Missbrauchs-Vorwurf gegen Betreuer von Adler Union Frintrop

Die Anlage von DJK Adler Union Frintrop im Schatten des Wasserturms an der Frintroper Straße.
Die Anlage von DJK Adler Union Frintrop im Schatten des Wasserturms an der Frintroper Straße.
Foto: Ulrich von Born
Was wir bereits wissen
Bei der Freizeit einer E-Jugend von DJK Adler Union Frintrop soll es zu Übergriffen gegen Kinder gekommen sein. Staatsanwalt ermittelt.

Essen.. Es sollte die fröhliche Pfingstfreizeit einer E-Jugend-Mannschaft von DJK Adler Union Frintrop im Münsterland werden. Es wurde für die Kinder und ihre Eltern offenbar ein Alptraum: Während der Rückfahrt der Mannschaft mit neun- und zehnjährigen Jungen äußerten zwei Kinder am Sonntag Missbrauchs-Vorwürfe gegen einen Betreuer. Die Eltern haben Anzeige erstattet. „Wir können bestätigen, dass uns ein entsprechender Vorfall bekannt ist“, teilte gestern die Kreispolizeibehörde Borken auf Anfrage mit. Eine E-Jugend von DJK Adler Union Frintrop war über das Pfingstwochenende nach Reken ins westliche Münsterland gefahren. Dort, in der Jugendherberge der Kleinstadt, sollen sich die Vorfälle zugetragen haben. Die für Reken zuständige Staatsanwaltschaft Münster hat erste Ermittlungen aufgenommen.

Zwei Spieler aus der Mannschaft sollen sich am Sonntag, während der Rückfahrt in Fahrgemeinschaften, offenbart haben und von unangenehmen Annäherungen des Betreuers berichtet haben. Der Mann wurde gleich nach der Ankunft in Frintrop gebeten, den Parkplatz zu verlassen. Dann erfuhren die anderen Eltern von den Vorwürfen. Einige der Kinder, so berichtet eine Zeugin, sollen geweint haben.

Beim großen Familienverein DJK Adler Union Frintrop, der allein 600 Mitglieder in seinen Nachwuchsabteilungen hat, zeigte man sich gestern bestürzt, auch, weil der Beschuldigte seit langen Jahren in der Vereinsarbeit aktiv ist und zudem ein Amt in der Jugendarbeit bekleidet. „Damit hat niemand gerechnet“, sagte Jugendleiter Andreas Jacob der WAZ. „Wir haben ihn sofort von allen Aufgaben und Ämtern freigestellt. Bis auf weiteres darf er unsere Anlage nicht mehr betreten. Wir warten die Ermittlungen ab und werden die Polizei, wo wir können, unterstützen“, betonte Andreas Jacob zudem.

Auf der Anlage an der Frintroper Straße, direkt unter dem markanten Wasserturm, machten gestern die Vorwürfe die Runde. Eltern zeigten sich beunruhigt. Der Verein hat eine sehr aktive Jugendarbeit und 30 Mannschaften – von den Bambini über fünf E-Jugend-Teams bis zu den A-Junioren – im Spielbetrieb. Der Mann, gegen den die Vorwürfe erhoben wurden, war über die Jahre in mehreren Mannschaften als Trainer und Betreuer aktiv. Andreas Jacob hat umgehend eine Sondersitzung des Jugendvorstands einberufen. „Wir wollen prüfen, wie wir in Zukunft noch sensibler mit diesem Thema umgehen können“, erklärt der Jugendleiter.

Neben der Staatsanwaltschaft Münster und der Kreispolizei Borken ist inzwischen auch die Polizei in Essen in die Ermittlungen involviert. Sie soll die Zeugen-Aussagen der Kinder und der Eltern aus Frintrop aufnehmen.