Welt erklären, verborgene Zusammenhänge sichtbar machen. Seine Worte werden in uns nachklingen … “.