Motiviert und gestärkt in die Ausbildung

Der Schulabschluss rückt immer näher, doch ein Ausbildungsplatz ist nicht in Sicht. Viele Jugendliche, die mit einem Hauptschulabschluss in den Beruf starten möchten, sehen sich vor einem großen Problem: Die beruflichen Qualifikations- und Leistungsanforderungen der Firmen sind erheblich gestiegen. „Aus mir wird doch eh nichts“, so der Gedanke vieler 15 und 16-Jährigen. Das das nicht so sein muss, zeigt eine dreiwöchige Sommerakademie der Leuphana Universität Lüneburg. Zum ersten Mal sind Essener Jugendliche angesprochen, die sich noch bewerben können.

Unter dem Motto „Prävention statt Rehabilitation“ wenden sich die Organisatoren, bestehend aus der Leuphana Universität Lüneburg, der Bundesagentur für Arbeit, der WGZ Bank Stiftung sowie der Geno Bank Essen, „insbesondere an Jugendliche, die im kommenden Jahr in eine betriebliche Ausbildung übergehen wollen, denen es an Selbstwertgefühl fehlt und das Lernen nicht leicht fällt“, sagt der Initiator des Projektes, Seniorprofessor Kurt Czerwenka von der Leuphana Universität.

32 Jugendliche werden vom 4. bis 26. Juli die Möglichkeit bekommen, kostenlos mit 15 Betreuern daran zu arbeiten, Ziele zu entwickeln und auch zu erreichen. „Des Weiteren werden Deutsch, Mathe, das Fach Computer aber auch Berufskunde auf dem Lernplan stehen und von Fachkräften und Studierenden aus Essen unterrichtet. Selbstverständlich werden wir mit den Teilnehmern auch Bewerbungsmappen erstellen und Gespräche proben“, so Czerwenka, der darauf hinweist, dass am Ende der drei Wochen unter realen Bedingungen ein Bewerbungsgespräch mit Vertretern der heimischen Wirtschaft geführt wird. Projektleiterin Maren Voßhage-Zehnder von der Leuphana Universität ergänzt: „Das Wichtigste ist, die Lernbereitschaft anzukurbeln und die Schüler zu motivieren. Dann kommt der Rest von alleine.“ Und dass das nicht ohne Spaß geht, ist allen Organisatoren klar. Deshalb stehen Aktivitäten wie Klettern, Fußball, Kunst, Musik und Schauspiel genauso auf dem Stundenplan wie Lesen und Geometrie.

Seit 2007 läuft das Projekt in anderen Bundesländern und, wie die Projektleiterin betont, „sehr erfolgreich.“ Die Schüler würden laut Voßhage-Zehnder nicht nur ihre Noten deutlich verbessern, sondern auch ihre Stärken und Talente erkennen, somit die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen und selbstsicherer auftreten. 1.500 Jugendliche haben durch die Akademie den Schritt in die Ausbildung bereits geschafft.

Doch nach den drei Wochen ist nicht Schluss. Die Schüler werden im letzten Schuljahr und darüber hinaus von den Studierenden aus Essen individuell begleitet und bei der Ausbildungsplatzsuche unterstützt, damit das in den drei Wochen Erlernte durch den Alltag nicht gleich wieder über Bord geworfen wird.