Mit dem Kunst-Dummy auf den Kennedyplatz

Das Bergbau-Denkmal „Steile Lagerung“, im Jahr 1989 an der Freiheit südlich vom Hauptbahnhof installiert, hat immer viel Kritik einstecken müssen – den einen war die künstlerische Darstellung von Bergleuten zu naiv, andere wiederum fanden die Skulptur zu wenig realitätsbezogen. So eng, monierten ehemalige Bergleute, hätten sie zwischen Kohleflözen nie zusammensitzen müssen. Wie auch immer: Schon 1984 war ein Wettbewerb ausgeschrieben worden für eine Skulptur, die an die Bergbau-Vergangenheit der Stadt erinnern sollte, der Düsseldorfer Künstler Max Kratz gewann und schuf die „Steile Lagerung“,

Im April 1985, vor genau 30 Jahren, rollten sie einen Skulpturen-Dummy aus Sperrholz über den Kennedyplatz, um den optimalen Standort zu finden: Erstaunlich aufwändig, doch einig, hieß es damals, wurde man sich nicht. Einige Jahre später wurde dann die Freiheit als Standort ausgesucht. Die Installation der Bronzeskulptur provozierte Kunstkenner zu der Einrichtung der „Jury Kunst im öffentlichen Raum“, sozusagen als Replik. Und auf dem Kennedyplatz steht heute Spitzers „Tonne“, mit der Kunstbeflissene womöglich mehr anfangen können – bloß: Der Volksmund spricht vom „Elefantenklo“.