Mord an Madeleine W. - Angeklagter soll einen Zeugen bedroht haben

Günther O., hier beim Prozessauftakt mit Verteidiger Wolfgang Weber, soll einen Zeugen mit einer imaginären Pistole nach dessen Aussage im Saal bedroht haben.
Günther O., hier beim Prozessauftakt mit Verteidiger Wolfgang Weber, soll einen Zeugen mit einer imaginären Pistole nach dessen Aussage im Saal bedroht haben.
Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool
Mit einer imaginären Pistole soll Günther O., Angeklagter im Prozess um den Mord an Madeleine W., am Montag einen Zeugen bedroht haben. Der 25-jährige Zeuge hatte sich am Ende des Prozesstages vor dem Essener Schwurgericht empört gemeldet. Das Prozessende ist mittlerweile in Sicht.

Essen.. Das Urteil im Mordfall Madeleine W. (23) rückt näher. Aber vorher setzte sich noch einmal ihr Stiefvater Günther O. (48) aus Essen ins Rampenlicht. Mit einer imaginären Pistole bedrohte er am Montag offenbar einen Zeugen.

Der 25-Jährige, der den des Mordes angeklagten Günther O. noch aus dem sächsischen Kamenz kennt, hatte sich am Ende des Prozesstages vor dem Essener Schwurgericht empört gemeldet. Nach seiner Aussage am Morgen hätte Günther O. mit den Fingern eine Pistole geformt, an den Kopf gehalten und abgedrückt. „Du bist der nächste Tote, sollte das heißen“, glaubt der Zeuge.

Günther O. muss sich seit dem 13. August vor dem Schwurgericht verantworten, weil er seine Stieftochter Madeleine W. über Jahre sexuell missbraucht und ermordet haben soll. Nachdem sie von ihm 2011 ein Kind bekam, war sie aus seinem Haushalt geflüchtet und hatte zuletzt in Gelsenkirchen gelebt. Mit Hilfe seines Sohnes Daniel spürte er sie auf. Laut Anklage brachte er sie am 11. Februar um und verscharrte sie unter Beton und Erde in seinem Dellwiger Kleingarten.

Mord und Freiheitsberaubung

Die Anklage wirft dem Borbecker Mord und Freiheitsberaubung mit Todesfolge vor. Daniel O.(22) muss sich wegen Beihilfe zum Mord und Freiheitsberaubung verantworten.

Der 25-Jährige Essener, der sich am Montag von Günther O. bedroht fühlte, kennt diesen seit seinem sechsten Lebensjahr. Damals hätte er Steine gegen das Auto von Günther O. geworfen. Daraus erwuchs eine Freundschaft. Als Madeleine sich ab Sommer 2012 mit ihrer damals ein Jahr alten Tochter vor ihrem Stiefvater versteckte, half der 25-Jährige bei der Suche. Gemeinsam mit ihm fuhr er nach Köln. Er wolle Madeleine in den Kofferraum stecken, wenn er sie finde, und mit der kleinen Tochter nach Sachsen fliehen.

Günther O. soll zu ihm auch gesagt haben, dass er Madeleine finden werde: „Irgendwann wird sie unter der Erde liegen, und ich werde auf der Erde herumtrampeln.“

Das Prozessende ist mittlerweile in Sicht. Richter Andreas Labentz erwartet für den 11. November die Plädoyers der Prozessbeteiligten. Das Urteil könnte am 18. November verkündet werden.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE