Mit Früherkennung gegen tückische Erkrankung
21.09.2009 | 18:13 Uhr 2009-09-21T18:13:00+0200Der Zusammenhang von Bluthochdruck und Nierenerkrankungen steht im Mittelpunkt des „Nierentages”.
Der Zusammenhang ist oftmals unbekannt. „Aber Nierenerkrankungen und Bluthochdruck bedingen sich oft gegenseitig”, erklärt Prof. Dr. Andreas Kribben, Direktor der Klinik für Nephrologie am Universitätsklinikum (UK). Unter dem Motto „Blutdruck senken - Nierenfunktion erhalten” widmet sich der „Nierentag”, der heute von 12 bis 18 Uhr in der Volkshochschule stattfindet, dieser Problematik. Mediziner, Hypertonie-Assistenten und Bewegungstherapeuten des Uniklinikums und des Elisabeth-Krankenhauses warten hier mit vielen Informationen, Gesundheits- und Fitnesstests auf interessierte Besucher.
Nierenerkrankungen und Bluthochdruck sind tückisch, denn beide Erkrankungen verlaufen oft über Jahre unauffällig. Sie schleichen sich heran und verursachen lange keine Schmerzen. Die Nieren sind lebenswichtige Organe. Täglich filtern sie rund 200 Liter Blut, befreien es von Giftstoffen und regulieren Wasserhaushalt, Blutdruck und Blutbildung. Mit zunehmendem Alter lässt die Aktivität der bohnenförmigen Organe nach. Die Ursachen für Nierenerkrankungen, die auch bereits junge Menschen treffen können, sind aber vor allem Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und zu hoher Salzkonsum.
Deutschlandweit leiden rund 20 Millionen Menschen unter erhöhtem Blutdruck und fünf bis acht Millionen an Nierenerkrankungen. In Essen gibt es rund 120 000 Menschen mit hohem Blutdruck und 600 Nierenkranke. „Die Dunkelziffer ist aber wohl höher”, stellt Kribben fest. „Denn viele Menschen wissen ja nicht, dass sie erkrankt sind.”
Hier will der Aktionstag ansetzen. Im Rahmen der bundesweiten Nierenwoche findet er bereits zum vierten Mal in Zusammenarbeit mit der VHS statt und will diesmal vor allem auf die Chancen einer Behandlung aufmerksam machen. „Eine frühzeitige Behandlung des Bluthochdrucks kann den Ausbruch und das Fortschreiten einer Nierenerkrankung um Jahre verzögern”, so Kribben. Jeweils rund 200 Besucher nutzten in den vergangenen Jahren die kostenlosen Angebote des Nierentages.
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Der Früherkennungstag war gestern