Möhren, Äpfel und Heu willkommen

Überruhr..  Für die 26 Ziegen im Tiergehege Wichteltal ist der Winter immer die schwierige Zeit – nun ja, genauer gesagt für die 15 Mitglieder im Betreiberverein. Denn schließlich müssen sie für Futter, Gesundheit und eine gute Infrastruktur sorgen. Gerade letztere macht in diesem Jahr besonders Schwierigkeiten.

„Zwar war die Wetterlage in den vergangenen Jahren schlechter als jetzt, aber wir merken nun deutlich, wie unsere Infrastruktur altert“, berichtet Alexander Kirstein, Vorsitzender des Vereins Tiergehege Wichteltal. Erwischt hat es vor kurzem auch das Hauswasserwerk, eine Anlage mit Pumpe, durch die die Ziegenböcke Rasputin, Timotheus und Co versorgt werden. „Da ist eine neue fällig. Außerdem hausen wir gerade die Wasserfässer hinter dem Stall ein, so dass wir in Zukunft keine Probleme mehr mit dem Frost bekommen“, erläutert Kirstein. Das Gerüst steht bereits, Schal-Holz und neue Pumpe aber müssen die Tierfreunde noch anschaffen.

Jahreszeitlich bedingt müssen sie im Winter auch für zusätzliches Futter sorgen. „Die Weiden sind abgefressen, unter fünf Grad wachsen die nicht nach. Also brauchen wir Heu, Futtermöhren oder Äpfel“, schildert der Vereinsvorsitzende. Pro Tag kalkuliert der Verein mit vier bis fünf Kilogramm pro Ziege. Möhrenspenden sind also hoch willkommen, Zuschüsse oder ein Heugutschein beim Futterlieferanten, dem Bauern Grothe, sind noch lieber gesehen.

Allein für Heu gab der Verein im vergangenen Winter rund 2500 Euro aus. „Ohne die große Spendenbereitschaft würden wir das gar nicht schaffen“, kommentiert Kassenwart Thomas Quast.

Spenden für neuen Zaun

Außerdem haben er und seine Mitstreiter weiterhin das Projekt „neuer Zaun“ für 2015 auf der Tagesordnung. Der Pfingststurm Ela hatte im vergangenen Jahr einige Bäume in den alten krachen lassen. „Wir haben schon viel repariert, aber wir mussten auch im Laufe des Jahres noch verschiedene Bäume entfernen – die fielen irgendwohin und haben auch ihren Schaden angerichtet“, erzählt Alexander Kirstein. . „Rund ein Viertel haben wir im vergangenen Jahr geschafft, den Rest nehmen wir uns in diesem Jahr vor“, kündigt der Vereinsvorsitzende an. Billig wird das nicht, ein normaler Maschendrahtzaun ist tabu, die Mitglieder brauchen einen richtigen Wildschutzzaun. Mit Pfosten und diversem Zubehör rechnet man mit Kosten von rund 5000 Euro. Hinzu kommen Strom, Tierarztkosten und immer wieder Unvorhergesehenes, was bei den 26 meckernden Schützlingen durchaus passieren kann.

In vielen Fällen helfen sich die Mitglieder natürlich selbst. So ist im Moment Klauenpflege für die Tiere wichtig. „Durch die starken Regenfälle der letzten Wochen sind die Weiden sehr aufgeweicht. So ist der nötige Abrieb der Klauen, die auf Gebirge eingestellt sind, nicht gegeben“, erläutert Sara Heinrich, als Helferin verantwortlich für die Tiergesundheit. So ist derzeit fleißiges Schneiden angesagt. Graue Haare lassen sich aber im Winter höchstens die Ziegen wachsen.

Mit der Hilfe seines großen Freundeskreises hat der Verein bislang jede kalte Jahreszeit gemeistert – doch weitere Unterstützung können die Tierfreunde dennoch gut gebrauchen.