Moschee-Verein nimmt Bauarbeiten in Essen wieder auf
06.01.2012 | 13:58 Uhr 2012-01-06T13:58:00+0100
Essen. Die Fertigstellung ihrer Merkez-Moschee lässt nun seit zwei Jahren auf sich warten. Eigentlich sollte Europas größter Bet-Raum im ehemaligen Böhmer-Schuhlager schon 2010 Eröffnung feiern. Nach diversen Verzögerungen geht es nun weiter.
Das ein oder andere Stoßgebet dürften die Mitglieder der Altendorfer Ditib-Gemeinde schon gen Mekka geschickt haben. Denn die Fertigstellung ihrer Merkez-Moschee lässt nun schon im zweiten Jahr auf sich warten.
Schlimmer noch: Wer in den vergangenen Monaten gelegentlich vorbeischaute am ehemaligen Böhmer-Schuhlager im Gewerbegebiet In der Hagenbeck, nur einen Steinwurf vom S-Bahnhof Frohnhausen entfernt, der musste den Eindruck gewinnen, es herrscht Stillstand, wo doch längst eine mächtige Kuppel jedem, der hier vorbei kommt signalisieren sollte: Hier kommen Muslime zusammen, um sich in Europas größtem Bet-Raum zu verneigen. Stattdessen klafft in der Decke noch immer ein riesiges Loch. Dass der stürmische Wind dieser Tage reichlich Regen vor die nackten Fertigbauteile peitscht, macht den ersten Eindruck nicht besser.
Aufwändiger Kuppelbau
So ist jede Nachricht, dass sich etwas tut In der Hagenbeck für Oylar Saguner, den Architekten, eine gute Nachricht. Gestern tat sich etwas. Bauarbeiten spritzten Spritzbeton aufs Dach, so viel die acht Betonmisch-Lkw hergaben. Vier Monate sei an der Stahlbewehrung gearbeitet, worden, berichtet Saguner, was man - zugegeben - von der Straße aus auf einen flüchtigen Blick allein nicht zu erkennen vermag. Nun soll der Beton der tragenden Konstruktion und schließlich - als Krönung des Ganzen - auch der Aluminium-Kuppel den nötigen Halt verleihen.
Der Kuppelbau sei „sehr, sehr aufwändig, aber machbar“. Dies bescheinigte der Statiker dem Bauherrn auch, nachdem sich dieser aus nicht näher benannten Gründen von ihm getrennt hatte. Oylar Saguner kann dem nicht viel hinzufügen. Nur soviel: Die Gemeinde legt Wert darauf, dass nicht etwa tragende Pfeiler den raumgreifenden Eindruck der Betenden stören. Tragseile werden deshalb eingebaut, bevor dann endlich die Kuppel aufgesetzt wird. Mitte April soll es soweit sein. Man darf gespannt sein.
Kosten von 1,85 Millionen
Den Baufortschritt hat das Zerwürfnis mit dem Statiker sicher nicht beschleunigt, auch wenn Ersatz längst gefunden ist. Zuvor hieß es, unterschiedliche Preisvorstellungen mit dem Hersteller der Alu-Kuppel hätten das Projekt verzögert. Inzwischen ist man sich offenbar einig geworden.
Aber Zeit ist Geld. Und so sind die Kosten laut Saguner inzwischen deutlich gestiegen. Mit 1,4 Millionen Euro hatte die Gemeinde kalkuliert. 1,85 Millionen dürften es wohl werden, je nach Ausstattung sogar mehr, so der Architekt. Das ist viel Geld für die rund 300 Mitglieder zählende Altendorfer Ditib-Gemeinde. Die hatte sich mit dem Moschee-Bau sicher auch ein wenig verhoben, so zumindest der Eindruck von Muhammet Balaban, dem Vorsitzenden des Integrationsrates, nach Gesprächen mit dem Gemeindevorstand.
Allah sei Dank: „Für eine Moschee gibt es immer Geld“, sagt Oylar Saguner. Und so lange die Gemeindemitglieder sehen, es geht voran, fließen auch Spenden - jetzt wohl wieder üppiger.
00:08
#11 dummberger
Der Unterschied besteht darin, dass ein erheblicher Teil unserer "hiesigen Schäfchen" -egal ob katholisch oder evangelisch- per pedes (zu Fuß) aus der näheren Umgebung zum Gottesdienst gelangt. Und das auch nur noch an Weihnachten... Wie DAS im Umkreis schon bestehender, deutlich kleinerer Moscheen aussieht, möge man selbst erkunden. Der Handwerksbetrieb meines Nachbarn in GE z.B. wird wie zahlreiche andere Grundstückzufahrten mit schöner Regelmäßigkeit zugeparkt. Rettungsfahrzeuge hätten im Notfall selbst ihre liebe Not. Spricht man Falschparker an, wird man wüst beschimpft. Das Ordnungsamt hat komischerweise auch kapituliert...
Und: gleiches Recht für alle. Doch DAVON sind wir Lichtjahre entfernt. Die Freiheit des einen geht nur so weit, bis er damit die jenige seines Nächsten beschränkt...
20:14
Essen Altenessen hat sowieso schon genug Probleme...die sollte man erst mal lösen! Vielleicht würde dann so ein Bau auch auf mehr Verständnis stoßen!
Aber die Problem werden einfach totgeschwiegen, als gäbe es sie gar nicht...dann muss man sich über den Sturm der Entrüstung auch nicht wundern...
02:36
Man kann nicht gleichzeitig muslimische Staaten dafür kritisieren, dass sie die Glaubensfreiheit behindern, dann aber das gleiche für Deutschland fordern.
Ich halte es für absolut richtig, dass angesichts der vielen muslimischen Mitbürger auch Moscheen gebaut werden.
Trotzdem muss man die Frage stellen, warum nun ausgerechnet in Essen-Altenessen die angeblich größte Moschee Europas entstehen soll.
Dass so etwas provoziert, ist nicht überraschend.
Andererseits sind die 360 Gläubigen, die dieser Raum fasst, auch keine ungewöhnliche Masse. An Weihnachten waren in unserer (kath.) Kirche bis zu 600 Leute anwesend.
Von daher muss man sich auch keine Sorgen um ein großes Verkehrschaos machen.
22:10
Und wie groß soll das Verkehrschaos an Freitagen und hohen Feiertage werden? Andernorts (Ägypten, Nigeria, Irak, Iran, Türkei) verfolgt und unterdrückt man Christen und hier pocht man auf die im Grundgesetz zugesagte Glaubensfreiheit. Schöner Widerspruch.....
21:53
Warum muss für 300 Gläubige die größte Moschee Europas entstehen???
18:59
MarionSchmidt´s Kommentar #7 ist einfach nichts mehr hinzuzufügen!
Man muss nicht immer um den heißen Brei reden und sich mit tausenden Argumenten rechtfertigen warum man den Bau nicht möchte! Geredet wird doch genug und bringt bei einigen Unverbesserlichen sowieso nichts!
Man möchte ihn nicht! Punkt!
18:33
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17:18
Werden das dann Koran- Schulen, wenn ich den Artikel richtig las, kommt doch das Geld vom Moschee- Verein und nicht aus der Stadtkasse?
Ansonsten sag ich mal, die Bauzeit des Kölner Doms betrug auch einige hundert Jahre!
17:06
"Allah sei Dank: „Für eine Moschee gibt es immer Geld“, sagt Oylar Saguner."
Nee, ich sag da nix mehr zu.
16:43
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