Missbrauchs-Vorwürfe gegen Fußball-Betreuer: Staatsanwaltschaft Essen ermittelt

Die Staatsanwaltschaft in Essen ermittelt nun gegen einen Jugend-Betreuer. Der Vorwurf: Er soll Jungen auf einer Freizeit-Fahrt unsittlich angefasst haben.
Die Staatsanwaltschaft in Essen ermittelt nun gegen einen Jugend-Betreuer. Der Vorwurf: Er soll Jungen auf einer Freizeit-Fahrt unsittlich angefasst haben.
Foto: Oliver Müller
Was wir bereits wissen
Im Fall der Missbrauchs-Vorwürfe gegen einen Jugend-Betreuer im Essener Fußball hat die Staatsanwaltschaft Essen nun die Ermittlungen übernommen. Der Verein will mit einem Konzept und Personal den Jugendschutz intensivieren.

Essen.. Die Staatsanwaltschaft Essen hat die Ermittlungen zu den Missbrauchs-Vorwürfen gegen einen Betreuer des Sportvereins DJK Adler Union Frintrop übernommen. Bislang lag der Fall bei der Staatsanwaltschaft Münster, in deren Bereich sich die mutmaßliche Tat ereignet haben soll: „Da Zeugen und Beschuldigter aus Essen kommen, haben wir den Fall weitergegeben“, sagte am Montag ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Münster.

Die Essener Staatsanwaltschaft plant in einem ersten Schritt Befragungen der Betroffenen. Die Eltern von drei Kindern einer Frintroper E-Jugendmannschaft hatten nach einer Pfingstfreizeit im Münsterland Anzeige erstattet. Drei Jungen sollen unsittlich angefasst worden sein. In die Befragungen wird auch eine Sonderabteilung eingeschaltet, die sich um entsprechende Delikte kümmert. Von den Ergebnissen der Ermittlungen hängt ab, ob Anklage erhoben wird. Bis zu dieser Entscheidung können mehrere Monate vergehen.

Verein will eine Stelle "Jugendschutz" einrichtenMissbrauchsvorwürfe

Der DJK Adler Union Frintrop zeigt sich über die im Raum stehenden Vorwürfe „zutiefst schockiert. Im Namen des gesamten Vereins möchten wir den betroffenen Kindern und Eltern für das mutmaßlich Geschehene unser Bedauern ausdrücken. Wir werden unsere Möglichkeiten zur Aufklärung und transparenten Aufarbeitung der Vorwürfe leisten“, teilt der Verein mit und kündigt an: „Gleichzeitig ist es uns ein wichtiges Anliegen und wir sehen uns auch in der Pflicht, Maßnahmen zu ergreifen, um vergleichbare Vorfälle zukünftig auszuschließen.“

Der Jugendvorstand ist deshalb vergangenen Donnerstag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengekommen und hat dabei gleicht mehrere Maßnahmen beschlossen, wie Jugendleiter Andreas Jacob berichtet. Der Verein will im Jugendvorstand eine Stelle „Jugendschutz“ einrichten. Der Amtsinhaber soll, als stellvertretender Jugendvorstand, Ansprechpartner für Eltern sein, die aktuellen Vorkommnisse aufarbeiten sowie ein Konzept für den Jugendschutz im Verein erstellen und einführen. Zudem plant DJK Adler Union Frintrop, künftig enger mit Beratungsstellen zusammenzuarbeiten, wie beispielsweise dem Kinderschutzbund. „Wir erhoffen uns dadurch eine bestmögliche Prävention“, erklärt Jugendleiter Andreas Jacob. Er plant zeitnah zudem eine Sitzung mit allen Jugendtrainern des Vereins.