Das aktuelle Wetter Essen 18°C
Wohnungsmarkt

Mit Mieter-Ködern gegen den Leerstand

11.08.2009 | 13:56 Uhr

Essen. Weil Vermieter große Probleme haben, geeignete Mieter für Wohnungen zu finden, setzen die Wohnungsbaugesellschaften immer stärker auf direkte Finanzspritzen an Neumieter oder Vermittler – und bauen ihre Boni-Programme aus.

So haben viele, wie die Annington (10 800 Wohnungen in Essen), die Gagfah (2360) oder Evonik (4200), ein Programm wie „Mieter werben Mieter”, das dem Vermittler eines Mieters 150 Euro in bar sichert – entweder für alle Wohnungen flächendeckend oder auf einzelne Quartiere beschränkt. „Der Markt wird enger, da wollen wir das Netzwerk unserer Mieter nutzen”, begründet Evonik-Wohnen-Sprecher Stephan Schmidt.

Weil Vermieter große Probleme haben, geeignete Mieter für Wohnungen zu finden, setzen die Wohnungsbaugesellschaften immer stärker auf direkte Finanzspritzen an Neumieter oder Vermittler – und bauen ihre Boni-Programme aus. Archiv-Foto: Oliver Müller

Sogar 250 Euro gibt es bei Immeo-Wohnen (10 500 Wohnungen). „Wir wollen in bestimmten Quartieren die gute Hausgemeinschaft erhalten – und dafür Anreize schaffen”, begründet Walter Ziegler von der Immeo-Geschäftsführung die Maßnahme. „Der Markt ist entspannt, da kann sich der Mieter seine Wohnung relativ gut aussuchen.”

Wohnungsbaugesellschaften winken mit Geld

Deshalb winken Wohnungsbaugesellschaften den Neumietern auch direkt mit Geld, um Siedlungen vermietet zu bekommen. Um Familien anzulocken, hat Annington auch schon mal pro Kind eine Monats-Grundmiete erlassen. Bei der Essener Wohnbau eG (4500 Wohnungen) erhalten neue Mieter einmalig 100 Euro Rabatt auf die erste Mietzahlung. Lehrlinge und Studenten wird sogar ein dauerhafter Mietnachlass von 50 Euro pro Monat gewährt.

THS Wohnen (6000 Wohnungen in Essen) hat zwar kein aktuelles Rabattprogramm aufgelegt, doch wird derzeit intern eifrig über Anreizsysteme debattiert. Kreativ war THS schon früher: Um Dachwohnungen loszuwerden, gab THS in einzelnen Häusern mit dem Programm „Steig Dich reich” fünf Prozent Mietrabatt pro Etage; bei „Streich Dich reich” gab es 200 Euro Material erstattet.

Da alle Profi-Vermieter davon ausgehen, dass die Mieter-Position künftig noch stärker wird, schließt keiner neue Boniprogramme aus. In den 80er Jahren gab es für neue Mieter Fahrräder, Kühlschränke oder ein Jahr Brötchen frei - so einfallsreich sind die Großvermieter aber bisher noch nicht.

Peter Szymaniak

Facebook
 
Kommentare
14.08.2009
10:16
Mit Mieter-Ködern gegen den Leerstand
von frog | #33

Ich bin Vermieter und wenn ich so manchen hinrlosen Kommentar lese, so lasse ich lieber meine Wohnungen leer und setze dies von der Steuer ab.

13.08.2009
15:36
Mit Mieter-Ködern gegen den Leerstand
von BeowulfOF | #32

Ich möchte den Vermietern wirklich nichts böses unterstellen, die neu-besitzer haben halt Günstig alten Wohnraum erworben und versuchen den erst gewinnbringend an den Mann zu bringen, mit überhöhten Mieten und zu wenig Investition soll das Geld erst wieder den Beutel füllen.
Das Problem liegt schon viel weiter zurück, wo die Gebäue gewinnbringend vermietet werden konnten, dabei wurde die Substanz heruntergewirtschaftet und anschließend abgestoßen. die Vermieter von heute waren einfach zu gutgläubig den Schrott aufzukaufen und versuchen nun natürlich das Beste daraus zu machen.
Sie werden heute als Gebäudemelker bezeichnet, haben mit ihrem letzten Geld Schrottwohnungen erworben und hoffen damit noch Geld zu machen, dazu wird gepfuscht und getrickst um wenigstens etwas Geld hineinzubekommen, die eigenen Fehler soll der Mieter dann ausbaden.
Anstelle sich die eigenen Fehler einzugestehen wird dann aber lieber über die dreistheit der Mieter gemeckert, welche heute dieselben Wünsche äußern, die man als Vermieter an die eigene Unterkunft stellt.

13.08.2009
14:58
Mit Mieter-Ködern gegen den Leerstand
von ruhry | #31

Bevor ich eine Wohnung an #14,15 vermieten würde, stecke ich die Bude lieber an.

Es hat jeder die Chance eine Immobilie zu erwerben. Wer dazu aus finanziellen oder intelligenziellen Gründen nicht in der Lage ist muß sich eine Unterkunft mieten.

Vermieter sind keine Samariter die allen die zu blöde sind eine eigene Immobilie zu verwalten und zu unterhalten kostenfreien Wohnraum z. Vfg. stellen müssen.

Offensichtlich gibt es aber Leute die zwar gegen alles was zu meckern haben aber selbst nicht wissen welche Kosten im schönen Essen auf den Vermieter zukommen bevor er seine Wohnung vermietet bekommt.

Dazu kommen dann noch diejenigen wie in #10 beschrieben für 4,- €/qm Fullservice und beste Lage erwarten und sich dafür als Nomaden erweisen.

Außerdem sind Nebenkosten keine Erträge des Vermieters sondern durchlaufende Posten.

Ich gebe zu, daß es Miethaie und Strolche unter den Vermietern gibt aber bei dem Leerstand in Essen dürfte niemand ein Problem haben sich ein neues Lebunsumfeld zu suchen.

13.08.2009
11:55
Mit Mieter-Ködern gegen den Leerstand
von motobear | #30

# 14: Lieber Herr r.kant
Mit Mutmaßungen, Vorurteilen, pauschalen Rundumschlägen und neunmalklugen Vorschlägen tragen Sie leider nichts Bedeutendes zur Diskussion bei.
Ich hoffe, Sie haben eine schöne Wohnung, aus der Sie weder rausgeklagt noch rausgeekelt werden.
Oder sind Sie etw stolzer Eigenheimbesitzer?
Dann Glückwunsch und Viel Spaß!

Wohn-Eigentum = Knast deluxe

12.08.2009
14:58
Mit Mieter-Ködern gegen den Leerstand
von Rostreiniger | #29

@27: Gruß an die Bauernunion in Deutschlands Süden, welche so vortrefflich bis in die 80er Jahre von den NRW-Transferzahlungen gelebt hat. Als die Industrie im Rahmen der Globalisierung hierzulande niederging, fand man sich dort mit massenweise Kleinunternehmen wieder, welche auch nicht als Steuerzahler flüchten konnten.

12.08.2009
14:30
Mit Mieter-Ködern gegen den Leerstand
von man | #28

Na das war aber ein böser Kommentar.
Hahaha.
Die gesamte Wohnsituation in Essen ist eine einzige Heuchelei.
Keinerlei Verbesserungen der Infrastruktur, Schulen die von den Eltern in Eigenleistung modernisiert werden müssen, verdreckte Spielplätze usw.
Sobald meine Kinder die Schule abgeschlossen haben ziehe ich wieder ins Grüne.

12.08.2009
12:41
Mit Mieter-Ködern gegen den Leerstand
von verklaerbaer | #27

Nix zahlen wollen und alles dafür bekommen, kein Wunder, das bei dieser jahrelang anerzogenen Schmarozzer-Mentalität der Ruhris keiner mehr in den Wohnbestand investiert. In Stuttgart oder München zahle ich das gleiche für eine neue Fassade, bekomme aber auch die entsprechende Mehrmiete ohne tausend Gerichtsverfahren und kleingeistige Neiderartikel in den Zeitungen. Weiter so, dann bleibt das Ruhrgebiet auch in den nächsten 50 Jahren schrumpfendes Nehmerland...

12.08.2009
12:32
Mit Mieter-Ködern gegen den Leerstand
von neo65 | #26

Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Ich arbeite im öffentlichen Dienst u. bin Normalverdiener. Ich bin seit 17 Jahren in Essen und eigentlich seitdem auf der Suche nach einer schönen Wohnung mit vernünftigen Preis-Leistungsverhältnis. Bis jetzt Fehlanzeige. Also wohnt man da, wo man sich eigentlich nicht wohl fühlt. Wäre nicht der Job in Essen, würde ich auch sofort wegziehen.

Wenn man sich im Bekanntenkreis umhört, kann man feststellen, dass die Mehrheit der Essener von ihrer Wohnsituation genervt ist (Lärm aus Nachbarwohnungen, lautes Umfeld, schlechte Hausgemeinschaften, wenig attraktives städt. Umfeld, überteuerte Mietpreise, schlechter Renovierungsstand)
Im Vergleich zu ländlichen Gebieten (Sauerland, Münsterland etc.) ist der Wohnungsbestand, sowie die Wohnsituation im Ruhrgebiet einfach katastrophal. Man will heute einfach nicht mehr so wohnen wie in der Nachkriegszeit

Seitens der Politik wundert man sich über den Bevölkerungsrückgang im Ruhrgebiet. Ich frage mich daher, ob man sich der herrschenden Realität komplett verschließt. Vermutlich wird sich der Wegzug noch verstärken, wenn man nicht schnellstens gegensteuert. Ohne eine grundlegende Veränderung im Wohnungsmarkt wird der Strukturwandel im Ruhrgebiet nie gelingen. Wie will man gut ausgebildete Fachkräfte in die Region locken? Die werden dahin gehen, wo auch eine entsprechende Wohnqualität vorhanden ist. Hier gibt es für das Ruhrgebiet einen immensen Nachholbedarf.
Es ist dringend Zeit für moderne, ökolog. u. innovative Wohnkonzepte (auch im Hinblick auf die kommende Überalterung der Bevölkerung) die den Erfordernissen eines Ballungsraumes Rechnung tragen. Wer in einem Ballungsraum lebt, braucht zum Ausgleich einfach eine Umgebung, in der er regenerieren kann und sich wohl fühlt.
.
Wenn man sich so die prekäre Lage der hier Schreibenden vor Augen hält, fragt man sich im Hinblick der gigantischen vernichteten Summen auf dem Finanzmarkt, ob sich eine Gesellschaft nicht auch andere Ziele setzen kann.

12.08.2009
09:30
Mit Mieter-Ködern gegen den Leerstand
von Rostreiniger | #25

Der gesamte Essener Wohnungsbestand ist eine absolute Katastrophe - es wird lediglich von der Substanz gelebt. Besonders schlimm sind die 3 bis 4-geschossigen Mehrfamilienhäusern aus den 50er und 60er Jahren, welche es nahezu in jedem Stadtteil in dieser Form gibt. Die dort verwendeten Materialien konnten auch nicht durch handwerkliche Geschicklichkeit ausgeglichen werden, die Wohnungszuschnitte orienteren sich nach dem Richtwert alle Zimmer möglichst quadratisch und gleich groß - ganz zu schweigen von der gesamten Elektro- und Saniärinstalltion. Solche Häuser beginnen auch mit nachgeholten Instandsetzung- und Modernisierungsmaßnahmen bereits jetzt auseinander zu fallen.

Daher: 20% des Essener Wohnungsbestandes abreißen und im gemäßigten Tempo (bei der Bevölkerungsentwicklung im Ruhrgebiet wird keine Eile da sein) neu errichten. Vor allem dem Thema Wohnen im Alter sollte beim Bau der Wohnungen bereits im Vorfeld mehr aufmerksamkeit geschenkt werden. Viele die sich jetzt noch über das schicke Einfamilienhaus freuen, werden nicht mehr lachen können, wenn die Ämter das Haus versteigern um die Kosten des Pflegeheimes zu bezahlen.

12.08.2009
09:26
Blockierter Kommentar.
von Jo | #24

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/78211/create

Aktuelle Fotos und Videos
Remis gegen Vizemeister
Bildgalerie
Frauenfußball
Mini Europameisterschaft
Bildgalerie
Fußball
Der FC Kray ist Meister
Bildgalerie
Fußball
30. Pfingst Open Air
Bildgalerie
Festivals
Aus dem Ressort
Jäger und Landwirte retten Rehkitze in Essen vor Heuernte
Rehkitz-Rettung
Für Kitze wird die Heuernte zur Lebensgefahr, wenn die Ricke sie im Gras abgelegt hat. Die tierschutzgerechte Frühmahd, wie Jäger die Kitz-Rettung nennen, ist im Laufe der Jahre mit ständig größer werdenden Landmaschinen und schneller fahrenden Traktoren immer wichtiger geworden.
Ruhrmuseum und Kinemathek zeigen alte Krupp-Filme
Krupp
Im Rahmen der Ausstellung „200 Jahre Krupp“ haben Ruhrmuseum und Kinemathek im Ruhrgebiet sieben Kinoabende auf Zollverein und in der Lichtburg mit Filmen von und über Krupp zusammen gestellt. „In dieser Fülle hat es das bisher nicht mal im Ansatz gegeben“, sagt Museumschef Heinrich Theodor Grütter.
Foto Text