Mit Uwe Seeler in der Gruga

Meine Eltern hatten im Grugapark, genau vor dem Seiteneingang „Großer Blumenhof“, einen kleinen Softeisstand. Sooft es meine Zeit als Schüler und dann als Auszubildender zuließ, war ich natürlich mit im Grugapark, um zu helfen. Die Grugabahn fuhr etwas 40 Meter an unserem kleinen Stand vorbei. Mit der Zeit kannte man jeden Fahrer. Wenn das Bähnchen in Sicht kam, hieß zwei mal hupen hieß: Ich könnte ein Eis vertragen. Ich zapfte ein Eis, rannte schnell bis zu den Schienen und reichte das Eis in die im Schritttempo fahrende Bahn. Mancher Fahrer erwähnte über die Sprechanlage, dass es bei uns das beste Softeis des Parks geben würde. Da die Endhaltestelle nur ca. 100 Meter entfernt war, sorgte die Reklame für manch zusätzlichen Eiskäufer.

An einem Freitag, es war wenig zu tun, saß ich auf dem Stuhl neben meinem Eisstand und war in mein Karl-May-Buch vertieft. Plötzlich und unbemerkt stand eine größere Männertruppe vor mir. Ich blickte hoch und sah in das Gesicht eines von mir sehr geschätzten Fußballers: Uwe Seeler. Mit dabei die gesamte HSV-Mannschaft: Willy Schulz, Charly Dörfel usw. Der HSV spielte am Samstag in der Bundesliga bei Rot-Weiß-Essen. Seeler spendierte der gesamten Mannschaft eine Runde Eis (immerhin 25 x 30 Pfennige). Und ich suchte nach einem Blatt Papier und einem Kugelschreiber um an die Autogramme zu kommen. Uwe Seeler nahm mein Karl-May-Buch und die ganze Mannschaft unterschrieb auf den beiden letzten, bis dahin unbeschrifteten Seiten. Ich war für Wochen der Held in meinem Freundeskreis und den HSV mag ich seit diesem Tag und drücke ihm die Daumen. Karl Buron